Das Projekt “Coole Klassen” aus Potsdam ist heute als einer von 365 Orten im “Land der Ideen” ausgezeichnet worden. Die vom AWI herausgegebene Pressemitteilung gibt weitere Informationen:
Die Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung zählt zu den Preisträgern des bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerbs “365 Orte im Land der Ideen”. Conrad Kopsch vom Alfred-Wegener-Institut und die Lehrerin Sabine Motzkus nahmen die Auszeichnung als “Ausgewählter Ort 2010″ heute gemeinsam mit einigen Schülerinnen und Schülern der Krause-Tschetschog-Oberschule Belzig für das Projekt “Coole Klassen Potsdam” entgegen, bei dem Lehrer ihre Schulklassen per Videobotschaft direkt aus der Arktis über aktuelle Polar- und Klimaforschung informieren. Das Projekt wurde von einer unabhängigen Jury aus mehr als 2.200 Bewerbungen als eines von 365 Preisträgern ausgewählt.
“Schüler können per Videokamera, Satellit und Computer Polarforschern bei der Arbeit zuschauen und in direkten Kontakt treten. Hierdurch wird der Unterricht interaktiv und Wissenschaft direkt erfahrbar”, betonte Ira Bartels von der Deutschen Bank in Potsdam als Repräsentantin der Standortinitiative “Deutschland – Land der Ideen” anlässlich der Preisverleihung. “Für die Integration der Polarforschung der ehemaligen DDR ist die Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts zudem ein vorbildliches Beispiel für das Zusammenwachsen von Ost und West.”
Die Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts wurde hierfür zusätzlich mit dem Sonderpreis “Gelebte Einheit” ausgezeichnet. Damit zählt sie zu den zwölf “Ausgewählten Orten”, die anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung als Botschafter für ein Miteinander von Ost und West gewürdigt werden.
“Wissenschaftliches Arbeiten medial direkt in den Unterricht einzubinden – das ist eine Projektidee, mit der ‘Coole Klassen Potsdam’ völlig zu Recht zum ‘Ausgewählten Ort im Land der Ideen’ geworden ist”, so Holger Rupprecht, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg. “Ich hoffe, dass dieses Beispiel Schule macht und zum Vorbild für möglichst viele Kooperationen von Schulen und Forschungseinrichtungen in unserem Land wird.”
Prof. Dr. Hans-Wolfgang Hubberten, Leiter der Forschungsstelle Potsdam, kommentierte die Auszeichnung: “Wir sind sehr stolz, gleich zweifach als ‘Ausgewählter Ort’ im Land der Ideen gewürdigt zu werden. Als Wissenschaftler haben wir ja auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Das war zu Zeiten der Wiedervereinigung nicht anders als heute. Mit unserer Forschung liefern wir wichtige Grundlagen, um besser zu verstehen wie das System Erde auf den Klimawandel reagiert. Und gerade die Arktis verändert sich dramatisch. Deshalb bedeutet es uns sehr viel, wenn wir jungen Menschen deutlich machen können, dass die Polarregionen geografisch zwar weit entfernt sind, die Veränderungen dort sich aber auch auf unser Leben direkt auswirken werden.”
Die besondere Atmosphäre des Projekts “Coole Klassen Potsdam” wurde auch auf der Festveranstaltung demonstriert. Während einer Schaltung ins internationale Forscherdorf Ny Ålesund auf Spitzbergen berichtete Dr. Marcus Schumacher live über seine Arbeit als Leiter der deutsch-französischen Forschungsbasis AWIPEV, zu der auch die Koldewey-Station gehört.



