Seit wenigen Wochen läuft der neue James Bond-Film “Ein Quantum Trost” in den deutschen Kinos. Und selten ist den Geowissenschaftlern eine solch massentaugliche Steilvorlage für Öffentlichkeitsarbeit geliefert worden. Gleich zu Beginn des Film gerät der britische Agent in eine Verfolgungsjagd.
Sie führt direkt in einen großen Marmorsteinbruch in Carrara, Italien. Der Steinbruch wird in hervorragenden Aufnahmen gezeigt und erzeugt eine einzigartige Kulisse für die spannungsgeladene Handlung. Und das war erst der Anfang geologischer Kleinigkeiten im Film. Mehrfach ist von Geologen die Rede, die Rohstoffe, allen voran Öl, erkunden. Außerdem werden Geologen im Zusammenhang mit den Wasservorräten der Erde genannt.
Warum sollte der mediale Rummel und die öffentliche Aufmerksamkeit um James Bond nicht genutzt werden, geowissenschaftliche Inhalte zu präsentieren und die Rolle der Geowissenschaften insgesamt darzustellen? Der neue 007-Film ist bestens dafür geeignet. Die Steinbruchszenen könnten beispielsweise geodidaktisch genutzt werden (“Mit James Bond im Steinbruch”), indem der Agent als Aufhänger dient, um die Entstehung von Marmor, die Erkundung und die Abbautechnologien begreifbar zu machen. Und noch viel wichtiger: es könnte erklärt werden, weshalb Steinbrüche nötig sind (“ein Steinbruch ist nicht nur für Geheimagenten gut geeignet, um ihre Verfolger abzuschütteln, sondern…”). Das Interesse der Kinder/Schüler ist garantiert, sobald sie James Bond hören. Weniger die Kinder, sondern Erwachsene und die Medien könnten erreicht werden, würden die Szenen und Dialoge über Geologen im 007-Film als Aufhänger für geowissenschaftliche Themen verwendet, also zum Beispiel seitens der Hydro- oder Erdölgeologen.
Die geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit hat nicht oft die Chance, von aktuellen medialen Ereignissen zu profitieren. Und wenn sie diese Chance doch einmal kommt, sollte sie ergriffen werden. Der “James-Bond-Zug” ist leider schon fast abgefahren…



