RUBRIK | Projektberichte

Via GeoAlpina – neu eröffneter Abschnitt in der Schweiz

Online seit 12. August 2010 | Von Lutz Geißler

Die “Via GeoAlpina” als Teil der “Via Alpina” ist ein länderübergreifendes Projekt zur wandertouristischen Verknüpfung geologischer Besonderheiten der Alpen. Es wurde im Rahmen des Internationalen Jahres des Planeten Erde (IYPE, 2007-2009) begonnen. Mit der Eröffnung eines weiteren Abschnittes der Wanderroute auf Schweizer Boden werden ganz besondere Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Alpen geboten.

Dazu die Pressemitteilung des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport der Schweiz:

Bern, 12.08.2010 – Im Rahmen des Internationalen Jahres des Planeten Erde (IYPE), 2007 ausgerufen dauert es noch bis Ende 2009, haben die Internationale Union der geologischen Wissenschaften (IUGS) und die UNESCO das Projekt «Via GeoAlpina» gestartet. Entlang einer gekennzeichneten Route werden Touristen und Wanderer aller Altersgruppen für die Entstehung unserer Alpenwelt und für die Geheimnisse der Erde sensibilisiert. Sie wird von Institutionen aus den sechs Alpenländern Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Slowenien und Schweiz bearbeitet. Die Schweiz ist durch das Bundesamt für Landestopographie swisstopo, Landesgeologie, und durch die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) vertreten.

Die Via GeoAlpina wird in Zusammenarbeit mit der bereits bestehenden Initiative Via Alpina entwickelt. Auf deren Routen werden alle Länder der Alpenkette – von Triest nach Monaco – entlang von Fusswegen durchquert. (www.via-alpina.org).
Mit Via GeoAlpina wird erstmals ein wissenschaftliches Thema auf der Via Alpina angeboten – vorläufig auf Teilstrecken. Das Ziel ist die Förderung und Verbreitung von Kenntnissen über verschiedene Fachgebiete der Geowissenschaften wie Geologie, Geomorphologie, Hydrologie, Naturgefahren oder die nachhaltige Nutzung der Gesteine.
Geologische Erklärungen zu ausgewählten Landschaftsansichten stehen über verschiedene Medien zur Verfügung: z.B. kostenlos über Internet (bevorzugte Methode), über didaktische Tafeln (eher selten) oder fallweise auch über geführte Wanderungen.
In der Schweiz verläuft die Via GeoAlpina entlang der wichtigen roten und der touristisch besonders bedeutsamen grünen Route der Via Alpina (R59 Pfälzerhütte bis R109 Berghütte Tornay-Bostan, respektive C2 Vaduz bis C13 Adelboden).

Der nun eröffnete Abschnitt (Weisstannen – Elm, Etappe C3, und Elm – Linthal, Etappe C4, der grünen Route der Via Alpina) zeigt einige der weltweit bedeutendsten und schönsten Zeugnisse geologischer Prozesse.

Dieses Segment von ca. 44 km Länge ist der zweite schweizerische Beitrag am internationalen Projekt Via GeoAlpina.

Dieser Abschnitt erlaubt dank einiger Besonderheiten einen einzigartigen Einblick in den geologischen Aufbau der Alpen, von alten Gesteinen des Perms bis zu jungen, unverfestigten Ablagerungen des Quartärs.
Zum Überblick wie auch zur Verbesserung der Information hat swisstopo eine vereinfachte geologische Übersichtskarte erstellt. Sie ist in Berghütten und Fremdenverkehrsbüros entlang der Strecke erhältlich.

Im Jahre 2009 wurden erste Abschnitte im Gebiet der Waadtländer und Walliser Alpen eröffnet (Col de Cou – Anzeindaz, Etappe R106 Anzeindaz bis R109 Berghütte Tornay-Bostan der roten Route der Via Alpina), welche ebenfalls ein bedeutendes geowissenschaftliches und kulturelles Potenzial aufweisen und sich durch aussergewöhnliche landschaftliche Schönheit auszeichnen.

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