Lernen und Experimentieren vor Ort – Das “Klassenzimmer am See” am Stuttgarter Max-Eyth-See

Online seit 20. Dezember 2009 | Von Sabine Keller (ISTE e.V.)

Lernen und Experimentieren vor Ort – das können seit Sommer 2009 Schüler und Kindergartengruppen am Stuttgarter Max-Eyth-See. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Stuttgarts Sozialbürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch eröffneten am 4. Juli 2009 das „Klassenzimmer am See“.

Hier findet regelmäßig Unterricht zu den Themen Wasser, Umwelt und Geologie statt. Das “Klassenzimmer am See” ist ein Teil des Projektes “Der Max-Eyth-See soll sauber werden”, die die Stiftung des Kabarettisten Christoph Sonntag ins Leben rief.

Wir benötigen Rohstoffe
Im “Klassenzimmer am See” brachte der Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE) seine langjährige Erfahrung mit der Konstanzer Ausstellung „steine im fluss“ ein. Das Spiel- und Erlebnisgelände am Bodensee rund um das Thema Stein wurde gemeinsam mit dem Staatlichen Naturkundemuseum Stuttgart gestaltet und wird jedes Jahr von vielen Schulklassen und  Kindergärten besucht. Lehrer und Kinder lernen spielerisch, dass jeder Baden-Württemberger in jeder Stunde durchschnittlich zwei ganze Hände voll Steine benötigt und dieser Bedarf nahezu vollständig aus heimischen Abbaustätten gedeckt werden kann.

Kinder klopfen Ammoniten aus Ölschiefer (Foto: ISTE)

Kinder klopfen Ammoniten aus Ölschiefer (Foto: ISTE)

Diese Botschaften vermittelt die Steine- und Erden-Industrie auch im “Klassenzimmer am See”. Am Max-Eyth-See wird zudem deutlich, wie nach dem Abbau von Rohstoffen neue Lebensräume für Menschen und Tiere geschaffen werden. Der See hat sich zum Paradies für Wanderer, Radfahrer, Angler und Wassersportler entwickelt. Im Wasser und am Ufer leben seltene Tiere und Pflanzen.

Die bedenkliche Wasserqualität des Max-Eyth-Sees ist eine Ausnahme, da Baggerseen meistens aus Grundwasser gespeist werden und deshalb über eine sehr gute Wasserqualität verfügen. Der Stuttgarter Max-Eyth-See wurde hingegen in den dreißiger Jahren als Neckarstausee angelegt und besitzt keine Verbindung zum Grundwasser.

Baustoffe aus dem Land – für das Land
Die “Möblierung” des Klassenzimmers wurde von Mitgliedern des ISTE gespendet. Dabei wurden alle Baustoffgruppen verwendet, die die Steine- und Erden-Industrie in Baden-Württemberg produziert. Das Lehrerpult besteht aus Beton, die Wege aus Jurakalk und die Steinkörbe sind mit Muschelkalk gefüllt.  Aus einem Quellstein aus Cannstatter Travertin fließt frisches Wasser durch einen Flusslauf aus Kies und Sand in den See. Auf dem Klopfplatz können die Kinder aus Ölschiefer Ammoniten freilegen.

Vier Stelen informieren Besucher über das Projekt, die Geschichte des Sees, den Kreislauf des Wassers und den Kreislauf der Steine.

Ohne Steine kein Klassenzimmer am See – Stelen informieren Besucher über Projekt.

Ohne Steine kein Klassenzimmer am See – Stelen informieren Besucher über Projekt.

Viele junge Menschen werden im „Klassenzimmer am See“ lernen, wie spannend Geologie sein kann und wie rohstoffreich unser Land ist. Dafür beteiligt sich der ISTE an der Entwicklung von geeignetem Unterrichtsmaterial und bietet Fortbildungen für Lehrer und Erzieher an.

Das “Klassenzimmer am See” steht für Schulausflüge aus der ganzen Region zur Verfügung. Im Sommer findet dort das “Rudi-Riesel-Familienfest” statt.

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