Es wurde spannend für den Geopark Schwäbische Alb. Evaluatoren des European Geoparks Network und der UNESCO hatten in der vergangenen Woche zu entscheiden, ob der Geopark weiterhin Mitglied im europäischen und im weltweiten Geoparknetzwerk bleiben darf. Die nachfolgende Pressemitteilung gibt weitere Informationen:
Am 12. und 13. September 2009 trafen sich die Vertreter der Europäischen GeoParks zu ihrer diesjährigen Herbsttagung in Portugal. Auf dem Programm stand unter anderem die Entscheidung über eine Fortführung der Mitgliedschaften von 14 der bisher 34 Geoparks im Europäischen Geopark-Netzwerk. Damit wurde gleichzeitig auch über den Fortbestand der Anerkennung als UNESCO-Geopark entschieden. Stimmberechtigt waren jeweils zwei Ver-treter aus jedem europäischen Geopark sowie eine Vertreterin der zuständigen UNESCO-Division.
Für den GeoPark Schwäbische Alb stand dabei viel auf dem Spiel. Da der GeoPark bei der letzten Evaluation im Sommer 2007 nur eine Gelbe Karte, das heißt eine begrenzte Mitg-liedschaft für zwei Jahre erhielt, ging es nun um Rot oder Grün.
Verbunden mit der Gelben Karte 2007 waren einige Auflagen, die es für den Fortbestand der Mitgliedschaft zu erfüllen galt. Anfang Juli 2009 bereisten erneut zwei Vertreter des Eu-ropäischen Geopark-Netzwerks und der UNESCO den GeoPark Schwäbische Alb, um zu überprüfen, inwieweit diese Auflagen erfüllt wurden. Das Ergebnis des Evaluationsberichtes stand nun in Portugal zur Entscheidung.
In ihrer Präsentation vor dem Gremium der Europäischen Geoparks hoben die Evaluatoren positiv die Entwicklung des GeoParks Schwäbische Alb in den letzten beiden Jahren her-vor. Mit der Gründung des Vereins GeoPark Schwäbische Alb e.V. wurde für den GeoPark eine eigenständige Struktur und Finanzierung geschaffen und somit ein Hauptkritikpunkt der letzten Evaluation erfüllt. Mit den drei neuen GeoPark-Infostellen in Aalen, Burg Kat-zenstein und Neuhausen ob Eck, mit neuen Geologischen Lehrpfaden, Infotafeln und Ein-richtungen in Museen, mit der Verwendung der GeoPark-Logos auf Broschüren und Inter-netseiten von Partnern, Landkreisen und des Tourismusverbands hat der GeoPark weiter an Sichtbarkeit gewonnen. Die starke Verankerung des GeoParks in der Marketingkonzep-tion des Tourismusverbandes zeigt, welchen Stellenwert die Auszeichnung für die gesamte Schwäbische Alb innehat.
Zu einer positiven Bewertung trug auch die Beteiligung des GeoParks an einem gemeinsa-men Förderantrag mit weiteren europäischen Partnern bei, auch wenn die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene weiter verstärkt werden sollte. Nicht zuletzt wurde von den Evalua-toren das Engagement der GeoPark-Partner, der Landkreise, Gemeinden und privaten Gruppierungen gewürdigt, die mit ihren Aktivitäten und Projekten den GeoPark mit Leben erfüllen.
Nach dem Bericht der beiden Evaluatoren entschied sich das Gremium in der anschließen-den Abstimmung, dem GeoPark Schwäbische Alb die Grüne Karte zu erteilen. Der Geo-Park erhält somit die Mitgliedschaft im Europäischen Geopark-Netzwerk und im Globalen Geopark-Netzwerk der UNESCO für weitere vier Jahre.
Die beiden Vertreter des GeoParks Schwäbische Alb in Portugal, Dr. Elmar P. J. Heizmann (Vorsitzender des GeoPark-Beirats) und Kathrin Schiller (Geschäftsführerin des GeoParks) sowie der Vorsitzende des GeoParks Schwäbische Alb, Hartmut Melzer, zeigten sich über die Entscheidung sehr erfreut. „Wir dürfen uns auf diesem Ergebnis jedoch nicht ausruhen, sondern müssen in den nächsten vier Jahren weitere Anstrengungen tätigen, den GeoPark zu stärken und in der Region und in den internationalen Netzwerken zu verankern“, so Hartmut Melzer. „Bis zur nächsten Evaluation 2013 sollten weitere Fortschritte erkennbar sein.“
Insgesamt wurden in Portugal neun Grüne Karten und drei Gelbe Karten vergeben. Eine Entscheidung wurde vertagt. Der Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft hat seine internationalen Anerkennungen aus finanziellen Gründen selbst zurück gegeben.
Neu in das Netzwerk der Europäischen GeoParks aufgenommen wurden der Geopark Shetland (Großbritannien) und der Geopark Helmos und Vouraikos (Griechenland).



