Ausstellung “Im Auftrag seiner Majestät. Die Reise des Oberbergrats Friedrich Wilhelm von Reden von Oberschlesien ins Ruhrtal” in Ratingen

Online seit 26. Mai 2010 | Von Lutz Geißler

Aus einer Pressemitteilung des Oberschlesischen Landesmuseums Ratingen:

Die Reise des Oberbergrats Friedrich Wilhelm von Reden von Oberschlesien ins Ruhrtal

Eine Ausstellung in Verbindung mit dem LWL-Industriemuseum, Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur.

Friedrich Wilhelm Graf von Reden hat die industrielle Entwicklung in Oberschlesien sehr gefördert. Geboren wurde er am 23. März 1752 in Hameln. Nach gründlicher Ausbildung im Bergfach und in der Jurisprudenz sowie der obligaten Bildungsreise nach Frankreich und England wurde Reden nach kurzer Tätigkeit in der Hannoveraner Kammer von seinem Onkel, dem preußischen Bergbauminister Friedrich Anton Freiherr von Heynitz, in preußische Dienste berufen. 1779 wurde er zum Direktor des Schlesischen Oberbergamtes ernannt.

Im Jahr 1782 reiste er im Auftrag des preußischen Bergwerksministers auch ins Ruhrtal. Sein Bericht liefert von dort ein detailliertes Situationsbild des Steinkohlebergbaus. Zu dieser Zeit befand sich der Bergbau im Ruhrtal noch in den Anfängen. Schlesien besaß durch Redens Wirken bereits eine höhere technische Entwicklungsstufe.

Bildnis Friedrich Wilhelm Graf von Reden. Fotonachweis: LWL-Industriemuseum, Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur.

Bildnis Friedrich Wilhelm Graf von Reden. Fotonachweis: LWL-Industriemuseum, Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur.

Reden schuf auf der Grundlage des traditionsreichen aber entwicklungsbedürftigen Bergbaus in Oberschlesien in 25 Jahren eine blühende Montanregion. Er sorgte für die Infrastruktur, indem er die Transportwege verbesserte, Wasserstraßen schuf, Bergarbeitersiedlungen bauen ließ, sich um die allgemeine Schulbildung und den bergmännischen Nachwuchs kümmerte. Sein geologischer Spürsinn ließ ihn neue Lagerstätten finden, und seine naturwissenschaftlichen und technischen Kenntnisse erlaubten ihm, sie zu erschließen. Er führte technische Neuerungen ein, z. B. die Gewinnung von Stahl mit Hilfe von Koks (seit 1789) oder 1788 eine englische Dampfmaschine zur Wasserhaltung im Bergbau, die dann in Schlesien nachgebaut wurde.

1786 wurde Reden in Anerkennung seiner Verdienste um den schlesischen Bergbau in den Grafenstand erhoben. 1802 wurde er Nachfolger seines Onkels Friedrich Anton Freiherr von Heynitz als preußischer Bergbauminister und verwaltete dieses Amt bis 1807. Er zog sich auf sein Schloss und Mustergut Buchwald im Riesengebirge zurück, wo er am 3. Juli 1815 starb.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist Redens Beschreibung des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet. Gleichzeitig ruft die Ausstellung die bedeutende Persönlichkeit und das umtriebige Wirken des späteren preußischen Bergwerksministers von Reden in Erinnerung. Modelle aus dem Bergbau, historische Grafiken, Archivalien, Statuetten, Plaketten, ein repräsentatives Teeservices sowie Exponate aus eigenem Bestand sind zu sehen. Redens schlesisches Lebensumfeld mit Wohnsitz auf Schloss Buchwald, heute Bukowiec, am Riesengebirge, wird ebenfalls beleuchtet.

Die Ausstellung ist bis zum 26.9.2010 Dienstag bis Sonntag von 11 – 17 Uhr zu sehen.

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