Gastgeber für das nunmehr 5. Arbeitstreffen der „Steine-in-der-Stadt-Enthusiasten“ waren das LWL-Museum für Naturkunde in Münster sowie der Westfälische Naturwissenschaftliche Verein.
Unter den 40 Teilnehmern befanden sich - dem Anliegen des Arbeitskreises als Mittler zwischen Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit entsprechend – erfreulich mehr Mitstreiter aus der Praxis der Steinbearbeitung /-restaurierung und aus dem Kreis der Bauforscher und Stadtführer. Bemerkenswert war auch, dass mit U. Kaplan ein Lehrer und mit J. Eichler ein Historiker die wichtigen örtlich-inhaltlichen Beiträge präsentierten.

Teilnehmer der 5. Arbeitstagung des "Netzwerks Steine in der Stadt" in Münster.
Die kombinierte Vortrags- und Exkursionsveranstaltung führte dieses Mal auf zwei Routen durch die maßgeblich von den Sandsteinen der Umgebung geprägte Stadt. Dabei waren insbesondere die Zeit- und Materialabhängige Verwendung der regionalen Sandsteine an den Gebäuden ablesbar.
In den Vorträgen wurden durch die westfälischen Teilnehmer U. Kaplan, J. Eichler, E. Speetzen und R. Ebel die regionalen Baugesteine der Stadt Münster, des Münsterlandes, des Teutoburger Waldes und von der Porta Westfalica vorgestellt, mit z. T. völlig neuen und umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen. Auch die anderen Beiträge zu den Baugesteinen der Renaissance in Mecklenburg-Vorpommern (R. Lehr), den Grünsandsteinen von Regensburg (K. Poschlod), den Riff(gesteinen) in der Stadt (J.H. Schroeder), den Natursteinen an ländlichen Bauten in Sachsen (W. Reimer) sowie die Präsentation des Granit-Themendorfes Demitz-Thumitz (H. Domsch) bestachen durch ihre Einzigartigkeit in der Thematik und Bearbeitung.
Der Natursteinführer durch 18 Städte Deutschlands wurde in diesem Kreis vorgestellt und zum Anlass genommen für eine Podiumsdiskussion über Naturstein-Publikationen, bei der es sehr konstruktive Vorschläge zur Herstellung von Naturstein-Führern für unterschiedliche Zielgruppen gab und auch Anregung zur Erarbeitung eines modernen Naturstein-Führers für Kinder und Jugendliche in digitaler Form kam.
In einer weiteren Podiumsdiskussion stand der Erfahrungsaustausch zum „Tag der Steine in der Stadt“ im Mittelpunkt. Es gab Anregungen insbesondere zur besseren Öffentlichkeitswirksamkeit.
Komplettiert wurde die Veranstaltung durch Poster zu Steinen in verschiedenen Städten (Berliner Schloss, Chemnitz, Dresden) und zu verschiedenen Gesteinen (Baumberger Sandsteine in den Niederlanden, Hauzenberger Granit und Sinterkalke von Iserlohn-Letmathe) sowie eine Sinter-Ausstellung von Stephan Marks.
Letzter Höhepunkt und Abschluss waren der Besuch der beiden aktiven Steinbrüche im Baumberger Sandstein und die Besichtigung des überaus sehenswerten Baumberger Sandstein-Museums in Havixbeck.
Die Tagungsunterlagen werden demnächst auf der Internetseite des Netzwerkes einzusehen sein.
Den Veranstaltern sei hiermit gedankt für die engagierte und perfekte Organisation des Treffens.
Übrigens: der nächste „Tag der Steine in der Stadt“ findet um den 23.10.2010 herum statt. Mitstreiter sind immer willkommen!
(Hinweis: dieser Artikel erschien im Original in den Geowissenschaftlichen Mitteilungen “GMit”.)



