Wer sieht schon Steine in der Stadt?
Die Naturwerksteine in unseren Städten sind wahrscheinlich die am meisten ignorierten Elemente des urbanen Lebensraumes. Eigentlich merkwürdig: Es gibt ja wirklich sehr viel von diesem natürlichen Material – wir alle laufen täglich an Natursteinfassaden vorbei und über Natursteinpflaster hinweg. Wer beachtet schon den Stein in der Stadt?

Cover des neuen Führers durch die Welt der städtischen Gesteine.
Die Autoren dieses Führers wollen das Interesse an diesem vielfältigen Material wecken, zum Entdecken und zur Freude daran anregen. Wer beginnt auf Steine zu achten, wird immer wieder von ihnen angesprochen: Jeder Stein erzählt seine Geschichte von Entstehung, Herkunft und Einsatz.
Ein Führer für wen?
Die Autoren wollen den interessierten Laien ansprechen, ihm den Reichtum der Steine in den jeweiligen Städten vorführen und erläutern. Dieser Band soll den Nutzer auf seinem Stadtbummel begleiten, unterwegs möglichst gezielt informieren und das unmittelbarem Auffinden und Erkennen ermöglichen. Er soll anregen, eine oder mehrere der 18 Städte zu besuchen und die dortigen Steine für sich zu entdecken.
Rahmen der Route und der Steine
Für große und kleine über die Bundesrepublik verteilte Städte – von Dresden über Greiz, Rostock, Köln und Sinzig bis München – werden Touren/(Selbst-)Führungen von zwei Stunden Dauer beschrieben und reichhaltig illustriert. Jeweils 20 – 49 verschiedene Naturwerksteine können vorwiegend in allgemein zugänglichen Außenbereichen an Fassaden, Denkmalssockeln, Brunnen oder Brücken, im Pflaster usw. erlebt werden.
Die jeweils einführenden tabellarischen Abschnitte Stadt-Information und Stadt-Geschichte zeigen den örtlichen Rahmen: Sie sollen Verständnis dafür wecken, wie sich die Nutzung der Naturwerksteine – örtlich sehr unterschiedlich - im Laufe der Zeit entwickelt hat.
Der allgemeinen Information dienen Einführungen zur Gesteinskunde und zur steinmetzmäßigen Bearbeitung von Gesteinen, ein erdgeschichtliches Säulenprofil sowie ein Register und Tabellen für die insgesamt 370 verschiedenen Gesteine.
Titel: Steine in deutschen Städten. 18 Entdeckungsrouten in Architektur und Stadtgeschichte
ISBN: 978-3-928651-13-4
Herausgegeben von J. H. Schroeder, verfasst von 31 Autoren aus 18 Städten
IV + 288 Seiten
405 Farbfotos
18 Routenkarten
41 weitere grafische Darstellungen
27 Tabellen
Verlag: Selbstverlag Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg e.V.
Buchhandelspreis: € 15,00
Bestellung
Buchhandel oder direkt bei Selbstverlag Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg e.V. , p.a. Technische Universität Berlin, Sekr. ACK 9, Ackerstraße 76, D – 13355 Berlin, Fax 030 / 314 79471, E-mail: jhschroeder@tu-berlin de
Nachtrag (17.12.2009):
Inzwischen ist auch eine Pressemitteilung der TU Berlin zum Führer erschienen:
18 Entdeckungsrouten in Architektur und Stadtgeschichte von Berlin und anderswo
Jeder Stein erzählt seine Geschichte, eine Geschichte von Entstehung, Herkunft und Einsatz. Nach dem Erfolg des 2006 erschienenen Stadtführers “Naturwerksteine in Architektur und Baugeschichte von Berlin” hat sich das Augenmerk des Herausgebers, des ehemaligen TU-Professors Johannes Schroeder, auf die gesamte Bundesrepublik ausgedehnt. In einem neuen Band haben 31 Autoren in 18 deutschen Städten quer durch die gesamte Republik ihren Blick auf Häuserfassaden, Denkmalsockel, Brunnen, Pflaster und andere Böden gerichtet und laden zu Entdeckungstouren der besonderen Art ein.
“Wer sieht schon Steine in der Stadt? Die Naturwerksteine in unseren Städten sind wahrscheinlich die am meisten ignorierten Elemente der urbanen Lebensräume”, sagt Johannes Schroeder, Professor a. D. des Instituts für Angewandte Geowissenschaften der TU Berlin. Vielleicht werden sie leicht übersehen, weil sie so dauerhaft sind und daher wenig fürsorglicher Aufmerksamkeit bedürfen”, so spekuliert der Wissenschaftler.
Mit einem Autorenteam von 31 Fachautoren aus 18 Städten, die im “Netzwerk Steine in der Stadt” verbunden sind, hat Johannes Schroeder nun einen Führer zusammengestellt, der dem interessierten Laien den Reichtum der Steine in den jeweiligen Städten vorführen und erläutern will. Er soll den Nutzer auf Stadtbummeln von Dresden über Rostock und Köln bis nach München und quer durch die Republik begleiten und unterwegs gezielt informieren. So lernt der Leser beispielsweise, dass der liebevoll mit interessanten Mustern gestaltete Restaurantbereich in den Berliner Friedrichstadt-Passagen aus italienischen Marmoren sowie französischen und spanischen Kalksteinen besteht, die typische Leipziger Mosaik-Straßenpflasterung aus Lausitzer Granit und Mansfelder Kupferschlacke oder dass in der Bodenplatte eines Hannoveraner Einkaufszentrums, die aus dem Knollenkalk “Rosso Verona” besteht, Ammoniten versteckt sind.
Fotos, Lagepläne und “Verweilpunkte” machen neugierig und helfen beim Auffinden der kleinen und großen Juwelen für Steinliebhaber. Beschrieben sind jeweils etwa zweistündige Touren. Abschnitte zu Stadtgeschichte und Stadt-Informationen zeigen dabei den örtlichen Rahmen. Und natürlich werden eine gesteinskundliche Einführung anhand des “Kreislaufs der Gesteine” sowie eine erdgeschichtliche Einordnung geboten. Register und Tabellen erleichtern den Überblick über die 370 verschiedenen Gesteine, die man in den beschriebenen 18 Städten entdecken kann.



