grad°wanderung – Ausstellung zum Klimawandel in Stuttgart

Online seit 11. Januar 2011 | Von Michael Rasser

Was haben die berühmten Winterbilder der Breughel-Familie des 16. und 17. Jahrhunderts mit Klimawandel zu tun? Einiges, denn die dargestellten Schlittschuhläufer sind ein guter Beleg für die “Kleine Eiszeit”, welche in Europa zu Seuchen, Kriegen und politischen Umwälzungen geführt hat.

Die "Kleine Eiszeit" in Holland. Zum Eislaufen wurden, wie in Deutschland, Schweineknochen als Kufen verwendet. Wahrscheinlich stammt daher der Begriff "Eisbein" (Jan Brueghel der Jüngere, 1601-1678; Museumslandschaft Hessen Kassel, Gemäldegalerie Alte Meister).

Die "Kleine Eiszeit" in Holland. Zum Eislaufen wurden, wie in Deutschland, Schweineknochen als Kufen verwendet. Wahrscheinlich stammt daher der Begriff "Eisbein" (Jan Brueghel der Jüngere, 1601-1678; Museumslandschaft Hessen Kassel, Gemäldegalerie Alte Meister).

Das Klima trieb also den Menschen an! Treibt heute der Mensch das Klima an? Mit derartigen Verknüpfungen wird dem Besucher die Entstehung und Entwicklung von Klima näher gebracht, beginnend mit der basalen Frage, was denn Klima überhaupt ist und wie das ganze mit der Chaostheorie zusammenhängt. Aber auch die Frage, was der Mensch mit dem Klima der Gegenwart und der Zukunft zu tun hat, wird ausführlich beleuchtet.

Das Thema ist vielfältig und es ist umstritten. Dem trägt das Naturkundemuseum Stuttgart Rechnung, indem es erstmals eine Sonderausstellung gleichzeitig in beiden Häusern, dem Museum am Löwentor und dem Schloss Rosenstein, zeigt:

Klimafaktor Sonne. – Von einem erträglichen Klima ist das Leben auf unserer Erde abhängig. Wichtigste Voraussetzung dafür ist die Sonne. Atmosphäre und Klima, wie wir sie heute kennen, sind undenkbar ohne sie. Aber darüber hinaus gibt es eine Vielzahl anderer astronomischer, geologischer und biologischer Stellschrauben, die das Erdklima über hunderte Jahrmillionen hinweg gesteuert haben, wie die Ausstellung im Museum am Löwentor zeigt.

Zusätzlich zu klassischen Ausstellungsobjekten zeigt das SMNS zahlreiche multimediale Stationen, etwa eine paläogeografische Animation auf einer zwei Meter großen Halbkugel. Sechs stationäre, großteils interaktive, chemische Versuche bringen dem Besucher die Stellschrauben des Klimas näher. Zusätzlich gibt es Versuche in einem Workshopbereich sowie ein betreutes Klimalabor für Schulklassen. (Foto: R. Baumann, SMNS)

Zusätzlich zu klassischen Ausstellungsobjekten zeigt das SMNS zahlreiche multimediale Stationen, etwa eine paläogeografische Animation auf einer zwei Meter großen Halbkugel. Sechs stationäre, großteils interaktive, chemische Versuche bringen dem Besucher die Stellschrauben des Klimas näher. Zusätzlich gibt es Versuche in einem Workshopbereich sowie ein betreutes Klimalabor für Schulklassen. (Foto: R. Baumann, SMNS)

Klimafaktor Mensch. – Seit Beginn der Industrialisierung verbrennt der Mensch Kohle, Gas und Öl, um Energie zu gewinnen. Dabei entstehen größere Mengen des Treibhausgases CO2, welches heute als wesentliche Ursache für den Klimawandel gilt. Die Ausstellung im Schloss Rosenstein zeigt, wie sich unsere Umwelt unter dem Einfluss des Klimawandels verändert. Sie wagt einen Blick in die Zukunft und will Wege aufzeigen, wie wir die Folgen des Klimawandels möglichst gering halten können.

Zu dem Thema erscheint auch ein Sonderheft in den Stuttgarter Beiträgen zur Naturkunde – Serie C, erhältlich über die Emailadresse meike.rech ät smns-bw punkt de.

Die Ausstellung ist vom 28.10.2010 bis 22.05.2011 zu besichtigen.

(Hinweis: dieser Artikel erschien im Original in den Geowissenschaftlichen Mitteilungen “GMit”.)

1 Anmerkungen zu diesem Beitrag

  1. Matthias Geyer schrieb am 11. Januar 2011 um 22:44 Uhr :

    Ein gutes Begleitbuch zu dieser Ausstellung ist meiner Meinung nach: Wolfgang Behringer, Kulturgeschichte des Klimas. Erschienen in der 3. Auflage bei C.H.Beck, München (ISBN 978 3 406 52866 8). Der Autor ist Historiker und belegt zahlreiche unstrittige historische Fakten ebenfalls mit Klimadaten. Auch das oben aufgeführte Brueghel’sche Bild ist natürlich erwähnt.

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