“Das Auge des Tigers” – Sonderausstellung an der Uni Bonn

Online seit 15. Juli 2009 | Von Lutz Geißler

Aus einer aktuellen Pressemitteilung des Mineralogischen Museums der Universität Bonn:

In seiner neuen Sonderausstellung stellt das Mineralogische Museum der Universität Bonn den Edelstein Tigerauge vor. Die Ausstellung zeigt, was ein Tigerauge ist, wie und wo es entsteht und welche dekorative Aspekte dieser beliebte Schmuckstein birgt. Die Schau wird von Mittwoch, 15. Juli 2009, bis 11. Juli 2010, im Mineralogischen Museum der Universität Bonn im Poppelsdorfer Schloss gezeigt. Geöffnet ist jeden Mittwoch und Freitag von 15 bis 17 Uhr und sonntags (außer an Feiertagen) von 10 bis 17 Uhr. Eintritt 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

Die mineralogische „Kinderstube“ des Tigerauges sind Bändererze, die zu den ältesten Gesteinsarten der Erde zählen. Seine genaue Entstehung ist erst seit einigen Jahren aufgeklärt. Die bekannte braun-goldene Variante des Edelsteins kommt meist aus Südafrika. Weniger bekannt, weil erheblich seltener, ist Tigerauge aus Australien. Die wertvollsten Exemplare stammen aus der Marra Mamba Formation in Westaustralien. Sie schimmern aufgrund ihrer Vielfalt an Mineralen in leuchtenden roten, grünen und sogar blauen Farbtönen.

Das Mineralogische Museum der Universität Bonn ist seit kurzem in der glücklichen Lage, ein besonders großes und schönes Exemplar dieser Kostbarkeit präsentieren zu können: eine Scheibe von über zwei Metern Länge, etwa 150 Kilogramm Gewicht und dem beachtlichen Alter von 2,5 Milliarden Jahren. In dieser Scheibe bilden Bänder von schillerndem Tigerauge eingebettet in Jaspis und Magnetit phantastische Muster, die durch die Einwirkung tektonischer Kräfte in der langen Geschichte des Gesteins geformt wurden. Einzelne Stadien der Entstehungsgeschichte sowie der lange Weg von Westaustralien über Tucson, Arizona und München nach Bonn werden in der Ausstellung anschaulich dokumentiert.

Außerdem sucht das Museum nach Sponsoren, um das seltene Exemplar eines Tigerauges dauerhaft öffentlich präsentieren zu können.

Der jetzige Besitzer ist bereit, der Universität im Gegenzug der Zahlung einer Aufwandsentschädigung für die Bergung und den Transport das Tigerauge zu überlassen. Gemeinsam mit dem Dezernat für Wissenschaftsmarketing und Öffentlichkeitsarbeit sucht das Mineralogische Museum nun nach Sponsoren.

Renate Schumacher und das Bonner Tigerauge. Foto: R. Bosse/Uni Bonn

Renate Schumacher und das Bonner Tigerauge. Foto: R. Bosse/Uni Bonn

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