Symbiose von Geologie und Musik: Das Ruskin Rocks Projekt

Online seit 23. August 2010 | Von Lutz Geißler

Am 19. August war es soweit: nach über 100 Jahren erklangen in Nordengland ungewöhnliche Töne. Forscher aus den Geo- und den Musikwissenschaften präsentierten das Ergebnis eines mehrjährigen Projekts, das die Erschaffung eines “Lithophons” aus lokalen Gesteinen zum Ziel hatte. Hintergrund der Idee war es, Kinder und Jugendliche auf ungewöhnliche Weise für Musik und die Geologie ihrer Heimat zu interessieren.

John Ruskin ließ sich 1884 eine Art Xylophon aus Gesteinen herstellen, das heute ein Museumsstück ist. Das Ansinnen der Projektleiterin Bobbie Millar von der University of Leeds, ein neues Lithophon aus lokalen Gesteinen unter Anwendung moderner Erkenntnisse sowohl der Geologie als auch der Musikwissenschaft zu bauen, fand breite Unterstützung. Ein großer Mitarbeiterstab, darunter der renommierte Petrologe Prof. Bruce Yardley, konnte mit einem Budget von ca. 250.000 Euro aus dem Vollen schöpfen. Vier metamorphe Gesteine sind letztlich klingender Bestandteil des Instruments geworden, das nach dem Willen der Erbauer sogar Einzug in die Orchestergräben der Welt halten soll.

Bobbie Millar erklärte den Nutzen des Projekts zur Vorstellung des Lithophons am 19. August mit den Worten:

“This project is a great example of bringing together different disciplines to create something that is unusual, exciting and accessible. [...] It is designed to be fun and to make science, music and technology easy to understand.”

Das Ruskin Rocks Projekt ist damit eine ganz ungewöhnliche und deshalb umso wirksamere Art der wissenschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit, die auch in den Medien ihr Ziel nicht verfehlt hat.

Das folgende Video gibt einige Erklärungen zur Funktionsweise des Instruments:

Ruskin Rocks Introduction.

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