Um die Geowissenschaften erfolgreich unter die Menschen zu bringen und sie dafür zu sensibilisieren, ist es zunächst ratsam, eine Bestandsaufnahme durchzuführen. Eine Bestandsaufnahme der Alltagsbereiche, in denen die Geowissenschaften bereits unübersehbar oder zumindest mit gutem Willen bemerkbar geworden sind – auch abseits der rein fachlichen Pfade. Eine solche Bestandsaufnahme hat vor kurzem der portugiesische Geologe und Öffentlichkeitsarbeiter Andrea Baucon vorgelegt.

Cover von "Geology in Art" von Andrea Baucon
Er widmet sich auf 120 Seiten Menschen und ihren Werken, die Geologie künstlerisch verarbeitet und damit der Allgemeinheit auf einem ganz anderen Weg zugänglich gemacht haben, als es die Wissenschaft an sich vermag.
Baucon durchstreift mit wenig Text und zahlreichen farbigen Abbildungen die Welt der Kunst, angefangen bei den bildenden Künsten, über die Literatur bis hin zur Musik. Dabei stellt er nicht nur aktuelle Künstler vor, die sich den Geowissenschaften auf ganz eigene Art gewidmet haben, sondern wagt auch einen Blick in die Historie. Auffällig ist, dass in der überwiegenden Mehrzahl der dokumentierten Kunstwerke, paläontologische Themen dominieren. Sie sind wohl auch das am leichtesten zugängliche Medium zwischen der reinen Wissenschaft und dem Laien und damit hervorragend geeignet, Interesse zu wecken.
Bauons Buch muss als ein winziger Ausschnitt aus einer tatsächlich viel größeren Menge an künstlerisch verarbeiteter Geowissenschaft gesehen werden. Gedacht sei beispielsweise nur an die vielen literarischen Werke im deutschsprachigen Raum, die oft sogar von Geowissenschaftlern stammen (Novalis, Goethe etc.). Auch in der neueren Literatur spielen Geowissenschaftler eine Rolle (z.B. Maya Rasker: Wenn du eine Landschaft wärst). Abgesehen von der recht aufdringlichen und nicht sonderlich ansprechenden Gestaltung von “Geology in Art“, bietet das als Soft- (42,95 EUR) oder Hardcover-Version (54,95 EUR) erhältliche Buch einen spannenden Einblick in die Welt der geowissenschaftlichen Kunst. Ein Werk, das Anregungen bieten kann, den Unterricht an Schulen, die Vorlesungen an Universitäten oder Informationen für den Laien interessanter, zugänglicher und im Verständnis und der Erinnerung nachhaltiger zu gestalten.
Zur Person Andrea Baucon
Andrea Baucon ist von Haus aus Ichnologe, befasst sich also mit Spurenfossilien und ihrer Umwelt. Der sehr umtriebige Geowissenschaftler aus Portugal engagiert sich zudem intensiv in der Öffentlichkeitsarbeit des UNESCO-Geoparks Naturtejo Meseta Meridional. Sein Interesse gilt dabei vor allem der Verbindung von Geowissenschaft und digitalen Medien. So setzte er bereits einen digitalen Exkursions-/Routenführer um, den der interessierte Besucher einfach per Handy im Gelände aufrufen kann. Außerdem kreiert Baucon digitale geowissenschaftliche Animationen.




