Resümee einer Kampagne (II)

Online seit 16. Januar 2008 | Von Lutz Geißler

Nachdem der Verein gegründet, Plakate und Postkarten gedruckt und auch die Internetseite fertiggestellt war, hieß es: Öffentlichkeitsarbeit!

Dank der freundlichen Bereitsstellung des üppigen Presseverteilers einer großen staatlichen Institution konnten wir bundesweit Printmedien, TV und Rundfunk über den Start der Kampagne im Oktober 2006 informieren. Zahlreiche Artikel und Pressemitteilungen wurden geschrieben – sowohl für die Verbandszeitschriften als auch für die Massenmedien. Außerdem nutzte ich einige befreundete Geo-Websites zur Schaltung von zur Website verlinkten Bannern – allerdings lief dieses Vorhaben eher langsam an und kam auch nie zur angedachten Blüte (mehr zu den Problemen in einem weiteren Artikel).

Dank des BDG und seines damaligen Vorsitzenden Dr. Werner Pälchen wurde die Kampagne in Fachkreisen relativ schnell bekannt. Plakate wurden geordert – nahezu täglich ging es in der Anfangsphase ans Paketeschnüren. Zahlreiche Anfragen bzgl. den Website-Inhalten, Lob und Kritik (ersteres deutlich häufiger) flatterten per E-Mail auf meinen Schreibtisch. Zudem erreichten mich etliche Telefonanrufe zwecks Kooperationswünschen, u.a. von der Industrial Minerals Associaton (IMA) oder der German Section of the Society of Petroleum Engineers (GSSPE). Dank unglaublich vieler Helfer wurden Plakate an vielen, wenn auch nicht ausreichend vielen Stellen bundesweit platziert. Auch die Postkarten fanden den erwarteten Absatz.

Besonders erstaunt war ich, als ich einen Anruf von Deutschlandradio erhielt. Die Sachsenkorrespondentin Alexandra Gerlach wollte gern einen Beitrag über unsere Kampagne in der Sendung “Campus & Karriere” aufnehmen. Und so wurden zwei Vereinsmitglieder und Kommilitonen gemeinsam mit mir in Freiberg interviewt. Der Beitrag lief am 16. November 2006 deutschlandweit im Deutschlandfunk. Ein Traum, wenn man bedenkt, dass die Kampagne aufgrund ihrer für Medien eher unspektakulären Thematik nicht sonderlich interessant für sie sein dürfte.

Im November 2006 und auch im Jahr darauf nahmen Vertreter der Aktion an den Münchener Mineralientagen teil, um sich der Zielgruppe “Otto-Normal-Verbraucher” und möglichen Multiplikatoren (Mineral- und Geo-Vereine) zu stellen – auch dies wiederum war nur möglich durch unkomplizierte Unterstützung seitens der Mineralientage-Leitung und den Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg. Vor Ort erhaschten unsere Plakate begeisterte und verwunderte Blicke, aber auch solche des Unverständnisses der ganzen Aktion. Gelernt haben wir aus den Münchener Aufenthalten, dass am besten niemand direkt am Stand stehen sollte. Nur dann trauen sich die Besucher, einen genaueren Blick auf die Plakate zu werfen, die Website am aufgestellten Laptop zu betrachten oder Postkarten mitzunehmen. Sitzen oder stehen die Standbetreuer permanent vor Ort, ist die Scheu der meisten Besucher zu groß, sich zu informieren. Im November 2007 nahmen wir daher überwiegend einen Standpunkt fernab vom eigenen Informationsangebot ein – die Resonanz war deutlich größer, zumal dadurch paradoxerweise mehr Gespräche entstanden. Besonders feststellen möchte ich an dieser Stelle, dass Lehrer einen enormen Bedarf an geowissenschaftlichen Informationen für ihren Unterricht haben, auch in Bezug auf Material, dass Interesse an diesem Fachgebiet weckt – das haben unsere Gespräche eindeutig gezeigt.

Mit dem Jahreswechsel 2007/2008 ging reichlich ein Jahr Kampagnenaktivität zu Ende – bereits mit neuen Planungen für das kommende Jahr. Unter anderem wurde die Website rundum erneuert und mit Informationen ergänzt. Auch wurden neue Postkartenmotive entworfen, denn innerhalb eines Jahres waren 10.000 Stück vergriffen – knapp 5.000 Plakate warten jedoch immer noch auf ihren Aushang.

Teil I und II dieser Artikelreihe befassen sich nun schon mit dem Verlauf und dem Positiven der Kampagne. Teil III wird sich dann den negativen Erfahrungen und Fettnäpfchen widmen, in die wir meist aus Unwissenheit hinein tapsten.

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  1. geolismus.de » Blog-Archiv » Bilder vs. Schrift auf A6-Printmedien - zwei Konzepte auf dem Prüfstand schrieb am 7. Juli 2008 um 12:39 Uhr :

    [...] erlischt und die Zettel wieder weggelegt werden. Dieses Verhalten konnten wir sowohl auf den Mineralientagen in München als auch bei mehreren Aufenthalten in Halle feststellen. Das Mitnehmen ist jedoch essentiell, um [...]

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