Vortragsreihe “Öffentliche Wissenschaft: Herausforderung für Universität und Gesellschaft” in Karlsruhe

Online seit 26. April 2010 | Von Lutz Geißler

Die Vortragsreihe “Öffentliche Wissenschaft: Herausforderung für Universität und Gesellschaft” am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wird durch den Geowissenschaftler Prof. Gerold Wefer eröffnet, der sich über mehrere Jahre hinweg für die Popularisierung der (Geo-) Wissenschaften eingesetzt hat und dieses Vorhaben auch weiterhin verfolgt. Wefer spricht über die wachsende Bedeutung der Wissenschaftskommunikation in der Gesellschaft. Die Veranstaltung findet am 29. April 2010 um 18.00 Uhr im NTI-Hörsaal am KIT, Geb. 30.10, Engesserstraße 5, statt. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe gibt folgende Pressemitteilung des KIT:

Professor Gerold Wefer spricht zum Auftakt des Colloquium Fundamentale (Foto: Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM), Universität Bremen)

Professor Gerold Wefer spricht zum Auftakt des Colloquium Fundamentale (Foto: Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM), Universität Bremen)

Veranstaltet vom ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am KIT, beleuchten die Vorträge die moderne Wissensvermittlung in Zeiten der Globalisierung. Angesichts steigender Ausgaben für Wissenschaft und Forschung komme der Wissenschaftskommunikation eine immer größere Bedeutung zu, so der Referent Professor Gerold Wefer. Er plädiert dafür, die Öffentlichkeit verstärkt über die Leistungen und Wertschöpfungen von Forschung und Lehre zu informieren und Forschungsergebnisse öffentlich zugänglich zu machen. Gerold Wefer ist Professor für Allgemeine Geologie mit dem Schwerpunkt Meeresgeologie und seit 2007 Direktor des MARUM, des im Rahmen der Exzellenzinitiative geförderten Zentrums für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. Wefer ist in etlichen nationalen und internationalen Gremien und Wissenschaftsnetzwerken aktiv, beispielsweise als Präsident des Konsortiums Deutsche Meeresforschung und als Mitglied des Senats der Leibniz-Gemeinschaft.

Neben vielen anderen renommierten Auszeichnungen wurde der MARUM-Direktor mit dem Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. Als „Wissenschaftler des Jahres 2006“ der Hansestadt Bremen erhielt er den Unternehmerpreis für Wissenschaftstransfer. Seit 2006 ist er Vorsitzender des Lenkungsausschusses von „Wissenschaft im Dialog“ (WiD).

Der Begriff „Wissenschaftskommunikation“ steht heute sowohl für jegliche Form von Experten-Laien-Kommunikation als auch für den interdisziplinären Austausch zwischen Experten. EU-Projekte im Rahmen der Science in Society (SIS) wie das European Science Parliament und die Gründung der MASIS-Expertengruppe (Monitoring Activities of Science in Society in Europe), sind Zeichen einer stetigen Steigerung der Zugänglichkeit der Wissenschaft und Schritte hin zur „Öffentlichen Wissenschaft“.

Auch im Zuge neuer Kommunikationsmöglichkeiten (Web 2.0) vollzieht sich ein Wandel. Interaktive Plattformen wie Science Blogs oder Open Sharing-Projekte stehen für eine interaktive Wissensvermittlung, die zum Teil ohne institutionelle Unterstützung auskommt und deren Reichweite noch nicht abzuschätzen ist.

Eine Frage, die sich die heutige Wissenschaftskommunikation stellen muss, betrifft die aktive Bürgerpartizipation. Welche Strategien lassen sich in Bezug auf eine Demokratisierung der Wissenschaft verfolgen? Auch diesem Thema widmet sich das Colloquium Fundamentale im diesem Sommersemester.

Weitere Vorträge und Referenten: Am 20. Mai referiert Professor Matthias Kohring vom Institut für Kommunikationswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zum Thema „Vertrauen in Wissenschaft durch Wissenschaftskommunikation?“ Professor Ulrike Felt, Vorsitzende des Instituts für Wissenschaftsforschung der Universität Wien, spricht am 27. Mai über „Die Rolle der Universität in der Wissensgesellschaft“. Die Zusammenarbeit von Universität und Museen ist Thema eines Vortrags am 17. Juni. Es referiert Professor Hartwig Lüdtke, der das TECHNOSEUM in Mannheim leitet (Landesmuseum für Technik und Arbeit Baden-Württemberg). Informationen zu den weiteren Terminen und Themen der Vortragsreihe sind zu finden auf der Homepage des ZAK unter www.zak.kit.edu.

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