Der Quarzvarietät Bergkristall, seiner Entstehung und Verwendung in Wissenschaft und Technik widmet sich eine neue Sonderausstellung der Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg im Abraham-Gottlob-Werner-Bau.
Die feierliche Eröffnung fand am 1. Februar im Rahmen eines wissenschaftlichen Kolloquiums im Beisein von Universitäts-Rektor Prof. Georg Unland sowie etwa 100 Gästen aus ganz Deutschland statt.
Bergkristallstufen berühmter Fundorte, beispielsweise jene aus Arkansas, Brasilien oder dem Polarural, werden im Foyer des Werner-Baus präsentiert. Daneben vermitteln zahlreiche Mineralstufen und Erläuterungen einen tieferen Einblick in die beeindruckenden Wachstumsphänomene und charakteristischen Kristallformen von Bergkristall. Auch die technische Synthese hochreiner und perfekter Quarzkristalle als Alternative zu natürlichen Quarzrohstoffen wird vorgestellt. Industriell gezüchtete Kristalle zur Herstellung von Prismen und Linsen für optische Instrumente oder zur Produktion von Kieselglas für Halogenlampen können ebenso betrachtet werden, wie fußballgroße, natürlich entstandene Einzelkristalle aus privaten Sammlungen und den Beständen der TU Bergakademie Freiberg.
Die besondere Bedeutung von Quarz für den Alltag machten die Vortragenden während des Eröffnungskolloquiums deutlich. Sie wiesen darauf hin, dass Quarz als eines der häufigsten Minerale der Erdkruste nicht mehr aus dem täglichen Leben wegzudenken sei. Dr. Heinz-Ziehr aus Mainz-Kastel, einer der Initiatoren der Sonderschau, referierte über „Die berühmten Quarze aus Arkansas“ und gab Einblicke in die Bergkristall-Exploration, während sich Prof. Dr. Jens Götze vom Institut für Mineralogie anschaulich mit der „Typomorphie und Nutzung von Quarz“ befasste. Unter dem Titel „Vom Kieselstein zum Kieselglas“ fasste Dr. Ralf Takke von der Heraeus GmbH Hanau als Vertreter der Quarz verarbeitenden Industrie die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten zusammen.
Bereits in der menschlichen Urgeschichte fand das aus Silizium und Sauerstoff bestehende Mineral in Form von Feuerstein als Faustkeil Verwendung und ist heute Grundlage moderner Kommunikation über Glasfaserkabel, dient als Rohstoff für die Computerchip- und Solarzellenherstellung oder wird als so genanntes Kieselglas in einer Vielzahl wissenschaftlicher und technischer Anwendungen, zum Beispiel in der Raumfahrt, bei Kernfusionsexperimenten oder in PKW-Scheinwerfern, eingesetzt.
Einblicke in die faszinierende Welt des Bergkristalls und seiner technischen Äquivalente sind noch bis zum 30. Juni 2009 möglich. Die Sonderausstellung im Foyer des Werner-Baus, Brennhausgasse 14 in Freiberg, ist Mittwoch bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr sowie Samstag von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.



