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	<title>geonetzwerk.org &#187; Gastbeiträge</title>
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	<description>Netzwerk für geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit</description>
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		<title>Das &#8220;Planet Erde Triennium&#8221; &#8211; Eine Standortbestimmung</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 20:33:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz Geißler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[GMit]]></category>
		<category><![CDATA[International Year of Planet Earth]]></category>
		<category><![CDATA[IYPE]]></category>
		<category><![CDATA[Planet Erde]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Res&#252;mee zum Internationalen Jahr des Planeten Erde aus deutscher Sicht. Von Dr. Wolfgang Eder, Dr. Christof Ellger und Dr. Lutz M&#246;ller. Dr. Wolfgang Eder ist europ&#228;ischer Repr&#228;sentant im IYPE-Board und war zuvor u.a. als Direktor der &#8220;Division of Earth Sciences&#8221; bei der UNESCO t&#228;tig. Dr. Christof Ellger arbeitet u.a. als Generalsekret&#228;r der Gesellschaft f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Res&uuml;mee zum Internationalen Jahr des Planeten Erde aus deutscher Sicht. Von Dr. Wolfgang Eder, Dr. Christof Ellger und Dr. Lutz M&ouml;ller.</strong><span id="more-1467"></span></p>
<blockquote style="float: right; width: 180px; font-size: 8pt; margin-left: 10px;"><p><strong>Dr. Wolfgang Eder</strong> ist europ&auml;ischer Repr&auml;sentant im IYPE-Board und war zuvor u.a. als Direktor der &#8220;<a title="Link im gleichen Fenster" href="http://portal.unesco.org/science/en/ev.php-URL_ID=4795&amp;URL_DO=DO_TOPIC&amp;URL_SECTION=201.html" target="_blank">Division of Earth Sciences</a>&#8221; bei der UNESCO t&auml;tig. <strong>Dr. Christof Ellger</strong> arbeitet u.a. als Generalsekret&auml;r der <a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.gfe-berlin.de/" target="_self">Gesellschaft f&uuml;r Erdkunde zu Berlin</a> und f&uuml;hrt die Gesch&auml;fte der <a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.geo-union.de/" target="_blank">GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung</a>. <strong>Dr. Lutz M&ouml;ller</strong> ist Leiter im Fachbereich Wissenschaft, Menschenrechte bei der <a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.unesco.de/" target="_blank">Deutschen UNESCO-Kommission</a> in Bonn.</p></blockquote>
<p><em>Das &#8220;Internationale Jahr des Planeten Erde&#8221; war eine gemeinsame Initiative der Internationalen Union der Geowissenschaften, IUGS, und der UNESCO, der UN-Organisation f&uuml;r Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Das eigentliche &#8220;Jahr&#8221; konzentrierte sich auf 2008, wie es im Dezember 2005 die Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen hatte. Projekte und Veranstaltungen rund um das &#8220;IYPE&#8221; umfassten jedoch den Zeitraum 2007 bis 2009;  einige Vorhaben (national und international) werden als Erbe des IYPE (&#8216;legacy projects of IYPE&#8217;)  &uuml;ber das IYPE &#8220;Planet Erde Triennium&#8221; hinaus wirken.</em></p>
<p><em>Die Tr&auml;gerorganisation des IYPE, die in den USA eingetragene IYPE-Corporation, und ihr in Trondheim beim norwegischen geologischen Dienst angesiedeltes Sekretariat werden Ende Juni 2010 ihre koordinierende und organisatorische Arbeit einstellen.</em></p>
<div id="attachment_1472" class="wp-caption alignleft" style="width: 360px"><em><em><img class="size-full wp-image-1472" title="Logo des &quot;International Year of Planet Earth&quot;" src="http://www.geonetzwerk.org/wp-content/uploads/2010/03/100319_01.jpg" alt="Logo des &quot;International Year of Planet Earth&quot;" width="350" height="200" /></em></em><p class="wp-caption-text">Logo des &quot;International Year of Planet Earth&quot;</p></div>
<p><em>Das IYPE hat sich 2009, in der Auslaufphase des &#8220;IYPE Trienniums 2007 – 2009&#8243;, global stabilisiert &#8211; zum Jahresende 2009 waren 80 Nationalkomitees aktiv. Die Aktivit&auml;ten in Deutschland waren &uuml;berdurchschnittlich, vor allem dank der Unterst&uuml;tzung durch DFG und BMBF. Diese Aktivit&auml;ten und die Zusammenarbeit unter dem Dach der &#8220;GeoUnion&#8221; wurden international gew&uuml;rdigt: Anl&auml;sslich des &#8220;Planet Earth Lisbon Event&#8221; (PELE, November 2009) wurde die Beteiligung Deutschlands am IYPE mit einem Sonderpreis bedacht.  Insgesamt wurden 17 L&auml;nder auf diese Weise ausgezeichnet. </em></p>
<p><em>Trotzdem bleibt festzuhalten, dass es nicht einfach war, deutsche Geowissenschaftler in der Breite f&uuml;r das IYPE zu begeistern und zu mobilisieren. Dies ist wohl vor allem eine Folge des au&szlig;erordentlich erfolgreichen deutschen &#8220;Jahres der Geowissenschaften&#8221; (2002). Neue, eigens f&uuml;r das IYPE geschaffene Vorhaben gab es nur vereinzelt  -  selbstkritisch betrachtet blieb das deutsche Engagement am IYPE somit insgesamt unter Deutschlands M&ouml;glichkeiten. Das folgende Res&uuml;mee bietet einen &Uuml;berblick &uuml;ber die im Kontext des IYPE geschaffenen Strukturen und Ans&auml;tze, die Anlass geben, &uuml;ber einen Follow-Up f&uuml;r das IYPE nachzudenken. </em></p>
<p><em>Derzeit wird beraten, wie die im IYPE geschaffene globale und multidisziplin&auml;re Zusammenarbeit sinnvoll fortzusetzen ist; vor allem sollen die in vielen L&auml;ndern neugeschaffenen Strukturen (Nationalkomitees) genutzt und erhalten werden.  Diskutiert werden die Gr&uuml;ndung eines &#8220;Planet Earth Institute&#8221;, das sich als Stiftung vornehmlich der &Ouml;ffentlichkeitsarbeit widmen soll, und die Einrichtung einer &#8220;Global Geoscience Initiative&#8221;, die die globale Erdsystem-Forschung in den n&auml;chsten Dekaden besser international ausrichten soll.</em></p>
<h2>1. Hintergrund</h2>
<p>Ziel des IYPE-Trienniums war es, zu zeigen, dass die Geowissenschaften einen wichtigen Beitrag daf&uuml;r leisten, unsere Gesellschaft nachhaltig ges&uuml;nder und auch wirtschaftlich erfolgreicher zu gestalten. Ein weiteres Ziel war es, Geowissenschaftler und ihre Fachinstitutionen zu gewinnen, um die breite &Ouml;ffentlichkeit, Sch&uuml;ler und Erwachsene besser &uuml;ber vorhandenes Geo-Wissen zu informieren – vor allem Politiker und andere Entscheidungstr&auml;ger sollten &uuml;berzeugt werden, das immense bereits vorhandene Wissen effizienter zu nutzen.</p>
<p>Das Bundesministerium f&uuml;r Bildung und Forschung (BMBF) hat das f&uuml;r das deutsche &#8220;Jahr der Geowissenschaften&#8221; 2002 geschaffene Logo &#8220;Planet Erde&#8221; dem IYPE zur Verf&uuml;gung gestellt. Das werbewirksame Logo mit dem Untertitel &#8220;Erdwissenschaften zum Nutzen der Menschheit&#8221; hat als &#8220;Markenzeichen&#8221; entscheidend zum Erfolg des IYPE beigetragen.</p>
<p>Der US-Amerikaner Larry Woodfork steht noch bis Juni 2010 dem &#8220;International Board&#8221; vor. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrender Direktor der &#8220;Corporation&#8221; und des IYPE-Sekretariats ist der fr&uuml;here Pr&auml;sident der IUGS, der Niederl&auml;nder Eduardo de Mulder. Der ehemalige Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats des IGCP, der Brite Edward Derbyshire, betreute bis November 2007 die IYPE-Forschungsprogramme, seit Dezember 2007 hat diese Aufgabe Sospeter Muhongo, Tansania, ehemaliger Vorsitzender des IGCP-Board und aktueller ICSU-Direktor Afrikas &uuml;bernommen. Die &Ouml;ffentlichkeitsarbeit koordinierte bis zum Jahresende 2008 Ted Nield aus London, dem 2009 Phil Manning aus Nottingham nachfolgte.</p>
<p>Im Rahmen des IYPE sind im Zeitraum von 2007 bis 2009 international staatliche und private Sponsorengelder in H&ouml;he von etwa 5 Millionen US-Dollar eingeworben worden. Sie wurden f&uuml;r ausgew&auml;hlte Forschungs- und Publikations-Projekte und vor allem f&uuml;r Management und &Ouml;ffentlichkeitsarbeit eingesetzt.</p>
<p>Forschung und &Ouml;ffentlichkeitsarbeit im Rahmen des IYPE gruppierten sich global um zehn Themen, auf die man sich aufgrund ihrer Bedeutung f&uuml;r die Gesellschaft und aufgrund des interdisziplin&auml;ren Charakters geeinigt hatte:<br />
Grundwasser &#8211; Naturkatastrophen &#8211; Erde und Gesundheit &#8211; Klima und Globaler Wandel &#8211; Rohstoffe und Energie &#8211; Megast&auml;dte &#8211; Tiefe Erde &#8211; Ozean &#8211; Boden &#8211; Erde und Leben</p>
<p>Zu allen zehn Themen stehen noch auf der Website des IYPE &#8220;<a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.yearofplanetearth.org" target="_blank">www.yearofplanetearth.org</a>&#8221; Brosch&uuml;ren im pdf-Format zur Verf&uuml;gung. Alle Themen werden in einer Buch-Reihe behandelt, die im Heidelberger Springer Verlag erscheint; die B&auml;nde &#8220;Tiefe Erde&#8221; und &#8220;Naturkatastrophen&#8221; sind 2009 erschienen, die anderen acht sollen 2010 folgen.</p>
<h2>2. Ausgew&auml;hlte internationale Projekte im Rahmen des IYPE (2007 – 2009)</h2>
<ul>
<li>Offizieller Auftakt des Trienniums Januar 2007: Der Start von 4.567 Luftballons in London repr&auml;sentierte 4,567 Milliarden Jahre Erdgeschichte. &Auml;hnliche Veranstaltungen fanden in Indien und Brasilien statt.</li>
<li>Die offizielle Er&ouml;ffnungsveranstaltung des IYPE selbst fand am 12./13. Februar 2008 am Pariser Sitz der UNESCO statt – DVD, Geo-Song und Informationen sind auf der web-site verf&uuml;gbar.</li>
<li>Am 23./24. April 2008 fand die lateinamerikanische IYPE-Auftaktveranstaltung in Brasilia statt.</li>
<li>Am 22./23. Mai 2008 folgte im tansanischen Arusha die afrikanische Auftaktveranstaltung.</li>
<li>In Arusha wurde 2008 die <a title="Link im gleichen Fenster" href="http://portal.unesco.org/science/en/ev.php-URL_ID=7669&amp;URL_DO=DO_TOPIC&amp;URL_SECTION=201.html" target="_blank">Earth Sciences Education Initiative</a> der <a title="Link im gleichen Fenster" href="http://portal.unesco.org/science/en/ev.php-URL_ID=4795&amp;URL_DO=DO_TOPIC&amp;URL_SECTION=201.html" target="_blank">UNESCO</a> gestartet.</li>
<li>Das Projekt &#8220;<a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.onegeology.org/" target="_blank">One Geology</a>&#8221; ist eine digitale geologische Weltkarte im Ma&szlig;stab 1:1 Million, publiziert von der CGMW, den britischen geologischen Diensten und der BGR Hannover. Der offizielle Start wurde mit dem 33. Weltkongress der Geologen in Oslo, August 2008, verbunden und hat mittlerweile mehr als 130 Staaten mobilisiert.</li>
<li>In den &#8220;Alpen-Geotraversen&#8221; (<a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.viageoalpina.org/" target="_blank">ViaGeoAlpina</a>) kooperieren seit 2008-2009 unter anderem Frankreich, die Schweiz, Italien, &Ouml;sterreich, Deutschland und Slowenien.</li>
<li>In den USA, in Spanien und Kanada starteten neue TV-Dokumentationen &uuml;ber Geowissenschaften (&#8220;<a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.agiweb.org/pubs/pubdetail.html?item=670110" target="_blank">Faces of Earth</a>&#8220;, AGI-USA).</li>
<li>In China kam eine Sinfonie mit dem Titel &#8220;Planet Erde&#8221; zur Urauff&uuml;hrung.</li>
<li>In Portugal wurde ein &#8220;Fado Song&#8221; zum IYPE komponiert.</li>
<li>Der Wiener Opernball im Jahr 2008 fand unter dem Logo &#8220;Planet Erde&#8221; statt.</li>
<li>100.000 Exemplare des Buches &#8220;Planet Erde und Partner&#8221; wurden 2008 gedruckt und kostenlos verteilt; eine zweite Auflage folgte 2009, eine dritte folgt 2010.</li>
<li>Internationale Konferenz &#8220;IGY+50” der vier Geo-Jahre (IYPE; Polar Year IPY; Electronic Geophysical Year eGY; Heliophysical Year IHY) in Tsukuba, Japan (10.-13. November 2008); Abfassung einer Deklaration.</li>
<li>&#8220;International Conference on Disaster Risk Reduction”, Davos, Schweiz (Ende August 2008).</li>
<li>Der im vierj&auml;hrigen Turnus abgehaltene Internationale Geologenkongress fand im August 2008 in Oslo mit starker Beteiligung des IYPE statt (33rd IGC).</li>
<li>Kongress der International Geographical Union (IGU, Tunis, August 2008).</li>
<li>Kongress der American Geophysical Union (AGU, Fall Meeting, Dezember 2009).</li>
<li>Kongresse der Geological Society of America (GSA, Houston, Oktober 2008, Portland, Oktober 2009).</li>
<li>Erstmals fand Ende Oktober 2009 in China eine Weltkonferenz &#8220;Junger Geowissenschaftler&#8221; (Young Earth Scientists, YES) statt.</li>
<li>Der Springer-Verlag publiziert seit 2009 zehn wissenschaftliche B&uuml;cher zu den Themen des IYPE.</li>
<li>Vom Londoner Nature-Verlag wurde 2008 die neue wissenschaftliche Zeitschrift &#8220;Nature Geoscience&#8221; an den Start gebracht.</li>
<li>Der Springer-Verlag startete 2009 mit &#8220;<a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.springerlink.de/content/121311/?p=2c303040a9da40a7b9e48a06f856ceae&amp;pi=0" target="_self">Geoheritage</a>&#8221; eine neue wissenschaftliche Zeitschrift und plant komplement&auml;r die Herausgabe einer Buchreihe &#8220;Geoparks of the World – Development and Management&#8221;.</li>
<li>Neue Karten von ausgew&auml;hlten Regionen und der Welt wurden vorgestellt, die metallogenetische, geologische und kinematische Eigenschaften des Planeten dokumentieren.</li>
<li>Zu &#8220;Medizinischen Geowissenschaften&#8221; (IAMG) wurde ein Kriterienkatalog erarbeitet und vorgestellt.</li>
<li>Die Vereinten Nationen (sowie Portugal, Spanien, Irland und Costa Rica) gaben Briefmarken zum IYPE heraus und Australien und die Schweiz legten eigens M&uuml;nzen auf.</li>
<li>Anl&auml;sslich der Olympischen Spiele 2008 in Peking wurde auf das &#8220;IYPE&#8221; aufmerksam gemacht.</li>
<li>80 IYPE National-Komitees agierten 2009.</li>
<li>Dutzende Projekte weltweit f&uuml;hrten zu neuen CD-ROMs und k&uuml;nstlerischen sowie thematischen Ausstellungen (Niederlande, USA, &Ouml;sterreich, Deutschland, Iran, Kanada u.a.)</li>
<li>&#8220;Geo-Z&uuml;ge&#8221;, -Busse, -Schiffe und –Lastwagen tourten durch Indien, &Ouml;sterreich, die Niederlande und Belgien.</li>
<li>&#8220;Geologie und Wein&#8221;-Exkursionen erm&ouml;glichten auch wissenschaftlichen Laien in Frankreich, Italien und Australien neue Einblicke in die Geowissenschaften.</li>
<li>Geo-Ausbildungs-Kurse f&uuml;r Journalisten und Lehrer fanden in England und Tansania statt (&#8220;Earthlearning&#8221; durch IGEO, UK).</li>
<li>Ausstellungen in fast allen IYPE-L&auml;ndern, Rockmusik-Konzerte (Norwegen), Wahlen zum &#8220;Gestein des Jahres&#8221; oder &#8220;Fossil des Jahres&#8221; (Norwegen, Deutschland).</li>
<li>Die 3. UNESCO Geoparks-Konferenz wurde im Juni 2008 vom Geopark &#8220;TerraVita&#8221; in Osnabr&uuml;ck durchgef&uuml;hrt, die vierte wird im April 2010 auf der Insel Langkawi in Malaysia stattfinden.</li>
<li>Neue Geoparks wurden 2008 etabliert (Australien, Iran, Deutschland u.a.), weitere folgten 2009 (Japan, China u.a.).</li>
<li>Die &#8220;1. Geotourismus-Konferenz&#8221; fand im August 2008 in Australien statt, die zweite wird im April 2010 in Malaysia organisiert.</li>
<li>Das &#8220;1st World Landslide Forum&#8221; wurde im November 2008 in Tokio organisiert.</li>
<li>M&uuml;nchen: 6th EUREGEO, &#8220;European Congress on Regional Geoscientific Cartography”, 9.-12. Juni 2009.</li>
<li>Castellanetta-Marina, Italien: XIV. International Clay Conference, 14.-20. Juni 2009.</li>
<li>Sopron, Ungarn: 11th IAGA Scientific Assembly, 23.-30. August 2009.</li>
<li>Buenos Aires: International Association of Geodesy, General Assembly, 31. Aug. – 4. Sept. 2009.</li>
<li>Kanpur, Indien: &#8220;Earth System Processes&#8221;, Konferenz, 15.-17. September 2009.</li>
<li>Leipzig: Internationale Konferenz &#8220;Megacities&#8221;, 7.-10. September 2009</li>
<li>Lissabon: &#8220;Planet Earth Lisbon Event&#8221;, globale politische Abschlu&szlig;veranstaltung des IYPE, 18.-22. November 2009.</li>
</ul>
<p>Folgende ausgew&auml;hlte Konferenzen mit IYPE-Bezug finden noch 2010 statt:</p>
<ul>
<li>Wien: EGU-General Assembly, 2.-7. Mai 2010</li>
<li>Potsdam: EFG-Jahrestagung der &#8216;European Federation of Geoscientists&#8217;, 27.-30. Mai 2010</li>
<li>Tel Aviv: IGU Regional Conference, 12.-16. Juni 2010</li>
<li>N&ouml;rdlingen: Ries-Symposium, 25.-27. Juni 2010</li>
<li>Darmstadt, Frankfurt: <a title="Link im gleichen Fenster" href="http://geodarmstadt2010.de/" target="_blank">DGG-GV-Konferenz</a>, 10.-13.Oktober 2010</li>
</ul>
<h2>3. Ausgew&auml;hlte IYPE Projekte in Deutschland</h2>
<p>Viele Mitstreiter konnten in Deutschland aus Wissenschaft, Politik und Fachorganisationen f&uuml;r eine Mitwirkung am IYPE gewonnen werden. Zus&auml;tzlich zu den im Lenkungsausschuss aktiven Personen (s.u.) und ihren Institutionen beteiligten sich am IYPE die in der GeoUnion zusammengeschlossenen Gesellschaften (GV, DGG, Pal. Ges., D.Geoph.Ges. D.Ges.Bodenkunde, DMG, D.Geogr.Ges. u.a.), und viele weitere Einrichtungen. Beispiele f&uuml;r solche weitere Partner sind: die BMBF-DFG Initiative &#8220;Geotechnologien&#8221;, der Berufsverband Deutscher Geowissenschafler (BDG e.V), die Akademie f&uuml;r Geowissenschaften zu Hannover e.V., das Naturkunde-Museum Coburg, die nationalen Geoparks Deutschlands, die deutschen Naturkundemuseen in Frankfurt, Berlin und Stuttgart, Universit&auml;ten wie die TU Berlin oder die Universit&auml;t Halle-Wittenberg, die universit&auml;ren GeoZentren in Bremen, G&ouml;ttingen, Frankfurt, Kiel, Bonn und M&uuml;nchen, der Springer-Verlag, Heidelberg, oder die M&uuml;nchner R&uuml;ckversicherung.</p>
<p>Im Folgenden sind einige ma&szlig;geblich von deutschen Geowissenschaftlern getragene Vorhaben aus den Jahren 2008 und 2009 aufgef&uuml;hrt, die unter dem Banner oder in Abstimmung mit dem IYPE durchgef&uuml;hrt worden sind:</p>
<ul>
<li><strong>Deutsche IYPE-Auftaktveranstaltung &#8220;System Erde – Mensch …&#8221;</strong> (12.-13. Juni 2008, Berlin, DFG-Geokommission, GeoUnion)</li>
<li><strong>&#8220;Klima im System Erde&#8221;</strong> (GFZ, AWI, Forschungsinstitut Senckenberg), Berlin, 2.-3. November 2009</li>
<li><strong>Tag der Vereinten Nationen, &#8220;Geowissenschaften&#8221;</strong>, Bonn, 24./25. Oktober 2008</li>
<li><strong>Internationale Biodiversit&auml;ts-Konferenz</strong> (Bonn, 21. Mai 2008, V. Mosbrugger, H.-J. K&uuml;mpel)</li>
<li><strong>Ausgew&auml;hlte Geo-Konferenzen und Tagungen:</strong> Deutsche Geophysikalische Gesellschaft (Freiberg, M&auml;rz 2008; Kiel, 2009); Geotop-Tagungen  (K&ouml;nigslutter, Mai 2008; Cottbus, Mai 2009); Pal&auml;ontologische Gesellschaft (Erlangen, September 2008, Bonn, Oktober 2009);  &#8220;Geo 2008&#8243; (DGG, GV, Aachen, Oktober.2008); DGG, Dresden, Oktober 2009; GV, G&ouml;ttingen, Oktober 2009;  Dt. Ges. f&uuml;r Geothermie (Karlsruhe, November 2008); Mineralog. Ges. (Aachen, M&auml;rz 2008; Berlin, September 2008); Dt. Ges. f&uuml;r Polarforschung (M&uuml;nster, M&auml;rz 2008); &#8220;Geoinformation&#8221; (Hamburg, April 2008); &#8220;Risika&#8221; (Karlsruhe, April 2008); Kartographie (Oldenburg, April 2008); &#8220;Historische Geographie&#8221; (Stuttgart, Mai 2008); &#8220;Geoprozesse&#8221; (Halle, 2008); &#8220;Pal&auml;obotanik&#8221; (Bonn, September 2008); &#8220;Geobiologie, Kalkowsky-Symposium (G&ouml;ttingen, Oktober 2008); &#8220;Geotechnologien&#8221;; &#8220;Permafrost&#8221;; &#8220;Geomorphologie&#8221;</li>
<li><strong>Regionale Konferenzen zu IYPE-Themen:</strong> &#8220;Megacities&#8221; (Berlin, K&ouml;ln, Leipzig 2008, 2009); &#8220;Boden&#8221; (Wien, 2008); Grundwasser (G&ouml;ttingen, Mai 2008); Rohstoffe (Hannover, 07.11.08); &#8220;Risk and Planet Earth&#8221; (Leipzig, 2.-4. M&auml;rz 2009)</li>
<li><strong>Universit&auml;ts-Vortragsreihen:</strong> &#8220;Frontiers in Earth Sciences&#8221; (Geozentrum M&uuml;nchen, April &#8211; Juli 2008); Universit&auml;t Halle-Wittenberg (April – Dezember 2008); Universit&auml;t Frankfurt &#8220;Der blaue Planet in unserer Hand&#8221; (Oktober 2008 bis Februar 2009); &#8220;Water and Hazards&#8221; (Univ. Passau, Februar 2008); Volkshochschule Osnabr&uuml;ck, Vortragsreihe &#8220;Dritte Welt, Umwelt und Entwicklung&#8221; (Mai-Juli 2008)</li>
<li><strong>Ausgew&auml;hlte Forschungsprojekte: </strong>
<ul>
<li>Brazilian Soil Geochemistry Transects (TU Freiberg, J. Matschullat und Partner)</li>
<li>Internet-Plattform &#8220;Geological 3D-Modelling” (Uni Halle-Wittenberg, P. Wycisk und Partner)</li>
</ul>
</li>
<li><strong>Ausstellungen: </strong>
<ul>
<li> Internationales Jahr der Riffe 2008: Ausstellungen, Konferenzen in Zusammenarbeit mit der Pal&auml;ontologischen Gesellschaft (Berlin, Museum f&uuml;r Naturkunde, 2008);</li>
<li> Wanderausstellung IGCP und IYPE:  Forschungsinstitut und Museum Senckenberg, Frankfurt, Okt. 2008-2009)</li>
<li>Wanderausstellung &#8220;Unruhige Erde&#8221;, Geotechnologien (u.a. Frankfurt, M&uuml;nster, Bremen, M&uuml;nchen, Bonn, Berlin, Vulkaneifel, Karlsruhe, 2006 – 2008 &#8211; 2009);</li>
<li>Regionalgeologische Ausstellung, T&uuml;chersfeld (Fr&auml;nkische Alb);</li>
<li>weitere Ausstellungen zu &#8220;Klima&#8221;, &#8220;Polarregionen&#8221;: AWI-Bremerhaven, Marum-Bremen, IfM-GEOMAR, Kiel; &#8220;Leben – eine Zeitreise&#8221; (Chemnitz, bis M&auml;rz 2008);</li>
</ul>
</li>
<li><strong>3. Weltkonferenz des &#8220;Global National Geoparks Network&#8221; der UNESCO</strong>, Osnabr&uuml;ck, 22.-26.06.2008</li>
<li><strong>Internationale Festveranstaltung &#8220;50 Jahre BGR&#8221;</strong>, (Hannover, 25. November 2008)</li>
<li><strong>Veranstaltungen f&uuml;r die breite &Ouml;ffentlichkeit, Sch&uuml;ler und Kinder </strong>
<ul>
<li>&#8220;Sch&uuml;ler und Geoparks&#8221; (TerraVita, Osnabr&uuml;ck, 2007-2008)</li>
<li>&#8220;Geo-Preis der Stadt Coburg (Naturkunde-Museum Coburg, 30. M&auml;rz 2008)</li>
<li>&#8220;Gestein des Jahres&#8221; (BDG); &#8220;Fossil des Jahres&#8221; (Pal. Ges.), &#8220;Boden des Jahres&#8221;  (Entwurfstadium)</li>
<li>&#8220;Impakt-Strukturen: N&ouml;rdlinger Ries (Museum Geopark N&ouml;rdlingen)</li>
<li>&#8220;Geo-trail: Stadt, Land, Fluss&#8221; (Geo-Agentur, Univ. Frankfurt, 2007-2009)</li>
<li>&#8220;Tag des Geotops&#8221; (21. September 2008, 20. September 2009)</li>
<li>&#8220;Tag der Steine in der Stadt&#8221; (18. Oktober 2008, 16.-18. Oktober 2009, Berlin, Bonn, M&uuml;nchen etc.)</li>
<li>Poster &#8220;Erdwissenschaften im t&auml;glichen Leben&#8221;, 2007-2009 (Freiberg)</li>
<li>Kinderakademie Fulda &#8220;Sommer der Geowissenschaften&#8221; (in Kooperation mit der Universit&auml;t Frankfurt, Juli 2008)</li>
<li>BMBF &#8220;Den Geowissenschaften auf der Spur &#8211; planeterde&#8221;</li>
<li>BMBF &#8220;GeoForschung unplugged&#8221;, Video Wettbewerb</li>
<li>Tag(e) der &#8220;Offenen T&uuml;r&#8221; f&uuml;r Geologie, Pal&auml;ontologie, Mineralogie (zahlreiche Universit&auml;tren und Museen) – &#8220;Lange Nacht der Museen&#8221;</li>
</ul>
</li>
</ul>
<h2>4. Koordinierung von IYPE-Aktivit&auml;ten in Deutschland</h2>
<p>Die ehrgeizigen Zielsetzungen des IYPE-Trienniums sind – mit unterschiedlichem Einsatz und Erfolg – durch weltweit 80 Nationalkomitees umgesetzt worden. Diese Komitees fungierten als jeweilige nationale &#8220;Lobby f&uuml;r die Geowissenschaften&#8221; und halfen, nationale Aktivit&auml;ten in den internationalen Rahmen einzubinden. Nationalkomitees waren daher die wichtigsten Strukturen im Rahmen des &#8220;IYPE&#8221;, um Aktivit&auml;ten in der nationalen oder lokalen &Ouml;ffentlichkeit und Politik zielgruppengerecht voranzutreiben und darzustellen.</p>
<p>Das Deutsche Nationalkomitee der IUGS hatte auf seiner Sitzung im Februar 2006 die Bildung einer deutschen IYPE-Arbeitsgruppe vorgeschlagen. Auf Anregung und unter Federf&uuml;hrung der GeoUnion/Alfred-Wegener-Stiftung wurde deshalb ein deutscher &#8220;IYPE-Lenkungsausschuss&#8221; ins Leben gerufen. Er fungierte als Nationalkomitee, das die deutschen Aktivit&auml;ten zum Internationalen Jahr des Planeten Erde stimulieren, strukturieren und koordinieren sollte.</p>
<p>Der IYPE-Lenkungsausschuss der GeoUnion wurde und wird von deren Pr&auml;sidenten Prof. Rolf Emmermann geleitet. Im Lenkungsausschuss der GeoUnion beteiligten sich in den Jahren von 2007 bis 2009 folgende Personen:</p>
<p><strong>Vorsitz:</strong> Rolf Emmermann (Pr&auml;sident GeoUnion, GFZ-Potsdam)<br />
<strong>Sekret&auml;r:</strong> Christof Ellger (Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer GeoUnion, Berlin)<br />
<strong>Schnittstelle zum Internationalen Vorstand des IYPE:</strong> Wolfgang Eder (DNK-IUGS, M&uuml;nchen)</p>
<ul>
<li> Gerold Wefer   (Marum, WiD, DFG-Geokommission, Bremen), Vertretung: Frank Schmieder</li>
<li> Frauke Kraas (Geographie, K&ouml;ln), Vertretung: Hans-Rudolf Bork (Kiel)</li>
<li> Cornelia Gl&auml;&szlig;er (Photogrammetrie, Halle)</li>
<li> Gerd Tetzlaff (Meteorologie, Leipzig)</li>
<li> J&ouml;rn Thiede, Karin Lochte, Margarete Pauls (AWI-Bremerhaven)</li>
<li> Hans-Joachim K&uuml;mpel (Pr&auml;sident, BGR-Hannover), Vertretung: Volker Steinbach, Wilhelm Struckmeier (alle BGR)</li>
<li> Dietmar Gr&uuml;nreich (Pr&auml;sident BKG, Frankfurt), Vertretung: Andreas Busch, Anke Schwarzer</li>
<li> Peter Herzig (Direktor IfM-GEOMAR-Kiel), Vertretung: Nicole Schmidt</li>
<li> Reinhold Leinfelder (Generaldirektor Museum Naturkunde, Berlin)</li>
<li> Volker Mosbrugger (DFG-Geokommission, Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt)</li>
<li> Gabriele Broll (Bodenkunde, Vechta)</li>
<li> Reinhard Dietrich (Geod&auml;sie, Dresden)</li>
<li> Jes Rust (Pal&auml;ontologie, Bonn)</li>
<li> Harald Frater (MMCD Multimedia, D&uuml;sseldorf)</li>
<li> Lutz M&ouml;ller (Deutsche UNESCO Kommission)</li>
<li> Lutz Gei&szlig;ler (Vertreter der geowissenschaftlichen Studenten, Freiberg)</li>
</ul>
<p>Der IYPE-Lenkungsausschuss hat sich mit BMBF und Deutscher Forschungsgemeinschaft beraten.</p>
<p>Als wichtiger Beitrag aus Deutschland ist vor allem aber festzuhalten, dass die guten Erfahrungen hierzulande im &#8220;Jahr der Geowissenschaften&#8221; unter der Federf&uuml;hrung des BMBF und der GeoUnion/Alfred-Wegener-Stiftung erst einmal entscheidend dazu beitrugen, dass die Initiative f&uuml;r das IYPE fr&uuml;h viele Unterst&uuml;tzer international fand. Die in Deutschland mit Blick auf die breite &Ouml;ffentlichkeit durchgef&uuml;hrten Aktivit&auml;ten der geowissenschaftlichen Fachgesellschaften, der geologischen &Auml;mter, der Universit&auml;ten, der staatlichen und der industriellen Forschungseinrichtungen haben das Image der Geowissenschaften langfristig wirksam positiv beeinflusst. Daher hat auch das Ausw&auml;rtige Amt bei aller Skepsis angesichts einer Flut &#8220;Internationaler Jahre&#8221; die Initiative f&uuml;r das IYPE in den UN-Gremien unterst&uuml;tzt.</p>
<p>Zahlreiche deutsche Geowissenschaftler und Fachinstitutionen haben sich ma&szlig;geblich an der Konzeption, Formulierung und Finanzierung der zehn Brosch&uuml;ren f&uuml;r die Themen des IYPE beteiligt. Sechs deutsche Geoforscher waren in den &#8220;Science Implementation Teams&#8221; (SITs) vertreten und sind an der Herausgabe der im Springer-Verlag seit 2009 erscheinenden IYPE-Themenb&auml;nde beteiligt.</p>
<h2>5. Perspektiven</h2>
<p>Bereits seit 2008 wird &uuml;ber eine potentielle globale Nachfolge-Aktion zum IYPE nachgedacht. Auf dem 33. Internationalen Geologen-Kongresses in Oslo im August 2008 hat das IYPE-Board den Direktor des britischen geologischen Dienstes Dr. John Ludden gebeten, mit einer Arbeitsgruppe bis zum Jahresende 2008 ein Arbeitspapier &uuml;ber eine m&ouml;gliche Fortsetzung der im IYPE begonnenen internationalen, multidisziplin&auml;ren Zusammenarbeit zu erstellen.</p>
<p>Im November 2008 fand in Tsukuba, Japan, eine internationale Konferenz &#8220;IGY+50&#8243; in Erinnerung an das Internationale Geophysikalische Jahr 1957/58 statt, auf der einvernehmlich festgehalten wurde, dass es w&uuml;nschenswert sei, die 2008 begonnene Zusammenarbeit von vier internationalen &#8220;Geo-Jahren&#8221; (Polar-Jahr (IPY), Geophysikalische Jahre (eGY und IHY) und IYPE) fortzusetzen. Eine Deklaration betonte, dass gro&szlig;e Bereitschaft f&uuml;r weitere gemeinsame Aktionen besteht und ICSU als globaler Wissenschafts-Dachverband einbezogen werden sollte. ICSU, aber auch DFG und BMBF haben schon 2008 Interesse an derartigen &Uuml;berlegungen ge&auml;u&szlig;ert und die Unterst&uuml;tzung f&uuml;r ein potentielles GeoProgramms &#8220;Earth Sciences for Society&#8221;  oder &#8220;Planet Earth 2020&#8243; signalisiert.</p>
<p>In die Planungen sollen auch Vertreter der Astronomie einbezogen werden, die 2009 seitens der Vereinten Nationen durch das  &#8220;International Year of Astronomy&#8221; im Mittelpunkt stand.</p>
<p>Die &Uuml;berlegungen f&uuml;r ein Follow-Up zum IYPE reiften 2009 auf Treffen in London, Paris, Wien, Portland, Lissabon und San Francisco (&#8220;Do not lose momentum from IYPE&#8221;). Prof. H.-J. K&uuml;mpel, Pr&auml;sident der BGR und Vize-Pr&auml;sident der GeoUnion, sprach sich als Vertreter des Deutschen IYPE-Lenkungsausschusses in Lissabon f&uuml;r eine st&auml;rkere Ausrichtung der Erdsystem-Forschung auch im Hinblick auf den internationalen geopolitischen Bereich aus.</p>
<p>In San Francisco wurde in Anwesenheit des Vorsitzenden der DFG-Geokommission, Prof. G. Wefer, vorgeschlagen, neben einem (vornehmlich auf &#8220;Outreach&#8221; zielenden) &#8220;Planet Earth Institute&#8221; weitere Vorschl&auml;ge (z.B. die Einrichtung einer &#8221; Global Geoscience Initiative&#8221;) auszuarbeiten. Eine informelle internationale Arbeitsgruppe soll noch vor Treffen von IGCP, IUGS und UNESCO Mitte Februar 2010 in Paris Vorschl&auml;ge ausarbeiten, die im Mai 2010 anl&auml;&szlig;lich der EGU-Tagung in Wien pr&auml;sentiert werden sollen. In Abstimmung zwischen BMBF, DFG,  Geokommission, Geo-Union, den Geo-Forschungsinstitutionen und BGR k&ouml;nnten relevante deutsche Beitr&auml;ge einflie&szlig;en.</p>
<h2>Kontakte</h2>
<p>Weitere Informationen &uuml;ber internationale und deutsche IYPE-Aktivit&auml;ten, einschl&auml;gige Ver&ouml;ffentlichungen oder Presse-Kontakte sind &uuml;ber die folgenden Websites zu bekommen:</p>
<p><a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.yearofplanetearth.org" target="_blank">www.yearofplanetearth.org</a><br />
<a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.unesco.de/iype2008.html" target="_blank">www.unesco.de/iype2008.html</a> und <a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.unesco.de/2076.html" target="_blank">www.unesco.de/2076.html</a><br />
<a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.geo-union.de/html/termine.html" target="_blank">www.geo-union.de/html/termine.html</a><br />
<a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.planet-erde.de" target="_blank">www.planet-erde.de</a><br />
<a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.scinexx.de" target="_blank">www.scinexx.de</a><br />
<a title="Link im gleichen Fenster" href="http://www.geokommission.de" target="_blank">www.geokommission.de</a></p>
<p><strong>Pers&ouml;nliche Verbindung kann auch aufgenommen werden zu:</strong></p>
<ul>
<li>Prof. Dr. Rolf Emmermann, Pr&auml;sident, GeoUnion/AWS, Potsdam: <a href="mailto:emmermann@gfz-potsdam.de">emmermann@gfz-potsdam.de</a></li>
<li>Dr. Christoff Ellger, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer GeoUnion/AWS, Berlin: <a href="mailto:christof.ellger@gfe-berlin.de">christof.ellger@gfe-berlin.de</a></li>
<li>Dr. F. Wolfgang Eder, Schnittstelle f&uuml;r das IYPE zwischen internationaler und nationaler Ebene, c/o: Geologie, Universit&auml;t M&uuml;nchen: <a href="mailto:w.eder-geo@iaag.geo.uni-muenchen.de">w.eder-geo@iaag.geo.uni-muenchen.de</a> oder <a href="mailto:w.eder-geo@hotmail.de">w.eder-geo@hotmail.de</a></li>
<li>Dr. Lutz M&ouml;ller, Fachbereich Wissenschaft, Menschenrechte; Deutsche UNESCO Kommission, Bonn: <a href="mailto:moeller@unesco.de">moeller@unesco.de</a></li>
</ul>
<p><em>(Hinweis: dieser Artikel erschien in einer Kurzfassung in den  Geowissenschaftlichen Mitteilungen “GMit”.)</em></p>
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		<item>
		<title>Willkommen in der Geoblogosph&#228;re</title>
		<link>http://www.geonetzwerk.org/2009/09/24/willkommen-in-der-geoblogosphaere/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 16:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz Geißler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Geoblogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Geoblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit wenigen Jahren ist das so genannte „Web 2.0“ in aller Munde. Zahlreiche innovative Ideen wurden online verwirklicht und bieten den Nutzern vielf&#228;ltige und zumeist kostenfreie M&#246;glichkeiten der Interaktion und Kommunikation, die vor zehn Jahren noch nicht im Ansatz denkbar waren. Dass das Web 2.0 keineswegs nur ein Spielplatz f&#252;r „Koch- oder Foto-Communities“ und „Social [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit wenigen Jahren ist das so genannte „Web 2.0“ in aller Munde. Zahlreiche innovative Ideen wurden online verwirklicht und bieten den Nutzern vielf&auml;ltige und zumeist kostenfreie M&ouml;glichkeiten der Interaktion und Kommunikation, die vor zehn Jahren noch nicht im Ansatz denkbar waren. Dass das Web 2.0 keineswegs nur ein Spielplatz f&uuml;r „Koch- oder Foto-Communities“ und „Social Networks“ ist, sondern auch der Wissenschaft Nutzen bringt, zeigt die Idee des „Geobloggings“.<span id="more-1192"></span></p>
<p><strong>Was ist „Bloggen“?</strong></p>
<p>Zun&auml;chst sind einige Begriffe zu kl&auml;ren. „Bloggen“ stammt vom Wort „Blog“ ab, das wiederum die Kurzform von „Weblog“ – Netztagebuch – ist. Der Herausgeber (der „Blogger“) kann Inhalt und Form seiner ver&ouml;ffentlichten Texte selbst bestimmen. So kann ein Blog chronologisch als reines Tagebuch, aber auch thematisch sortiert als Magazin oder Journal aufgebaut sein. Meist ist es den Lesern eines Blogs m&ouml;glich, die Artikel des Bloggers zu kommentieren und damit Diskussionen in Gang zu setzen, in denen der Blogger als Moderator wirkt. Blogs heben die Grenze zwischen Text-Produzent und -Rezipient auf – ein Blogger ist beides.</p>
<p>Die ersten Blogs wurden Anfang der 1990er Jahre ins Internet gestellt. Massenwirksam wurde diese Kommunikations- und Publikationstechnologie jedoch erst nach der Jahrtausendwende und verst&auml;rkt in den letzten Jahren. Auch in Deutschland werden Blogs immer popul&auml;rer. Nach der Computer- und Technik-Analyse des Instituts f&uuml;r Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2007 lasen zu diesem Zeitpunkt bereits 26 % der 14- bis 64-j&auml;hrigen Internetnutzer Blogs, 8 % schrieben sogar selbst Blogbeitr&auml;ge. Diese Zahlen werden in den vergangenen zwei Jahren erheblich gestiegen sein. International, vor allem in den USA, ist Bloggen weitaus verbreiteter als in Europa. Besonders mit Blick auf geowissenschaftliches Bloggen („Geoblogging“) sind die USA den Europ&auml;ern weit voraus. Einer der &auml;ltesten Geoblogs ging &uuml;brigens bereits 1997 online (<a title="Link im neuen Fenster" href="http://geology.about.com" target="_blank">Andrew&#8217;s Geology Blog</a>).</p>
<p><strong>Wer bloggt?</strong></p>
<p>Die Welt der Geoblogger, die „Geoblogosph&auml;re“, ist bislang &uuml;berschaubar geblieben. In Deutschland gibt es nur eine Hand voll (8 bis 10), international deutlich mehr Verfasser von geowissenschaftlichen Blogbeitr&auml;gen. Zurzeit liegt die Zahl der weltweiten Geoblogs zwischen 160 und 250.</p>
<p>Nach einer nicht repr&auml;sentativen, aber der bislang einzigen <a title="Link im neuen Fenster" href="http://nvcc.edu/home/cbentley/geoblog/2008/09/geoblogosphere-survey.html" target="_blank">Umfrage unter Geobloggern</a> aus dem Jahr 2008, die von Geologe und Blogger Callan Bentley vom Northern Virginia Community College (USA) durchgef&uuml;hrt wurde (n = 46, damals ca. 50 % der Geoblogosph&auml;re), bloggen vor allem Diplomanden/Doktoranden, Universit&auml;tspersonal, beratende Geowissenschaftler und Ausbilder (Abb. 1). Im Durchschnitt erscheint in den an der Umfrage erfassten Geoblogs alle zwei Tage ein neuer Blogartikel. Die eifrigsten Geoblogger erreichen gar drei bis vier Artikel pro Tag.</p>
<div id="attachment_1193" class="wp-caption aligncenter" style="width: 520px"><img class="size-full wp-image-1193" title="Was machen Geoblogger im „realen“ Leben? (Daten von Callan Bentley, 2008)" src="http://www.geonetzwerk.org/wp-content/uploads/2009/09/090924_02.jpg" alt="Was machen Geoblogger im „realen“ Leben? (Daten von Callan Bentley, 2008)" width="510" height="296" /><p class="wp-caption-text">Was machen Geoblogger im „realen“ Leben? (Daten von Callan Bentley, 2008)</p></div>
<p><strong>Themen der Geoblogs</strong></p>
<p>Die Themen der Geoblogs sind so vielf&auml;ltig wie die Geowissenschaften selbst. Basierend auf einer auf geoberg.de ver&ouml;ffentlichten <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.geoberg.de/blog/geoblogosphaere/die-geoblogosphaere-geowissenschaft-20-geoblogs-auf-einen-blick" target="_blank">thematischen Geoblogliste</a> befasst sich die Mehrheit der Blogger mit Pal&auml;ontologie (ca. 30 %), Sedimentologie (ca. 10 %), Geophysik (ca. 6 %), Vulkanologie (ca. 6 %) oder einer Mischung aus verschiedenen Geofachgebieten (ca. 30 %). Das Spektrum umfasst aber auch Bereiche der Quart&auml;rgeologie, Hydrogeologie, des Geoingenieurwesens, der Struktur- und regionalen Geologie, Petrologie, Mineralogie und Lagerst&auml;ttengeologie, der Geoinformatik und Geomathematik sowie der Geomorphologie und Geo&ouml;kologie. Die zuvor erw&auml;hnte Studie von Callan Bentley zeigt eine noch <a title="Link im neuen Fenster" href="http://nvcc.edu/home/cbentley/geoblog/2008/09/rise-of-geoblogosphere.html" target="_blank">komplexere Themenbandbreite</a> auf (Abb. 2). Viele Blogger berichten &uuml;ber eigene Forschungsergebnisse oder begleiten ihre Qualifikationsarbeit mit inhaltlich wertvollen Fachbeitr&auml;gen. Aktuelles aus den Geowissenschaften, pers&ouml;nliche Meinungen zu umstrittenen Fragestellungen und Erfahrungen aus der eigenen didaktischen T&auml;tigkeit sind weitere Schwerpunkte der Geoblogosph&auml;re. Ein besonderes Beispiel der weltweiten Vernetzung der bloggenden Geowissenschaftler ist der so genannte „<a title="Link im neuen Fenster" href="http://theaccretionarywedge.wordpress.com" target="_blank">Accretionary Wedge</a>“ – eine „Blog-Parade“: in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden werden durch die Geoblogosph&auml;re Artikel zu einem speziellen Fachthema ver&ouml;ffentlicht. Das Ergebnis ist ein erstaunlich breites und fachlich wertvolles Spektrum aus Erfahrungen und Wissenssch&auml;tzen, das jedem online zur Verf&uuml;gung steht.</p>
<div id="attachment_1194" class="wp-caption aligncenter" style="width: 520px"><img class="size-full wp-image-1194" title="Wor&uuml;ber bloggen Geoblogger? Die Prozentangaben beziehen sich auf den Anteil der jeweiligen Antwort zur Gesamtheit aller Antworten. (Daten von Callan Bentley, 2008)" src="http://www.geonetzwerk.org/wp-content/uploads/2009/09/090924_01.jpg" alt="Wor&uuml;ber bloggen Geoblogger? Die Prozentangaben beziehen sich auf den Anteil der jeweiligen Antwort zur Gesamtheit aller Antworten. (Daten von Callan Bentley, 2008)" width="510" height="367" /><p class="wp-caption-text">Wor&uuml;ber bloggen Geoblogger? Die Prozentangaben beziehen sich auf den Anteil der jeweiligen Antwort zur Gesamtheit aller Antworten. (Daten von Callan Bentley, 2008)</p></div>
<p><strong>Vor- und Nachteile des Bloggens f&uuml;r Geowissenschaftler</strong></p>
<p>Was motiviert Geowissenschaftler &uuml;ber ihre T&auml;tigkeit, ihr Fachgebiet oder andere Geothemen im Internet zu bloggen? Auch dar&uuml;ber sind Bentleys Umfrage einige interessante Aussagen zu entnehmen. So spielen bei der &uuml;berwiegenden Zahl der Blogger didaktische Gedanken eine Rolle. Viele m&ouml;chten ihr Wissen mit anderen teilen, sich mit fachlich gleich gesinnten Menschen weltweit austauschen und vernetzen. H&auml;ufig wird der Blog auch als Archiv des eigenen wissenschaftlichen Gedankenprozesses betrachtet, der durch andere Geoblogger unterst&uuml;tzt und in neue Richtungen gelenkt werden kann. Nachstehend eine &Uuml;bersicht einiger Vorteile:</p>
<ul>
<li>Kontakte zu Geowissenschaftlern      und Geo-Interessierten weltweit.</li>
<li>Schneller Zugang zu      geowissenschaftlichen Neuigkeiten und Informationen (Geoblogs als      Wissensarchive).</li>
<li>Blogger und Blogleser bekommen      Einsichten in andere Themen, Regionen und neue geowissenschaftliche      Methoden.</li>
<li>Das mehr oder weniger      regelm&auml;&szlig;ige Schreiben &uuml;ber das eigene Fachgebiet verbessert nicht nur die      Schreibf&auml;higkeiten, sondern auch das wissenschaftliche Verst&auml;ndnis.</li>
<li>Gewinnbringende      Online-Diskussionen mit anderen Geowissenschaftlern.</li>
<li><span style="text-decoration: underline;">Geoblogs erreichen eine breit      gef&auml;cherte Leserschaft und sind damit auch <strong>f&uuml;r die Geo-&Ouml;ffentlichkeitsarbeit      interessant</strong>.</span></li>
<li>Studenten und Promovenden      erhalten dank der Geoblogosph&auml;re fachliche Unterst&uuml;tzung, Anregungen und      Tipps.</li>
</ul>
<p>Trotz aller Vorteile bestehen gegen&uuml;ber Blogs in der Wissenschaft h&auml;ufig Vorbehalte – meist verursacht durch die &ouml;ffentliche Zug&auml;nglichkeit ihrer Inhalte. Dieser Zug&auml;nglichkeit ist es geschuldet, dass aktuelle Forschungsergebnisse verst&auml;ndlicherweise nur selten durch bloggende Geowissenschaftler online ver&ouml;ffentlicht werden. Geoblogs werden vielmehr als ein Werkzeug auf dem Weg zu diesen Ergebnissen verstanden und k&ouml;nnen den Forschungsfortschritt zum Nutzen aller dokumentieren. Nachteile gibt es bei verantwortungsvollem Umgang mit Blogs kaum. Meist sind sie nur struktureller Natur, z.B.:</p>
<ul>
<li>h&ouml;herer Zeitaufwand</li>
<li>Un&uuml;bersichtlichkeit der      Geoblogosph&auml;re (erste Abhilfe wurde vor Kurzem mit dem sehr      empfehlenswerten „<a title="Link im neuen Fenster" href="http://geoblogs.stratigraphy.net" target="_blank">Geoblogosphere News Aggregator</a>“ von Dr. Robert Huber,      Dr. Jens Klump und Dr. Stefan G&ouml;tz geschaffen)</li>
<li>Mangel an bloggenden      Geowissenschaftlern (besonders in Deutschland)</li>
<li>Dominanz von US-amerikanischen      Geoblogs – keine Gleichverteilung entsprechend der weltweiten      Geoforschungsvielfalt</li>
</ul>
<p><strong>Bloggen, aber wie?</strong></p>
<p>Generell kann jeder Mensch mit Internetzugang einen Blog anlegen. Je nach den eigenen technischen Voraussetzungen und Kenntnissen gibt es dabei verschiedene M&ouml;glichkeiten. Die einfachste Variante ist die Nutzung von Blog-Plattformen wie <a title="Link im neuen Fenster" href="http://blogger.com" target="_blank">blogger.com</a> oder <a title="Link im neuen Fenster" href="http://wordpress.com" target="_blank">wordpress.com</a>. Dort legt der Nutzer ein Profil mit Benutzername und Passwort an, w&auml;hlt sich ein Blog-Design aus, bekommt eine Internetadresse und kann sofort mit dem Schreiben beginnen. Wer Wert auf individuelle Gestaltung und technische Ausr&uuml;stung seines Blogs legt, kann sich kostenfrei Blog-Software herunterladen (z.B. auf wordpress.com), diese auf seinem Server installieren und nach den eigenen Vorstellungen einen Blog einrichten.</p>
<p>Geowissenschaftliche Blogs sind eine wertvolle M&ouml;glichkeit, das eigene Fachgebiet nach au&szlig;en hin zu pr&auml;sentieren, sein Wissen im Austausch mit anderen Wissenschaftlern und Interessierten zu erweitern und neue M&ouml;glichkeiten der (geo-) wissenschaftlichen Arbeit im Web 2.0 zu entdecken. Wagen Sie einen Blick in die Geoblogosph&auml;re&#8230; Beginnen Sie am besten hier: <a title="Link im neuen Fenster" href="http://geoblogs.stratigraphy.net" target="_blank">http://geoblogs.stratigraphy.net</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie man als Geowissenschaftler zur Wikipedia beitragen kann</title>
		<link>http://www.geonetzwerk.org/2009/08/03/wie-man-als-geowissenschaftler-zur-wikipedia-beitragen-kann/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 14:09:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz Geißler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Gastartikel]]></category>
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		<category><![CDATA[Geowissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Buchwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>

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		<description><![CDATA[Wikipedia als &#246;ffentlichkeitswirksamer Faktor. Von Michael Buchwitz. Dipl.-Geol. Michael Buchwitz promoviert am Institut f&#252;r Geologie der TU Bergakademie Freiberg &#252;ber &#8220;Taxonomy, Phylogenesis and Paleobiology of the Madygen Tetrapod Fauna&#8221;. Er ist seit Jahren Autor bei Wikipedia und hat dort u.a. das Portal Geowissenschaften gegr&#252;ndet. Es gab mal eine Zeit, da waren Wikipedia-Artikel zu geowissenschaftlichen Themen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wikipedia als &ouml;ffentlichkeitswirksamer Faktor. Von Michael Buchwitz.</strong><span id="more-1115"></span></p>
<blockquote style="float: right; width: 180px; font-size: 8pt; margin-left: 10px;"><p><strong>Dipl.-Geol. Michael Buchwitz</strong><br />
promoviert am <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.geo.tu-freiberg.de/palaeo/arb_gr.html" target="_blank">Institut f&uuml;r Geologie der TU Bergakademie Freiberg</a> &uuml;ber &#8220;Taxonomy, Phylogenesis and Paleobiology of the Madygen Tetrapod Fauna&#8221;. Er ist seit Jahren Autor bei Wikipedia und hat dort u.a. das <a title="Link im neuen Fenster" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Geowissenschaften" target="_blank">Portal Geowissenschaften</a> gegr&uuml;ndet.</p></blockquote>
<p>Es gab mal eine Zeit, da waren Wikipedia-Artikel zu geowissenschaftlichen Themen fast ausnahmslos furchtbar: wenig informativ, falsch, ohne Quellenangaben – darunter z.B. solche &uuml;ber fossile Tiere, die wie von einem Kinderbuch oder Spielkartenset abgeschrieben waren oder auf Quellen beruhten, die das 30-Jahre-Verfallsdatum eindeutig &uuml;berschritten hatten.</p>
<p>In der englischen, aber auch der deutschen Wikipedia hat sich in den letzten Jahren einiges getan, was mehr oder weniger die Konsequenz des Einflie&szlig;ens von Experten- und Halbexpertenwissen ist. Vergleicht man beispielsweise <a title="Link im neuen Fenster" href="http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Archaeopteryx&amp;oldid=5004928" target="_blank">diese</a> und <a title="Link im neuen Fenster" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Archaeopteryx" target="_blank">diese</a> Version eines Beitrags &uuml;ber eine sehr ber&uuml;hmte fossile Tiergattung, wird man zugeben m&uuml;ssen, dass in dem f&uuml;nfj&auml;hrigen Reifungsprozess dazwischen ein ganz netter Enzyklop&auml;die-Artikel, nicht fern vom letzten Stand der Forschung, entstanden ist. Nat&uuml;rlich herrscht bei manchen Themengebieten noch g&auml;hnende Leere, so dass f&uuml;r kreative Geister noch gro&szlig;e Gestaltungsspielr&auml;ume bestehen.</p>
<p>Bisher ist die Gemeinschaft der aktiven Wissenschaftler Wikipedia gegen&uuml;ber eher skeptisch – aus einer Reihe von Gr&uuml;nden:</p>
<ol>
<li>Unzuverl&auml;ssigkeit als Datenquelle/ fehlende Referenzen oder Unterreferenzierung – diese Probleme sind bereits weitgehend gel&ouml;st oder in Angriff genommen. Die Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren hat sich selbst zunehmend strengere Regeln bez&uuml;glich Mindeststandards gegeben und ist sich einig, dass alle wesentlichen Aussagen eines Artikels durch unabh&auml;ngige Quellen belegt sein sollen.</li>
<li>Plagiate durch Sch&uuml;ler und Jungstudenten. Ich denke, dabei handelt es sich mehr um das grundlegende Problem, Nachwuchs-Textverfassern das richtige Zitieren und den Unterschied zwischen richtig/ehrlich und falsch/unehrlich beizubringen. Wikipedia kann meines Erachtens f&uuml;r Missbr&auml;uche dieser Art nicht wirklich verantwortlich gemacht werden.</li>
<li>Einflussnahme durch Leute, denen nicht nur enzyklop&auml;disches Wissen am Herzen liegt, sondern die sich mit einer bestimmten Agenda im Hinterkopf der Wikipedia widmen (“Standpunktkrieger“). Meistens werden zweifelhafte Beitr&auml;ge durch den &Uuml;berhang vern&uuml;nftiger und unvoreingenommener Wikipedia-Mitarbeiter neutralisiert. In vielen F&auml;llen ist in der WP-Gemeinschaft das n&ouml;tige Hintergrundwissen vorhanden, so dass tendenzi&ouml;se und unbelegte Aussagen erkannt und gel&ouml;scht (oder in ihrer Art und Weise angepasst) werden.</li>
</ol>
<p>Und dann gibt es nat&uuml;rlich noch die Frage der N&uuml;tzlichkeit, besonders aus Sicht des Experten&#8230;</p>
<p><strong>Warum sich das Schreiben von WP-Artikeln lohnen kann:</strong></p>
<ul>
<li>Der Beitrag wird ein vergleichsweise gro&szlig;es Publikum haben. Suchmaschinen platzieren Wikipedia-Artikel meist sehr hoch in der Ergebnis-Liste. Jeder, der nach dem von mir enzyklop&auml;disch bearbeiteten Begriff sucht, wird meinen Beitrag finden und nutzen. Auf diese Weise wird man f&uuml;r die Allgemeinheit derjenige Autor, der den Erstzugang zu einem bestimmten wissenschaftlichen Themenfeld bietet.</li>
<li>Der Artikel k&ouml;nnte sich auch f&uuml;r ernsthafte Forschung als hilfreich erweisen – und zwar f&uuml;r Forscher verwandter Wissenschaftszweige, die nach der Erl&auml;uterung eines Begriffs und nach Verweisen auf die passende Standardliteratur, aktuellen Ver&ouml;ffentlichungen und Webressourcen suchen.</li>
<li>Man kann selten bekannt gemachte Themen seiner Wissenschaft st&auml;rker in den Blickpunkt &ouml;ffentlichen/ popul&auml;rwissenschaftlichen Interesses r&uuml;cken. In dem man beispielsweise einen Artikel &uuml;ber eine seltene Ammonitenart oder eine bestimmte geophysikalische Untersuchungsmethode schreibt, der von der WP-Community als „<a title="Link im neuen Fenster" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Exzellente_Artikel" target="_blank">exzellent</a>“ ausgezeichnet wird und als „Artikel des Tages“ auf der Wikipedia-Hauptseite erscheint, kann man Geo- bzw. Pal&auml;o-Enthusiasten f&uuml;r ein ansonsten vernachl&auml;ssigtes Forschungsfeld begeistern (auf enzyklop&auml;dische Art und Weise f&uuml;r den Gegenstand eigenen Forschungsinteresses werben).</li>
<li>Es kann f&uuml;r das eigene wissenschaftliche Denken hilfreich sein, wenn man versucht, einem Nichtspezialisten-Publikum Konzepte zu erkl&auml;ren, deren Plausibilit&auml;t im fachinternen Diskurs kaum angezweifelt wird. Falls man Schwierigkeiten hat, mit einfachen Worten den Kern der Sache zu erkl&auml;ren bzw. (f&uuml;r sich selbst) glaubhaft zu machen, k&ouml;nnte es sein, dass zugrundeliegende Thesen/Modelle unzutreffend oder realit&auml;tsfern sind.</li>
</ul>
<p>(Die Liste k&ouml;nnte bestimmt erweitert werden.)</p>
<p><strong>Hindernisse f&uuml;r Experten-Neuwikipedianer?</strong></p>
<p>Bevor man sich f&uuml;r eine Mitarbeit bei der Wikipedia entscheidet, sollte sich vergewissern, dass man die Ziele des Projekts teilt und verstanden hat – siehe  <a title="Link im neuen Fenster" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Was_Wikipedia_nicht_ist" target="_blank">&#8220;Was Wikipedia nicht ist.&#8221;</a><br />
Es gibt einige besondere Wiki-Formate – die meisten sind genauso einfach oder noch einfacher zu handhaben als HTML-Codes – und eine wachsende Zahl an Regeln und Konventionen, z.B. was die Kategorisierung und Formatierung angeht. Ein Rezept f&uuml;r den leichten Einstieg ist das Kopieren von Formatvorlagen aus dem Code eines bereits bestehenden Artikels (selbe Kategorie oder inhaltlich vergleichbar), in die man wie in ein Ger&uuml;st die Inhalte f&uuml;r den eigenen neuen Artikel einf&uuml;gt.</p>
<p>Es gibt Benutzerseiten und Diskussionsseiten zu den Artikel- und Benutzerseiten. Ein Tipp: Lassen Sie sich nicht zu sehr dazu verleiten, mit erfahrenen Wikipedianern &uuml;ber Stil- und Formatfragen zu diskutieren. Ihr prim&auml;res Ziel als Spezialist einer Fachdisziplin sollte es sein, aktuelle Information und wissenschaftliches Hintergrund- und &Uuml;berblickswissen einzubringen. Korrekturen sind zum Beispiel manchmal erforderlich, wenn sich in Artikel Missverst&auml;ndnisse oder Fehler eingeschlichen haben, die der popul&auml;rwissenschaftlichen/ journalistischen Aufbereitung eines Fachthemas entsprungen sind.<br />
Wenn Sie sich als Experte outen, wird es unter den erfahrenden Wikipedia-Nutzern viele geben, die Ihnen mit Rat und Tat den Einstieg erleichtern und Sie in Diskussionen um Artikelinhalte zu kontroversen Themen unterst&uuml;tzen.</p>
<p><strong>Weiteres aus meiner eigenen Wikipedia-Erfahrung</strong></p>
<p>Ich haben meine ersten Artikel-Editierungen in der deutschen Wikipedia im Jahr 2005 vorgenommen, als ich noch Diplom-Student war. Als deutscher Muttersprachler mit Englisch-Kenntnissen k&ouml;nnen Sie sich &uuml;berlegen, ob sie vor allem deutsche Leser und Interessenten oder Geo-Enthusiasten weltweit erreichen wollen. Ein wesentlicher Vorteil eines Wikis ist die Vernetzung eines Artikels mit anderen Artikeln per Wikilink – in der englischen Wikipedia haben Sie oft den Vorteil, dass das Reservoir an bestehenden Artikeln und Inhalten gr&ouml;&szlig;er ist und sozusagen schon mehr Substanz da ist, in die Sie Ihre neuen Beitr&auml;ge einbinden k&ouml;nnen.</p>
<p>Wie dem auch sei: Sie werden feststellen, dass in vielen Bereichen noch viel Arbeit n&ouml;tig ist oder w&uuml;nschenswert w&auml;re, so dass Sie die Zeit und Energie, die Sie investieren wollen, sinnvoll einteilen sollten: Schauen Sie z.B. auf die M&auml;ngel, die aus Ihrer Sicht am gravierendsten und am einfachsten zu beheben sind. Falls Sie f&uuml;r „ernsthafte“ wissenschaftliche Zwecke Literaturrecherchen vorgenommen haben, k&ouml;nnten sie Ergebnisse daraus ein zweites Mal zum Schreiben eines Wikipedia-Artikels verwenden. Ach ja, falls Sie promovieren oder an einer Belegarbeit schreiben sollten, seien Sie gewarnt, dass Wikipedia ein hervorragendes Mittel ist, um sich abzulenken!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Steine in der Stadt Dresden &#8211; ein halber Tag unter Erstkl&#228;sslern</title>
		<link>http://www.geonetzwerk.org/2009/06/02/steine-in-der-stadt-dresden-ein-halber-tag-unter-erstklaesslern/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 15:11:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz Geißler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Projektberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsblätter]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Geodidaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<category><![CDATA[Steine]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Christoph Franzen. Dr. Christoph Franzen arbeitet seit 2004 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f&#252;r Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e. V. Zuvor war er f&#252;nf Jahre lang am Institut f&#252;r Mineralogie und Petrographie der Leopold Franzens Universit&#228;t Innsbruck t&#228;tig. Wie Kinder mit einfachen geodidaktischen Mitteln f&#252;r Gesteine begeistert werden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Von Dr. Christoph Franzen.</strong><span id="more-976"></span></p>
<blockquote style="float: right; width: 180px; font-size: 8pt;"><p><strong>Dr. Christoph Franzen</strong> arbeitet seit 2004 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.idk-info.de" target="_blank">Institut f&uuml;r Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e. V.</a> Zuvor war er f&uuml;nf Jahre lang am Institut f&uuml;r Mineralogie und Petrographie der Leopold Franzens Universit&auml;t Innsbruck t&auml;tig.</p></blockquote>
<p><strong>Wie Kinder mit einfachen geodidaktischen Mitteln f&uuml;r Gesteine begeistert werden. </strong></p>
<p>Auch ohne eine ganze Dekade Erfahrung in Bildungsarbeit l&auml;sst sich geowissenschaftliche Vermittlungsarbeit leisten. Warum nicht in der ersten Klasse anfangen? Die Voraussetzungen sind einfach: Alle Kinder finden Steine sch&ouml;n und finden sch&ouml;ne Steine. Da holen wir sie ab. Wandertag in einer Grundschule. Die Kinder sollten Rucksack, wettergerechte Kleidung, Trinkflasche, Brotdose, Buntstifte (M&auml;ppchen), Sachkundeheft, Lupe (wenn vorhanden) und Kompass (wenn vorhanden) zum Wandertag mitnehmen. Erst eine Schulstunde zur Einf&uuml;hrung und zum Kennen lernen. Ein paar Handst&uuml;cke machen die Sache gleich spannend. Die Erde ist eine Kugel, hat einen hei&szlig;en Erdkern, einen Erdmantel und eine ganz d&uuml;nne Erdkruste. Der Kompass zeigt nach Norden (wo ist Norden?), die Erde hat ein Magnetfeld. Steine entstehen aus Magma, zum Teil mit Vulkanen. Granit: „Feldspat, Quarz und Glimmer, die vergess’ ich nimmer.“ Das &uuml;ben wir ein paar Mal. Sandsteine bestehen aus Sand. Wir packen unseren (meinen) Rucksack. Die Kinder sagen, was ich brauche und ich erg&auml;nze der Rest. Also: Trinkflasche, Essen, Buntstifte, Feldbuch, Probenbeutel, Fotoapparat, Ma&szlig;band, Lupe, Kompass, Karte und Hammer (ein Estwing und einer mit langem Stil). Fr&uuml;hst&uuml;ckspause. Mit der Bahn in die Stadt, zwischendurch &uuml;berlegen wir mal, welche Worte mit „Stein“ wir alle kennen. Schon sind wir mittendrin, im Zwinger.</p>
<div id="attachment_980" class="wp-caption aligncenter" style="width: 520px"><img class="size-full wp-image-980" title="Spannende Gesteinskunde im Dresdener Zwinger" src="http://www.geonetzwerk.org/wp-content/uploads/2009/06/090602_01.jpg" alt="Spannende Gesteinskunde im Dresdener Zwinger" width="510" height="340" /><p class="wp-caption-text">Spannende Gesteinskunde im Dresdener Zwinger.</p></div>
<p>F&uuml;r die, die von au&szlig;en hier auf den Artikel sto&szlig;en: Dresden ist ein sehr dankbare Stadt f&uuml;r eine „Steine in der Stadt“-Exkursion: so viel Elbsandstein. Den schauen wir uns an, und die Faunenfiguren im Zwingerhof. Wir gehen durch den Semperbau: hups, Granitfu&szlig;boden. Und weiter zum K&ouml;nig Johann Denkmal: gr&uuml;ner Mikrogabbro und grauer Granit aus der Oberlausitz im Sockel, Granit, schwarzer Basalt und wei&szlig;er Mergel im Pflaster. Die Tatsache, dass jeder „Granit“ hier ein Granodiorit ist, ignoriert die Exkursionsleitung geflissentlich. Stattdessen: Lupe raus, Gesteine bestehen aus Mineralen. R&uuml;ber zum Theaterplatz, kurz Napoleon spielen, dann in die Hofkirche Kalksteine anschauen (tats&auml;chlich wegen Reinigung geschlossen), also auf zur Br&uuml;hlschen Terrasse, zwei Denkm&auml;ler, sowie Pflaster und Fassaden bis zum Garten. Austoben lassen, die Konzentration ist l&auml;ngst ersch&ouml;pft, die Energie aber noch nicht und so geht’s zu Fu&szlig; zur&uuml;ck zur Schule. Mittagessen, Aufgabenbl&auml;tter f&uuml;r zu Hause, jedes Kind zieht sich eine <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.geonetzwerk.org/2008/02/05/postkarten-eingetroffen/" target="_blank">Postkarte</a> und einen kleinen bunten Quarz zum Mitnehmen, R&uuml;ckschau (an was k&ouml;nnen wir uns erinnern?), wer hat noch fragen an den Geologen &#8211; und Wochenende.</p>
<div id="attachment_981" class="wp-caption aligncenter" style="width: 520px"><img class="size-full wp-image-981" title="Magmatische Stadtgesteine unter die Lupe genommen." src="http://www.geonetzwerk.org/wp-content/uploads/2009/06/090602_02.jpg" alt="Magmatische Stadtgesteine unter die Lupe genommen." width="510" height="340" /><p class="wp-caption-text">Magmatische Stadtgesteine unter die Lupe genommen.</p></div>
<p>Die Idee zu so einer sch&ouml;nen und einfachen Stadtexkursion ist nahe liegend und wird von einer <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.geo.tu-berlin.de/steine-in-der-stadt/tag_der_steine_in_der_stadt/" target="_blank">Arbeitsgruppe</a> bef&ouml;rdert. Gl&uuml;cklicherweise fand im April 2009 die Arbeitstagung in Dresden statt und war sehr gut vorbereitet und bestens durchgef&uuml;hrt! Die Vorbereitung f&uuml;r den Wandertag wie die Route etc. wurde sehr vereinfacht durch einen kleinen aber feinen <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.tu-dresden.de/biw/news/2009/steine.htm" target="_blank">Miniaturf&uuml;hrer</a> zu den Bau- und Dekorationsgesteinen in Dresden (Siedel, H., Lange, J.-M. &amp; Heinz, F.: 2009, ISSN 1868-3444), der von <a title="Link im neuen Fenster" href="http://globiz.sachsen.de/snsd/mmg_info.htm" target="_blank">mehreren</a> <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.tu-dresden.de/biw/geotechnik/geologie/mitarbeiter/siedel.htm" target="_blank">Kollegen</a> aus Anlass der Tagung erarbeitet wurde.</p>
<p>F&uuml;r Kinder ist gar nicht so viel n&ouml;tig, Hauptsache die Mischung von Abwechslung und Wiederholung stimmt und alle haben Spa&szlig;. Natursteine geh&ouml;ren zu ihrer nat&uuml;rlichen und umbauten Umwelt. Die Gesteine pr&auml;gen das Landschaftsbild und das charakteristische Stadtbild. Sie sind die zum Teil &auml;ltesten Zeugen der menschlich kulturellen Entwicklung und machen den gr&ouml;&szlig;ten Anteil am Kulturgut weltweit aus. Gleichzeitig sind Steine im Alltag so nat&uuml;rlich dass sie ganz selbstverst&auml;ndlich von vielen Menschen nicht mehr wahrgenommen werden. F&uuml;r die schulische Bildung bieten Natursteine als Thema auch aktuell ein gro&szlig;es Potential. Man kann sie sehen, anfassen, beschreiben und begreifen. Sie sind in einer langen Geschichte entstanden, sind geographisch verbreitet, und bestehen aus Mineralen, die wiederum aus chemischen Elementen bestehen. Sie haben physikalische und technische Eigenschaften und trotzdem haben alle Kinder schon Steine gesehen. Die Lehrer/innen sind offen und begeisterungsf&auml;hig f&uuml;r das Thema Steine.</p>
<p>Ein solcher Ausflug kann &uuml;ber ein Heranf&uuml;hren des Nachwuchses an wissenschaftliche Arbeitsweisen die sozio&ouml;konomischen Kenntnisse zum Umgang mit nat&uuml;rlichen Georessourcen erweitern. Er kann aber auch einfach ein kleiner Beitrag geowissenschaftlicher &Ouml;ffentlichkeitsarbeit sein.</p>
<p>- <a href="http://www.geonetzwerk.org/wp-content/uploads/2009/06/090602_arbeitsblaetter.pdf">Arbeitsbl&auml;tter</a> zum Download (330 KB)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Geologie &#8211; zum Angreifen und Begreifen</title>
		<link>http://www.geonetzwerk.org/2008/09/24/geologie-zum-angreifen-und-begreifen/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Sep 2008 05:20:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz Geißler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Projektberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Fritz Ingomar]]></category>
		<category><![CDATA[Fossilien]]></category>
		<category><![CDATA[Fossiliengrabung]]></category>
		<category><![CDATA[Joanneum]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Paläontologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>

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		<description><![CDATA[Erfahrungen aus 10 Jahren geowissenschaftlicher Bildungsarbeit mit Sch&#252;lern. Von Dr. Ingomar Fritz. Dr. Ingomar Fritz ist Leiter des Referates Geologie und Pal&#228;ontologie am Landesmuseum Joanneum in &#214;sterreich, an dem er seit 1989 t&#228;tig ist. Seit 1998 organisiert das Landesmuseum Joanneum Fossiliengrabungen, an denen bisher mehr als 15.000 Sch&#252;ler teilgenommen haben. Neben der Aufsammlung von Fossilien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erfahrungen aus 10 Jahren geowissenschaftlicher Bildungsarbeit mit Sch&uuml;lern. Von Dr. Ingomar Fritz.</strong><span id="more-653"></span></p>
<blockquote style="float: right; width: 180px; font-size: 8pt;"><p><strong>Dr. Ingomar Fritz</strong> ist Leiter des Referates Geologie und Pal&auml;ontologie am <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.museum-joanneum.at/geologie" target="_blank">Landesmuseum Joanneum</a> in &Ouml;sterreich, an dem er seit 1989 t&auml;tig ist.</p></blockquote>
<p>Seit 1998 organisiert das Landesmuseum Joanneum Fossiliengrabungen, an denen bisher mehr als 15.000 Sch&uuml;ler teilgenommen haben. Neben der Aufsammlung von Fossilien steht eine vernetzte Vermittlungsarbeit im Mittelpunkt dieser Projekte. Als Museum mit gro&szlig;er naturwissenschaftlicher Tradition wird auch der Bev&ouml;lkerung die erdgeschichtliche Entwicklung unseres Landes n&auml;her gebracht und auf die komplexen Zusammenh&auml;nge zwischen geologischen Prozessen, Rohstoffpotential in unserem Lebensumfeld aufmerksam gemacht.</p>
<p>Wie vermittelt man eine Wissenschaft, die in Raum und Zeit denkt, die von Zeitr&auml;umen berichtet, die f&uuml;r gew&ouml;hnlich unvorstellbar sind, die von l&auml;ngst vergangenen Landschaften spricht, von denen, falls &uuml;berhaupt, nur die versteinerten Reste erhalten sind und die nur f&uuml;r den speziell ausgebildeten Menschen erkennbar sind?  Mit Bildern, und zwar jenen, die in den K&ouml;pfen der Betrachter selbst entstehen, durch eigenes Entdecken, Erkennen und gemeinsamer Interpretation.</p>
<div id="attachment_169" class="wp-caption aligncenter" style="width: 440px"><img class="size-full wp-image-169" title="Sch&uuml;ler in Aktion - immer unter fachkundiger Anleitung" src="http://www.geonetzwerk.org/wp-content/uploads/2008/09/080924_2.jpg" alt="Sch&uuml;ler in Aktion - immer unter fachkundiger Anleitung" width="430" height="323" /><p class="wp-caption-text">Sch&uuml;ler in Aktion - immer unter fachkundiger Anleitung</p></div>
<p>Fossiliensuchen erfordert bewusstes Schauen, folgert Erkennen und impliziert Verst&auml;ndnis. Jugendliche lernen so die Arbeitsweisen von Geologen und Pal&auml;ontologen kennen und auch anwenden. Neben der Gesteinsansprache, der Deutung von geologischen Strukturen und dem Erfassen eines Profils steht auch die Freilegung und Pr&auml;paration von Fossilien im Mittelpunkt der praktischen T&auml;tigkeit. Betreut werden die Sch&uuml;ler von Fachstudenten und Pal&auml;ontologen, die auch spezielle Methoden vorf&uuml;hren. Die Gewinnung von Mikrofossilien und das &#8220;Miterleben&#8221; der zeitaufw&auml;ndigen Freilegung und Pr&auml;paration von Wirbeltierfunden geh&ouml;ren neben dem Blick durchs Binokular zu den spektakul&auml;ren H&ouml;hepunkten der Projekte.</p>
<p><strong>Als Sch&uuml;ler einen Halbtag im Dienste der (Erd-) Wissenschaft</strong></p>
<p>&Uuml;ber den Landesschulrat f&uuml;r Steiermark werden die Schulen zu unseren Grabungsprojekten eingeladen, wobei sich die Monate Mai, Juni und September f&uuml;r diese Art von Schulveranstaltungen bew&auml;hrt haben. An die Schulen wird als Vorbereitung f&uuml;r das Grabungsprojekt eine Projektmappe geschickt. Vorrangig sprechen wir Sch&uuml;ler zwischen 10 und 18 Jahren an. Maximal 50 Sch&uuml;ler, m&ouml;glichst einer Altersstufe, verbringen gemeinsam mit uns einen Halbtag (Vormittag oder Nachmittag) im Steinbruch, einem Graben, einer Baugrube – einem fossilf&uuml;hrenden Aufschluss.</p>
<p>Nach einer kurzen Einf&uuml;hrung in die Geologie und Pal&auml;ontologie suchen die Sch&uuml;ler nach Versteinerungen. Ausger&uuml;stet mit bereitgestelltem Grabungswerkzeug und betreut durch das Grabungsteam entdecken und bergen die Jugendlichen die ersten Fossilien. In einem als Feldlabor eingerichteten Mannschaftszelt werden die versteinerten Reste aus ihrer sediment&auml;ren Ummantelung freigelegt, erforderlichenfalls gefestigt und bestimmt. Dabei kommen neben Standardpr&auml;parationswerkzeug auch Druckluftstichel und bei Bedarf Gesteinss&auml;gen zum Einsatz.</p>
<div id="attachment_168" class="wp-caption aligncenter" style="width: 440px"><img class="size-full wp-image-168" title="Sch&uuml;ler pr&auml;sentieren stolz ihre Funde" src="http://www.geonetzwerk.org/wp-content/uploads/2008/09/080924_1.jpg" alt="Sch&uuml;ler pr&auml;sentieren stolz ihre Funde" width="430" height="323" /><p class="wp-caption-text">Sch&uuml;ler pr&auml;sentieren stolz ihre Funde</p></div>
<p>Grunds&auml;tzlich behalten die Sch&uuml;ler ihre Funde. Wissenschaftlich bedeutende Funde kommen aber in den Sammlungsbestand des Museums. Sensationelle Funde werden gerne auch von den Medien angenommen und so lachen gelegentlich junge Fossilienj&auml;ger mit ihren Funden aus Zeitungen.</p>
<p><strong>Wir graben uns durch die Steiermark und hinterlassen Spuren</strong></p>
<p>Seit 1998 (nach 40 Grabungsprojekten) haben mehr als 15.000 Sch&uuml;ler an 13 unterschiedlichen Lokalit&auml;ten bei unseren Projekten teilgenommen. Neben historischen Fossilfundpunkten im Neogen des Steirischen Beckens haben wir auch Zugang zu in Betrieb befindlichen Tongruben und Steinbr&uuml;chen. Diese Rohstoffunternehmen geben uns nicht nur die M&ouml;glichkeit in ihre Abbaubetriebe zu kommen, sondern stellen uns auch eine umfassende Infrastruktur zur Verf&uuml;gung.</p>
<p>Mit diesen Projekten erreichen wir vermehrt auch Erwachsene, die &uuml;ber Jugendliche zu uns gelangen. Unterschiedlichste Formen von Nachbearbeitungen der Grabungsprojekte wurden bisher von Museumsseite oder durch Schulen selbst&auml;ndig durchgef&uuml;hrt. Neben Zeichen- und Malwettbewerben mit anschlie&szlig;enden Wanderausstellungen wurden auch kleine Sonderausstellungen mit erdwissenschaftlichen Inhalten in mehreren Orten organisiert und aufgebaut. Unterst&uuml;tzt durch Gemeinden, Firmen und Tourismusverb&auml;nde konnten Themenfolder mit regionalgeologischem Bezug gefertigt und gedruckt werden. Zahlreiche Nachbearbeitungen der Grabungsprojekte durch Schulen in Form von Ausstellungen, CD-Produktionen, Exkursionsberichten, Internetpr&auml;sentationen und Vortragsveranstaltungen zeugen von fach&uuml;bergreifenden Bearbeitungsm&ouml;glichkeiten der Projekte im Schulunterricht.</p>
<p><strong>Vier auf einen Streich</strong></p>
<p>Wir sehen die vier S&auml;ulen musealer T&auml;tigkeit <em>Sammeln – Forschen – Bewahren – Pr&auml;sentieren</em> in diesen Projekten vereint, weshalb sie auch zuk&uuml;nftig fixer Bestandteil unserer Museumsarbeit sein werden. Die Abteilung Geologie &amp; Pal&auml;ontologie des Joanneums pr&auml;sentiert sich der &Ouml;ffentlichkeit als dynamischer Mittelpunkt zwischen Schule, Universit&auml;t, Wirtschaft und &Ouml;ffentlichkeit.</p>
<p>Neben dem allgegenw&auml;rtigen &#8220;Eventtourismus&#8221; machen wir die Ergebnisse unserer Forschung in ihrer Komplexit&auml;t f&uuml;r eine st&auml;ndig wachsende Zahl Naturinteressierter zug&auml;nglich und schaffen somit die Grundlagen f&uuml;r einen erdwissenschaftlichen „Informationstourismus“. Treffend formuliert findet sich diese museale Kernaufgabe eines Naturmuseums in einem Brief von Fritz Waidacher an Robin Wade vom 28. Mai 1996: <em>&#8220;Let us try to sharpen people´s eyes, to make them aware of connections they cannot discover outside, to open their minds for nature which they are part of and which changes according to how they look at it.&#8221;</em></p>
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		<item>
		<title>&#8220;Saurier der Urzeit&#8221; im Museum f&#252;r Naturkunde und Vorgeschichte Dessau</title>
		<link>http://www.geonetzwerk.org/2008/04/11/saurier-der-urzeit-im-museum-fuer-naturkunde-und-vorgeschichte-dessau/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 11:26:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz Geißler</dc:creator>
				<category><![CDATA[5: Ausstellungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Dessau]]></category>
		<category><![CDATA[Saurier]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Angelika Hesse. Dr. Angelika Hesse ist Kustodin am Museum f&#252;r Naturkunde und Vorgeschichte in Dessau (Sachsen). Sie ist am Museum f&#252;r den Fachbereich Geowissenschaften zust&#228;ndig. Einblicke in die Entwicklung einer Ausstellung. Als im Januar 2007 zunehmend Kinder beim Museumsbesuch Dinosaurier aus Stoff oder Plastik fest in ihren H&#228;nden umklammert hielten, wurde die Idee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Von Dr. Angelika Hesse.</strong><span id="more-85"></span></p>
<blockquote style="float: right; width: 180px; font-size: 8pt;"><p><strong>Dr. Angelika Hesse</strong> ist Kustodin am <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.dessau-rosslau.de/index.asp?MenuID=1293&amp;SubPage=0" target="_blank">Museum f&uuml;r Naturkunde und Vorgeschichte in Dessau (Sachsen)</a>. Sie ist am Museum f&uuml;r den Fachbereich Geowissenschaften zust&auml;ndig.</p></blockquote>
<p><strong>Einblicke in die Entwicklung einer Ausstellung. </strong></p>
<p>Als im Januar 2007 zunehmend Kinder beim Museumsbesuch Dinosaurier aus Stoff oder Plastik fest in ihren H&auml;nden umklammert hielten, wurde die Idee geboren, in Dessau-Ro&szlig;lau eine Saurier-Ausstellung anzubieten.</p>
<p><strong>Das Konzept</strong><br />
Die Ausstellung zeigt die neuesten Erkenntnisse der Dinosaurier-Forschung &#8211; vor allem der letzten zehn Jahre: Angefangen von Europasaurus holgeri, eine Zwergform der gigantisch gro&szlig;en Sauropoden aus dem Jura des Harzes, &uuml;ber Funde von befiederten Dinosauriern, die eindeutig die Abstammung der V&ouml;gel von theropoden Dinosauriern belegen, bis zu dem Unterschied Dinosaurierfeder und Vogelfeder und der Vogelfeder als alleiniges Merkmal der V&ouml;gel. Pr&auml;sentiert werden auch die neuesten Ergebnisse zum Urvogel Archaeopteryx, einer ausgestorbenen Seitenlinie der modernen V&ouml;gel sowie unterschiedliche Gruppen von Sauriern, z. B. Flugsaurier, die krokodil&auml;hnlichen Phytosaurier der Obertrias, die S&auml;ugetier&auml;hnlichen Reptilien. Au&szlig;erdem widmet sich die Ausstellung den Fischsauriern, die nicht durch den bekannten Meteoriten-Einschlag vor 65 Millionen Jahren ausgestorben sind, sondern schon sehr viel fr&uuml;her, in der mittleren Kreide, durch das Aufkommen moderner, sehr schneller und wendiger Haie, die den Fischsauriern den Garaus machten.</p>
<p><strong>Unser Beitrag</strong><br />
Mein Kollege baute ein 1:1-Modell eines Europasaurus, der nach Abschluss der Ausstellung in die geologische Dauerausstellung integriert wird. Zwei Landschaften des Erdmittelalters, ebenfalls 1:1 nachgebaut, zeigen die unterschiedlichen Lebensr&auml;ume der Dinosaurier: eine 20 qm gro&szlig;e Jura-Landschaft mit  25 qm Hintergrundfl&auml;che und eine 20 qm gro&szlig;e Kreide-Landschaft mit Original-Trittspuren von Iguanodon, die Leihgaben der Freien Universit&auml;t Berlin sind</p>
<p><strong>Die Exponate</strong><br />
Die wenigsten Ausstellungsst&uuml;cke kommen aus dem eigenen Haus. Gro&szlig;z&uuml;gig &uuml;berlie&szlig;en uns Leihgeber attraktive Exponate f&uuml;r  die Dauer der Ausstellung, so zum Beispiel Sch&auml;del und die sechs Meter lange Halswirbels&auml;ule des Brachiosaurus brancai aus dem Museum f&uuml;r Naturkunde Berlin samt Original-Fotos und Transport-Trommeln der erfolgreichsten Dinosauriergrabung aller Zeiten in Tendaguru, Tansania. Aus dem LWL-Museum f&uuml;r Naturkunde M&uuml;nster stammt ein lebensgro&szlig;es Modell eines Iguanodon-Jungtiers, zwei Dinosaurier-Sch&auml;del, ein Dinosaurier-Gelege, Phytosaurier-Sch&auml;del und ein Dinosaurier-Skelett. Aus dem St&auml;dtischen Museum Aschersleben stammt der gigantisch gro&szlig;e Oberschenkel eines Brachiosaurus. Aus dem Museum Heineanum Original-Knochen von Plateosaurus, die in Halberst&auml;dter Tongruben beim Ton-Abbau in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts individuenreich an das Tageslicht gekommen waren. Aus dem Geol. Museum der Universit&auml;t M&uuml;nster konnten zahlreiche Knochen von Iguanodon ausgeliehen werden, die aus dem Sauerland stammen. Dort wurden ca. 40 Individuen von Iguanodon gefunden. Besonders beeindruckend ist der riesige Sch&auml;del von Tyrannosaurus rex, einer Leihgabe der Fa. Krantz aus Bonn, der hoch &uuml;ber den Besuchern im Foyer des Museums schwebt. Ein Modell eines Tyrannosaurus rex wurde auch von der Fa. Zoo-G&uuml;nther, Dessau-Ro&szlig;lau zur Verf&uuml;gung gestellt. Die Freie Universit&auml;t Berlin und die Universit&auml;t G&ouml;ttingen &uuml;berlie&szlig;en uns gro&szlig;z&uuml;gig Original-Dinosaurierknochen, -Eier und –Trittspuren.</p>
<p><strong>Museumsp&auml;dagogische Angebote</strong><br />
Um die Sonderausstellung p&auml;dagogisch zu begleiten, wurden spezielle Angebote erarbeitet. So k&ouml;nnen Dinosaurier-Bilder von den Kindern ausgemalt und mit Federn beklebt werden, damit sie spielerisch lernen, dass manche Dinosaurier befiedert waren. In Schuhkartons k&ouml;nnen unterschiedliche Landschaften gestaltet werden, in denen Dinosaurier gelebt haben: eine Jura-Landschaft mit Nadelb&auml;umen und Farnen oder eine Kreide-Landschaft mit Laubb&auml;umen und Bl&uuml;tenpflanzen. Jedes Kind erh&auml;lt zur Gestaltung drei bis vier Mini-Modelle der Dinosaurier, die in der entsprechenden Zeit gelebt haben.</p>
<p><strong>Die Presse- und &Ouml;ffentlichkeitsarbeit</strong><br />
Presse, Rundfunk und Fernsehen zeigten gro&szlig;es Interesse beim <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&amp;atype=ksArtikel&amp;aid=1203425162964&amp;openMenu=1012569559804&amp;calledPageId=1012569559804&amp;listid=1017162035665" target="_blank">Transport</a> <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&amp;atype=ksArtikel&amp;aid=1203576820881" target="_blank">des Europasaurus-Modells</a> in einem VW-Bus von der Museums-Au&szlig;enstelle in das Museums-Hauptgeb&auml;ude, au&szlig;erdem bei der Pressekonferenz und bei der Ausstellungser&ouml;ffnung. [Anm. d. Red.: Mit der Presse- und &Ouml;ffentlichkeitsarbeit zur Ausstellung wird sich ein weiterer Artikel zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt befassen. Die Ausstellung ist noch bis 14. September 2008 zu sehen.]</p>
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		<title>Wie sich die Bilder gleichen &#8211; Sammlungsverk&#228;ufe in den USA</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Mar 2008 06:37:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz Geißler</dc:creator>
				<category><![CDATA[4: Meinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Philadelphia Academy of Natural Sciences]]></category>
		<category><![CDATA[Sammlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Analyse und Kommentar von Karl-Heinz-Russ. Karl-Heinz Russ lebt in Brooktondale (New York, USA) und ist Editor des wissenschaftlichen Journals der &#8220;Fluorescent Mineral Society&#8220;. Es passiert nicht nur in Deutschland &#8211; Mineralverk&#228;ufe in Museen (Kirnbauer, 2005) &#8211; genau dieselben Vorg&#228;nge finden in den USA statt. Im Speziellen geht es &#8211; &#228;hnlich wie bei der deutschen Senckenbergischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Analyse und Kommentar von Karl-Heinz-Russ.</strong><span id="more-80"></span></p>
<blockquote style="float: right; width: 180px; font-size: 8pt;"><p><strong>Karl-Heinz Russ</strong> lebt in Brooktondale (New York, USA) und ist Editor des wissenschaftlichen Journals der &#8220;<a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.uvminerals.org/" target="_blank">Fluorescent Mineral Society</a>&#8220;.</p></blockquote>
<p>Es passiert nicht nur in Deutschland &#8211; <a title="Link im neuen Fenster" href="http://meteorite-recovery.tripod.com/2005/sep05.htm" target="_blank">Mineralverk&auml;ufe in Museen</a> (Kirnbauer, 2005) &#8211; genau dieselben Vorg&auml;nge finden in den USA statt. Im Speziellen geht es &#8211; &auml;hnlich wie bei der deutschen <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.senckenberg.de" target="_blank">Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft</a> &#8211; um eine altehrw&uuml;rdige Institution: die <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.ansp.org/" target="_blank">Philadelphia Academy of Natural Sciences</a>.</p>
<p>Die Gesellschaft wurde 1812, also einige Jahre fr&uuml;her als die Senckenbergische, gegr&uuml;ndet und bezeichnet sich selbst als &#8220;die &auml;lteste Institution dieser Art in der westlichen Hemisph&auml;re&#8221;. Obwohl die mineralogische Sammlung der Philadelphia Academy seit &uuml;ber 25 Jahren ohne einen bezahlten Kurator auskommen musste und von Angestellten aus der Verwaltung &#8220;betreut&#8221; wurde, hat sie die erlittene Vernachl&auml;ssigung einigerma&szlig;en &uuml;berstanden und nicht das selbe schm&auml;hliche Ende wie andere Sammlungen gefunden, die von &#8220;unwissenden B&uuml;rokraten zu Grunde gerichtet wurden&#8221; (Nikischer, 2004). Doch im Jahr 2005 drohte das endg&uuml;ltige Aus, nachdem das Kuratorium beschloss, die mineralogische Sammlung zu ver&auml;u&szlig;ern. Vermutlich war die Aussicht auf f&uuml;nf Millionen Dollar Verkaufserl&ouml;s ausschlaggebend. Das ist der von einem Sch&auml;tzer ermittelte Betrag, der ger&uuml;chteweise umging. Verwunderlich stimmt allerdings, dass dieser Sch&auml;tzer gleichzeitig auch als Verk&auml;ufer auftreten sollte (Nikischer, 2004). Haben die Philadelphia-Direktoren von den Senckenbergischen &#8220;gelernt&#8221; oder war es umgekehrt (Kirnbauer, 2005)?</p>
<p>Was nun in den USA die Fachwelt besonders erregte, war der Plan der Leitung der Academy, alle St&uuml;cke einzeln via Auktion (z.B. eBay) zu verkaufen. Viele Appelle bekannter und einflussreicher Personen an den Pr&auml;sidenten und andere F&uuml;hrungskr&auml;fte der Academy verhallten unbeantwortet (Nikischer, 2005). Offenbar wurde angenommen, das Problem und den offensichtlichen Protest tot schweigen zu k&ouml;nnen.</p>
<p>Seit es Museen gibt, ist es nicht ungew&ouml;hnlich, dass diese untereinander und mit Sammlern Kauf- und Tauschgesch&auml;fte abschlie&szlig;en &#8211; &uuml;blicherweise mit Duplikat-Stufen. Wenn jedoch ganze Schenkungen verkauft werden sollen, kann ohne Zweifel von einem Skandal gesprochen werden &#8211; zumal einige dieser Stiftungen bis in die 1850er Jahre zur&uuml;ckreichen und von namhaften Forschern wie George Vaux, Samuel Gordon und Edgar Wherry angelegt wurden. Solches Material ist unwiederbringlich f&uuml;r die Allgemeinheit verloren und in alle Winde zerstreut &#8211; ganz besonders, wenn die St&uuml;cke, wie damals geplant, einzeln angeboten werden sollen.</p>
<p>Bei all dem steht jedoch die Frage im Raum, ob die Academy &uuml;berhaupt zum Verkauf berechtigt ist. Die damaligen Schenkungen waren an Bedingungen gekn&uuml;pft, welche vom Museum akzeptiert werden mussten, um das Material &uuml;bereignet zu bekommen. Zus&auml;tzlich kamen auch gr&ouml;&szlig;ere Geldbetr&auml;ge mit den Mineralen, um f&uuml;r deren Pflege zu sorgen. Au&szlig;erdem besteht f&uuml;r die Academy (wie f&uuml;r andere Museen auch) Steuerfreiheit, die ebenfalls mit</p>
<p>Bedingungen verbunden ist, welche den Verkauf von Material beeinflussen k&ouml;nnten (Nikischer, 2004). Der Leitung der Academy wurde auch vorgehalten, die Sammlungen nicht zuerst anderen Museen angeboten zu haben. Unter Umst&auml;nden h&auml;tten dann zumindest die historisch wichtigen und unersetzlichen Stufen zusammengehalten werden k&ouml;nnen. Die meisten der historischen Minerale stammen von Fundorten, die l&auml;ngst nicht mehr bestehen oder keine Funde mehr hergeben.</p>
<p>Allerdings gibt es auch eine andere Betrachtungsweise: es k&ouml;nnte unter Umst&auml;nden von Vorteil sein, wenn kundige Privatsammler diese Minerale erwerben und daf&uuml;r Sorge tragen, dass sie den Lauf der Zeit &uuml;berdauern (Currier, 2005). Die Academy in Philadelphia hatte keine Pl&auml;ne, irgendwelche Stufen &ouml;ffentlich auszustellen. Die Sammler k&ouml;nnen noch so viele mahnende Briefe an die Museumsdirektoren verfassen. Es ist nicht m&ouml;glich, die Verantwortlichen zu zwingen, einen Kurator einzustellen und Raum sowie Geld f&uuml;r &ouml;ffentliche Ausstellungen bereitzuhalten. Es w&uuml;rde darauf hinauslaufen, das Museum zu bitten, &#8220;Zahnpasta in die Tube zur&uuml;ckzudr&uuml;cken&#8221; (&#8220;to put toothpaste back in a tube&#8221;; Currier, 2005). Im besten Fall, so scheint es, h&auml;tten die Sammler mit ihrem Protest einen Verkaufsstopp erreichen k&ouml;nnen. Doch w&auml;re das wirklich erstrebenswert? Die Sammlung w&uuml;rde in irgendeinem Keller verkommen, Feuchte im Laufe der Jahre die Schubladen ruinieren und letztendlich br&auml;che alles zusammen. Die Kristallstufen w&uuml;rden zerst&ouml;rt, falls sie nicht bereits eher abhanden kommen (Currier, 2005). Die mineralogischen Sammlungen der Academy befinden sich seit langem im K&uuml;hlraum eines Warenhauses. Das bedeutet, dass die St&uuml;cke &#8211; bis auf wenige Ausnahmen &#8211; nie &ouml;ffentlich ausgestellt wurden und werden. Von diesem Gesichtspunkt her betrachtet, macht es kaum einen Unterschied, ob die Sammlung verkauft wird oder nicht. Die &Ouml;ffentlichkeit sieht die Stufen so oder so nicht. Auf der Website des Museums wird die Mineraliensammlung nicht (mehr) erw&auml;hnt.</p>
<p>Die Zeiten haben sich ge&auml;ndert und die Museen m&uuml;ssen sich dem Trend anpassen &#8211; man denke nur an das Fehlen von Mineralogie-Kursen an vielen &ouml;ffentlichen Schulen und Universit&auml;ten (Currier, 2005). Dieser Zustand hat bereits Auswirkungen in mindestens einem Fall: 2004 beendeten nur 86 Bergbau-Ingenieure das Studium in den USA, obwohl etwa 300 Absolventen pro Jahr innerhalb der n&auml;chsten 12 Jahre n&ouml;tig w&auml;ren, nur um diejenigen zu ersetzen, die in Rente gehen (Wilson, Moore, 2005).</p>
<p>Vielleicht ist es unfair, die Academy zu kritisieren, nachdem auch andere vermeintliche &#8220;H&auml;user von Wissen und Historie&#8221; ihre Sammlungen ver&auml;u&szlig;erten. Aber mineralogisches Material aus den USA vor 1860 ist einzigartig. Und so macht keinen Unterschied, ob die Academy Sammlungsst&uuml;cke, ein Kunstmuseum einen DaVinci oder eine B&uuml;cherei eine Gutenberg-Bibel verkauft, um den Erl&ouml;s anderweitig zu verwenden (Goldstein, 2005).</p>
<p>Der Zweck eines &ouml;ffentlichen Museums sollte sein, Artefakte dem Publikum in ansprechender Weise zu pr&auml;sentieren. Aber in den vergangenen 25 Jahren glaubten viele naturhistorische Museen sich einem Trend anpassen zu m&uuml;ssen, der vom einfachen Ausstellen zu eher erzieherischen und popul&auml;ren Pr&auml;sentationen tendiert. Solch ein Trend wertet die eigentlichen nat&uuml;rlichen Objekte ab und ersetzt diese mit k&uuml;nstlich erzeugtem &#8220;Media-Erlebnis&#8221; (Smith, 2004). Mit der Konzentration auf solche p&auml;dagogischen Lehrmittel kam die Idee, dass Ausstellungen schlie&szlig;lich &uuml;berhaupt keine Artefakte mehr br&auml;uchten. Weshalb einen Brocken Lava ausstellen, wenn man einen Ausbruch des Kilauea-Vulkans im Film zeigen kann? Die Antwort: Weil ein Museum ein Ort ist, an dem Zivilisationen ihre Sch&auml;tze aufbewahren und weil die Menschheit immer daf&uuml;r sorgte, dass wichtige Artefakte gut gesch&uuml;tzt wurden.</p>
<p>Etwa im Jahr 2003 verlor das <a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.dmns.org" target="_blank">Denver Museum of Nature and Science</a> viele Kuratoren. Nun sind ganze Abteilungen ohne ausgebildete Vollzeitkr&auml;fte. Was wird mit den Sammlungen dieser Departments passieren? Genau dasselbe, was mit tausenden von Sammlungen geschah, die &uuml;ber die Jahre an Universit&auml;ten und Museen vermacht wurden: sie werden vergessen, verloren, bei schlechter Aufbewahrung ruiniert, veruntreut (wie an der Yale University), gepl&uuml;ndert, gestohlen und weggeworfen (Smith, 2004). Wird wohl die Rhodochrosit-Wand im Denver Museum demn&auml;chst abmontiert und durch eine &#8220;modernere&#8221; Pr&auml;sentation ersetzt? Was wird aus der weltbekannten Breckenridge Gold-Sammlung? Ohne Kuratoren w&auml;re es wohl besser, die Sammlungen zu verkaufen. Ein Privatsammler der sein eigenes Geld f&uuml;r eine Stufe ausgibt, wird sehr gut darauf aufpassen (Smith, 2004).</p>
<p>In der Philadelphia Academy ist nicht nur die mineralogische Sammlung bedroht. Auch die bedeutende historische Sammlung der Ornithologie, die bis Audubon zur&uuml;ckgeht, verlor Kuratoren und muss nun erstmals seit 200 Jahren ohne einen leitenden Forscher auskommen (Sheldon, 2005). Fr&uuml;here Vorg&auml;nge am Museum legen die Vermutung nahe, dass der Wegfall eines Kurators die entsprechende Sammlung in Vergessenheit geraten l&auml;sst Das k&ouml;nnte nun auch auf die Ornithologie zutreffen (LaPolla, 2005). Pr&auml;sident James Baker scheint den Zweck, den die Academy erf&uuml;llen sollte, nicht zu begreifen. Seine Vision f&uuml;r das Institut l&auml;sst das Schlimmste bef&uuml;rchten. Bestrebungen, die Academy auf Forschungsthemen auszurichten, die nicht an Sammlungen gebunden sind, erscheinen fehlgeleitet und k&ouml;nnen Einfluss auf andere Museen haben (LaPolla, 2005). Die Situation an der Philadelphia Academy ist kein Einzelfall. Viele andere Sammlungen in Naturhistorischen Museen der USA sind ebenfalls betroffen und in gro&szlig;er Gefahr. Es findet ein Wechsel statt &#8211; weg von sammlungsbezogenen hin zu besucherorientierten Themen (Goldstein, 2005). Dieser Trend ist zum Teil verst&auml;ndlich, denn es sind die Besucher eines Museums, die Eintritt bezahlen und damit zumindest etwas zum Budget beitragen.</p>
<p>Mittlerweile (Stand: Ende 2007) wurde die Philadelphia Mineraliensammlung verkauft. Die wohl einzige Ausnahme ist die &#8220;Vaux &#8211; Collection&#8221;. Einige bekannte Mineralienh&auml;ndler schlossen sich zusammen und erwarben die Sammlungen, wobei jeder beteiligte H&auml;ndler den Teil der St&uuml;cke erhielt, die in sein Spezialgebiet fallen. Dadurch wurde sichergestellt, dass z.B. die alten Funde von Pennsylvania in ein dortiges Museum kommen. Ebenso wurde mit historischen Stufen aus den Gruben um Franklin NJ verfahren. Ein bekannter H&auml;ndler aus Kalifornien erwarb alle europ&auml;ischen Funde der Academy in Philadelphia, da er besonders gute Kontakte und Kunden in Europa hat.</p>
<p>Auf mehreren Mineralienb&ouml;rsen in Amerika (<a title="Link im neuen Fenster" href="http://www.tgms.org/" target="_blank">Tucson</a>) und Europa (<a title="Link im neuen Fenster" href="http://mineralientage.de/" target="_blank">M&uuml;nchen</a>) sowie im Internet sind diese alten St&uuml;cke inzwischen angeboten und verkauft worden. Die Sammlungen der Philadelphia Academy wurden somit in alle Winde zerstreut. Ein weiteres Kapitel &#8220;Mineralogie&#8221; ist damit abgeschlossen.</p>
<p><strong>Literatur</strong><br />
Currier, Rock; 2005 &#8216;Rockhounds Digest&#8217;, Webseite, Vol. 6, # 23, November 24</p>
<p>Goldstein, Alan; 2005 &#8216;Rockhounds Digest&#8217;, Webseite, Vol. 6, # 23, November 24</p>
<p>Kirnbauer, Prof. Thomas; 2005 &#8216;Zur mineralogischen Sammlung des Senckenberg-Museums in Frankfurt a.M.&#8217;, Der Aufschluss, Vol. 56, # 3, Mai-Juni</p>
<p>LaPolla, John; 2005 &#8216;Academy of Sciences: Job Cuts&#8217;, in Science, Vol. 307 # 5715, March, Seite 1560</p>
<p>Nikischer, Tony; 2004 &#8216;Philadelphia Museum Attempts to Liquidate Historic Mineral Collection&#8217;, Mineral News, Vol. 20, # 11, November</p>
<p>Nikischer, Tony; 2005 &#8216;Philadelphia Academy Mineral Collection Update&#8217;, Mineral News Vol. 21, # 2, February</p>
<p>Sheldon F.H. et al.; 2005, &#8216;Academy of Natural Sciences: Job cuts&#8217;, in Science, Vol. 307, # 5715, March, Seite 1560, Letter zu Editor</p>
<p>Smith, Bill; 2004, &#8216;It&#8217;s the Artifacts, Stupid!&#8217;, Mineralogical Record, Vol. 35, # 2 March-April, Guest Editorial</p>
<p>Wilson W., Moore T.; 2005, &#8216;Mining Engineer Shortage&#8217;, Mineralogical Record, Vol. 36, # 3 May-June, Notes from the Editors</p>
<p>(<strong>Hinweis:</strong> Dieser Artikel basiert auf einem Manuskript aus dem Jahr 2005.)</p>
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