Landkarten & Navigation
Was wir damit zu tun haben
"Wo geht es denn jetzt lang?", fragen Sie sich und schlagen die Landkarte auf. Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, sind Geographen, Geodäten oder Geoinformatiker am Werk.
Eine sehr einfache Orientierungshilfe ist der Magnetkompass, dessen Vorläufer bereits um Christi Geburt in China erfunden wurde. Er nutzt das Erdmagnetfeld, um uns die Nordrichtung anzuzeigen. Gleichsam richtet sich ein Kreiselkompass entsprechend der Drehachse der Erde aus.
Zum Zeichnen einer Landkarte reicht die Angabe der Himmelrichtungen allein allerdings noch nicht. Man braucht außerdem ein Maß, mit dem die dreidimensionale Form der Erde passend auf ein zweidimensionales Blatt Papier gebannt wird. Dafür haben Geodäten Koordinatensysteme eingeführt. Am bekanntesten ist das Gradnetzsystem mit der Koordinatenangabe in Grad nördlicher oder südlicher Breite und Grad östlicher oder westlicher Länge. Je nachdem, ob man sich in Nähe des Äquators oder der Polarkappen befindet, unterscheiden sich die Darstellungsarten. Nur so können die Entfernungen auf der runden Erde genau in eine ebene Karte abgetragen werden. Anders als bei Karten auf dem Land sind in der Seefahrt exakt dargestellte Winkel das Wichtigeste, um eine Richtung einzuhalten. Daher werden dort andere Koordinatensysteme verwendet.
Ein Plan kann aber nur gezeichnet werden, wenn zuvor die präzisen Entfernungen oder auch Geländehöhen ermittelt wurden: Hier arbeiten wiederum die Geodäten, die sowohl auf dem Boden als auch aus der Luft vermessen. Werden Karten von Stollen und Schächten im Untertagebergbau benötigt, übernehmen die Markscheider diese Aufgabe.
Fernerkundler, die mit Satelliten oder aus dem Flugzeug unsere Erde betrachten, messen zwar auch Entfernungen, doch sind sie mehr daran interessiert, Aussagen zur Beschaffenheit eines Gebietes zu erhalten. So treffen sie Aussagen zur Vegetation, der Landschaftsentwicklung oder zur Geologie und Hydro(geo)logie. Dieses Wissen kommt schließlich Planern beispielsweise in der Bebauungsentwicklung oder im Bergbau zugute. Auch der Wuchszustand auf großen Ackerschlägen, deren Früchte letztendlich auf unserem Teller landen, kann so überprüft werden.
Der Geoinformatiker bringt alle Angaben zu einem Gebiet in eine einheitliche Form, in der jedem Ort eine oder mehrere Informationen zugeordnet sind. Dies bezeichnet man als Geoinformationssystem (GIS). Aus diesen lassen sich genauso druckbare Landkarten ausgeben wie 3D-Modelle eines vorliegenden Gebietes. Die Möglichkeit, ortsbezogene Daten schnell darstellen und abfragen zu können, erleichtert die Arbeit in Planungsbüros und Behörden ungemein.
Das Autonavigationssystem eines Flugzeuges, Pkws oder Schiffes braucht nicht nur eine digitale Karte, sondern auch den aktuellen Aufenthaltsort des Fahrzeuges. Das erledigt das Global Positioning System (GPS), das in der heutigen Navigation nicht mehr wegzudenken ist. Über den Kontakt zu Satelliten kann man damit eine Position auf dem Globus annähernd exakt bestimmen oder die Fahrtroute verfolgen. Es kommt nicht nur auf bewegten Objekten zum Einsatz, sondern auch für feststehende Orte, beispielsweise Probenahmepunkte in der Forschung.
Bei all dem ist die dafür nötige aufwendige Rechnertechnik, in die viele Rohstoffe eingehen (siehe "Elektronik"), nicht zu vergessen.
Wenn sie also mal den Weg nicht wissen, denken Sie an uns. Wir sind überall.
(Text: Maria Foltyn)
Die Initiative "Wir sind überall" wird vom Netzwerk für geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit betreut und kooperiert mit
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