Österreich ist Deutschland in Sachen geo- und montanwissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit weit voraus – besonders im Rahmen des IYPE.
Das dortige Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung hat, unter Federführung der Geologischen Bundesanstalt, u.a. eigens eine Aktion namens “Geologie ist alles” gestartet, um auf die Bedeutung der Fachrichtung im Alltag aufmerksam zu machen.
Ich erkenne viele Ähnlichkeiten zu unserer Kampagne “Wir sind überall”, wenngleich die Österreicher den Vorteil der staatlichen Unterstützung haben, während wir um jede Hilfe schwer werben müssen. Mittlerweile wurde in Österreich sogar ein vergleichsweise hochdotierter Plakatwettbewerb für Schüler ausgerufen. An 1.800 Stellen des Alpenlandes werden die Siegerplakate platziert, verleihen so der enormen Rolle der Geo- und Montanwissenschaften im Alltag Nachdruck und geben zugleich noch einen enormen didaktischen Impuls an die Schulen.
Während die österreichischen Zeitungen bereits mehrfach (u.a. der Standard) über das IYPE und damit in Zusammenhang stehende Projekte berichtet haben, hält sich die deutsche Presse sehr zurück. Eine Nachrichtenrecherche bei Google ergibt gerade mal einen Treffer bei Welt Online und bei der Volksstimme.
Ich habe den Eindruck, dass Österreich das Jahr 2007 bereits intensiv genutzt hat, um nicht nur die Forschungskonferenzen und -projekte im Rahmen des IYPE zu koordinieren, sondern sich vor allem auch der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit mit der Bevölkerung zu widmen. In Deutschland sehe ich bisher für letzteres dunkelgrau, besonders mit dem Wissen, dass das IYPE bereits 2007 begann und (fast) nichts geschah, wenngleich 2008 das Hauptaktionsjahr sein soll. Schaut man auf den Veranstaltungskalender des deutschen IYPE (in Vertretung der Geo-Union), ist bis auf einige Ausstellungen und Vorträge keinerlei ähnliche öffentlichkeitswirksame Aktion geplant, wie die in Österreich.
Warum fällt es hier so schwer zu erkennen, dass die Geo- und Montanwissenschaften nur an Akzeptanz und Neugierde gewinnen können, wenn man auch entsprechend große Aktionen für die Öffentlichkeit durchführt? Österreich ist auf einem sehr gutem Weg. Bleibt zu hoffen, dass auch in Deutschland in absehbarer Zeit ähnliche Konzepte umgesetzt werden.




