Ein 3,5 km lange „Zeitstrahl-Weg“ verbindet jetzt die Grube Messel mit dem Fossilien- und Heimatmuseum in Messel. Der Weg wurde von der Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Fossilienfundstätte Grube Messel (I.G. Grube Messel) e.V. mit Unterstützung u.a. des Museumsvereins Messel e.V. eingerichtet. Er soll Besucher nicht nur dazu einladen, den Weg von der Welterbestätte zu dem kleinen Museum im Dorfzentrum zu Fuß zurückzulegen, sondern gleichzeitig auch etwas über die Dimensionen von 4.5 Milliarden Jahre Erdgeschichte und zur Entwicklung des Lebens auf der Erde zu erfahren. Bei einer durchschnittlichen Schrittlänge von 70 cm benötigt man für die Wegstrecke ungefähr 5.000 Schritte. Die Länge eines Schritts entspricht etwa 900.000 Jahren. Auf die Erdurzeit entfallen beinahe 4.400 Schritte. Für das Paläozoikum benötigt man rund 330 Schritte. Auf das Mesozoikum entfallen etwa 200 Schritte und das gesamte Känozoikum durchläuft man mit ungefähr 70 Schritten.

Titelseite vom Faltblatt zum Zeitstrahl-Weg
Am Wegrand sind 22 Stelen aus Granit aufgestellt. Auf jeder Stele ist eine Zahl zu lesen. Sie gibt das Alter in Jahren an, das dieser Punkt maßstabgerecht auf dem Weg kennzeichnet. Ferner sind stichwortartig wichtige Ereignisse der Erd- und Lebensgeschichte auf jeder Stele vermerkt. Die Stele, die den Zeitpunkt des Beginns der Erdgeschichte markiert, steht am Messeler Museum. Danach ist bis zu dem Punkt, der 1 Milliarde Jahre vor heute angibt, im Abstand von jeweils knapp 400 m eine Stele errichtet. Diese Distanz entspricht 500 Millionen Jahren Erdgeschichte. In den letzten 545 Millionen Jahren kennzeichnen die Stelen erdgeschichtliche Zeiteinheiten. Auf diesem Teil des Wegs ergeben sich die Abstände zwischen den einzelnen Stelen aus der unterschiedlichen Dauer der verschiedenen Zeiteinheiten. Die Stele, die unsere heutige Zeit symbolisiert, steht vor der Einfahrt zur Grube Messel bzw. zum Besucherzentrum der Welterbe Grube Messel gGmbH. Der Verlauf des Zeitstrahl-Wegs wird entweder durch weiße Fußstapfen oder – auf den Waldwegen – durch rötlichbraunen Belag aus Messeler Ölschiefer-Rückstand markiert.
Auf einem 14-seitigen, farbigen Faltblatt befindet sich u.a. eine erdgeschichtliche Tabelle. Außerdem lassen sich wichtige Informationen zum Weg, zur Entstehung der Grube Messel und einigen Gebäuden, die man rechts und links vom Weg sieht, nachlesen. Es ist für eine Schutzgebühr von 20 Cent bei der IG Grube Messel (Jägertorstr. 207, 64289 Darmstadt) oder im Messeler Museum zu erhalten.

Eine der 22 Stelen am Rand des Zeitstrahl-Wegs. Fußstapfen markieren hier den Wegverlauf. Aufn.: Franz-Jürgen Harms, 3. Okt. 2011
(Hinweis: dieser Artikel erschien im Original in den Geowissenschaftlichen Mitteilungen “GMit”.)




