Wussten Sie, dass Sie pro Tag 1,5 Gramm Staub allein durch Hautschuppen produzieren? Oder dass jährlich über eine Million Tonnen Staub auf die Eroberfläche herabfallen? Diese und andere Kuriositäten enthüllt Europas erste und bisher einzige Staubausstellung vom 30. Juli bis zum 24. November 2009 im Museum für Naturkunde Chemnitz.
Staub ist überall zu finden, als lästige Wollmaus unter dem Schrank oder als Licht brechendes malerisches Abendrot. Dennoch sind seine bemerkenswerten Eigenschaften nur den wenigsten bekannt.
Die vom Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg konzipierte Ausstellung “Staub – Spiegel der Umwelt” beweist: Die mikroskopisch kleinen Teilchen haben es in sich. Sie trotzen der Schwerkraft, bewegen sich geräuschlos, haften sogar an senkrechten Flächen und sind mit technischem Fortschritt ebenso verbunden wie mit gesundheitlichen Gefahren.

Farben aus dem Staub der Gesteine - zu sehen in der Staubausstellung am Museum für Naturkunde Chemnitz.
In der Sonderausstellung im Museum für Naturkunde Chemnitz dürfen Besucher selbst zu Forschern werden und die Geheimnisse der winzig kleinen Partikel an verschiedenen Experimentierstationen entdecken. Am Anfang eines Rundgangs lässt der interaktive “Staubwirbler” perlmuttglänzende Ringe aufsteigen, die scheinbar schwerelos in der Luft schweben. Wo Staub herkommt – ob aus natürlichen, kosmischen oder industriellen Quellen – und wie er sich zusammensetzt, verrät ein Blick durch das Rasterelektronenmikroskop. Die Bestandteile ganz normalen Hausstaubs lernen Besucher ebenso kennen wie die gesundheitlichen Probleme, die er hervorrufen kann. Auch die Gefährdung durch Fein- und Blütenstaub wird thematisiert. Wie Mensch und Pflanze den unliebsamen Begleiter wieder loswerden, beziehungsweise gleich ganz vermeiden, demonstrieren Reinraum und Staublabor.
Interessierte erwartet eine unterhaltsame und verständliche Dokumentation, die alles andere ist als staubtrocken und Sie über einen alltäglichen Störenfried umfassend ins Bild setzt.
Auch im Rahmen des tietzSPEZIAL “RÜCKblende” zum Thema “20 Jahre friedliche Revolution”, zu dem das TIETZ im Oktober 2009 einlädt, spielt der Staub eine Rolle. Verschiedene Experimentierstationen und Anschauungsmaterialien der Sonderausstellung verdeutlichen die Bedeutung der feinen Partikel für die Arbeit der Kriminalpolizei und ihren Nutzen für die Stasi-Spurensucher in der DDR. Wie Staub Fingerabdrücke sichtbar macht und wie kleinste Faserspuren zur Auflösung eines Kriminalfalles beitragen können, wird hier erklärt.
Doch auch sonst ist das Thema Staub im Museum für Naturkunde präsent: Die Entstehung des Versteinerten Waldes von Chemnitz ist einer Wolke aus Gas und Staub zu verdanken, die bei einem Vulkanausbruch vor 290 Millionen Jahren alles Lebende unter sich begrub und für die Nachwelt konservierte. Eine Probe vulkanischen Staubs vom Mount St. Helens im US-Bundesstaat Washington kann in der Ausstellung unter die Lupe genommen werden.



