Erstes Ausstellungsstück für terra mineralia eingezogen

Online seit 7. März 2008 | Von Lutz Geißler

Wie die Pressestelle der TU Bergakademie gestern veröffentlichte, wurde am Mittwoch, 6. März 2008, das erste Exponat für terra mineralia im Freiberger Schloss Freudenstein montiert. “Montiert” ist der richtige Begriff, denn es handelt sich um acht polierte Gesteinsplatten aus Südafrika, die parallel und mit etwas Abstand zueinander frei im Raum stehen. Die Platten sind die steinernen Zeugen des Vredefort-Impakts vor über zwei Milliarden Jahren.

Damals bewegte sich ein riesiger Meteorit mit einer Geschwindigkeit von mehreren zehntausend Kilometern pro Stunde auf die Erde zu. 120 Kilometer südwestlich der heutigen Stadt Johannesburg schlug er ein und hinterließ einen 5 bis 10 Kilometer tiefen Krater mit einem Durchmesser von 250 bis 300 Kilometern – der größte nachgewiesene Krater der Erde. Die Wucht des Impakts wirbelte Millionen Tonnen Gestein in die Luft und zerrüttete noch hunderte Kilometer entfernt den Untergrund. Der durch den Einschlag aufgewirbelte Staub verteilte sich auf der gesamten Erde und führte zu weit reichenden Klimaänderungen. Es war die größte, bisher bekannte, geologische Katastrophe auf der Erde.

Die durch den Meteoritenaufprall verursachte Druck- und Temperaturwelle breitete sich entlang von Klüften im Gestein aus. Durch die hohen Temperaturen von mehreren tausend Grad Celsius während des Meteoritenaufpralls schmolz das Gestein im unmittelbaren Kontakt zu den Klüften. Durch den enormen Druck des Aufschlags brachen die Gesteine und wurden über große Strecken transportiert – oftmals auch in der Gesteinsschmelze, wie in den steinernen Platten nachzuvollziehen ist. Dabei wurden die Ecken und Kanten der Bruchstücke durch die hohen Transportgeschwindigkeiten und Transportwege gerundet.

Die Gesteinsplatten aus dem Vredefort-Krater lassen die enormen Kräfte sichtbar werden, die vor über zwei Milliarden Jahren das heutige Südafrika erfasst und die Erde in ihrer Gesamtheit verändert haben. Sie stellen eines der vielen außergewöhnlichen Ausstellungsstücke von terra mineralia dar, die am 20. Oktober 2008 eröffnet werden soll.

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  1. geoberg.de-Blog» Blogarchiv » Endspurt bei “terra mineralia” schrieb am 23. September 2008 um 18:10 Uhr :

    [...] werden im Schloss Freudenstein präsentiert. Nebenan bei geolismus.de wurde schon mehrfach über terra mineralia berichtet und auch die Website der Ausstellung bietet einiges an Bild- und [...]

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