Licht

Energie der Erde

Glühbirne

Strom kommt aus der Steckdose, oder? Ja, kommt er. Aber bis er in die Steckdose kommt und Licht erzeugen kann, erkunden wir die Erde nach Energierohstoffen und Rohstoffen, die nötig sind, um Energie bereitzustellen.

In Deutschland stammt die Energie vor allem aus Kohlen-, Gas- und Kernkraftwerken, aber auch schon zu größeren Teilen aus erneuerbaren Ressourcen, wie Wasser-, Solar- und Windkraft oder Biomasse und natürlich Geothermie. An all diesen Energiequellen sind die Geo- und Bergbauwissenschaften zum Teil erheblich beteiligt - direkt und indirekt. Am deutlichsten machen das die Kohlen- und Gasenergie deutlich. Stein- und Braunkohle sowie Erdgas und Erdöl sind Rohstoffe unserer Erde, die in Jahrmillionen aus Resten von Pflanzen und Tieren entstanden sind. Dabei wurde der "Energiespeicher" Kohlenstoff angereichert, aus dem wir heute durch dessen Verbrennung in Kraftwerken Strom für Industrie und Haushalte erzeugen. Kohle, Gas und Öl müssen aber erst entdeckt werden, weil sie meist im tiefen Untergrund verborgen liegen. Mit geowissenschaftlichen Methoden wird Erkundung nach diesen Energierohstoffen betrieben. Bei entsprechender Qualität der Lagerstätten findet dann der bergmännische Abbau statt. Ohne die Leistungen der Bergleute und Geowissenschaftler wäre kein Kraftwerk in der Lage Strom zu produzieren. Außerdem sorgen Bergbauplaner und Geowissenschaftler dafür, dass der Abbau nachhaltig und umweltverträglich erfolgt.

Braunkohlenabbau im Tagebau

Bildinfo Braunkohle ist einer der derzeit bedeutendsten Rohstoffe Deutschlands. Der Abbau der über mehrere Millionen Jahre entstandenen Kohle wird nicht, wie der Steinkohlenabbau, staatlich subventioniert, sondern trägt sich selbst. Im Bildvordergrund baggert ein Eimerkettenbagger das Braunkohlenflöz ab, während eine so genannte Förderbrücke die über der Kohle liegenden Sedimente (Sand, Kies) von der Abbaufront auf die bereits abgebauten Flächen schüttet.

Auch zukünftige Energieträger werden intensiv geowissenschaftlich erforscht. In den letzten Jahren waren dabei vor allem die Methangashydrate im öffentlichen Gespräch. Zu guter Letzt benötigt auch die umstrittene Kernenergie geowissenschaftlich erkundete und bergmännisch geförderte Rohstoffe, allen voran das UranUranerz
Uran ist ein Element (im Bild in Form des Minerals Pechblende), ohne das unsere Erde so nicht existieren könnte. Es sorgt durch seinen radioaktiven Zerfall im Erdinneren für Wärmeproduktion. Auch der Mensch nutzt Uran als Wärme- und damit Energiequelle - mit allen Vor- und Nachteilen.
.

Eine wichtige Rolle bei der Energieerzeugung spielen aber auch Metallrohstoffe, wie EisenerzeEisenerz
Gebändertes Eisenerz - der wichtigste Eisenrohstoff
, die zum Kraftwerksbau benötigt werden. Auch die erneuerbaren Energiekonzepte kommen ohne Stahl aus Eisenerz, Kunststoffe aus ErdölErdöl
Erdöl wird, wie im Bild, auch noch in Deutschland gewonnen - hier auf der Insel Usedom
oder spezielle Beschichtungen und Zusätze aus anderen Rohstoffen nicht aus. Ohne diese Rohstoffe könnten keine Windräder gebaut, keine Biomasse- und Wasserkraftwerke errichtet werden.

Eine besondere Rolle nehmen die Geo- und Montanwissenschaften vor allem bei der Solarenergie ein. Die Entwicklung der Solarzellen war erst durch geowissenschaftliche Grundlagenforschung im Bereich der Kristallographie möglich. Für die Solarzellen ist das im SandSandgrube
Sand ist ein Massenrohstoff, der in zahlreichen Sandgruben gewonnen wird
vorkommende Mineral QuarzQuarz
Quarz - Grundbaustein der Erdkruste und zugleich Grundlage moderner Technologien
(Siliziumdioxid) als Rohstoff notwendig. Dieser wird nach seiner bergmännischen Gewinnung, zum Beispiel in Sand- und Kiesgruben (siehe Bild), aufgeschmolzen, gereinigt und dann mit bestimmten Verfahren auskristallisiert. So entsteht letztlich aus Sand die Grundlage jeder Solaranlage. Nicht zu vergessen ist die Energie der Erde. Geothermie findet immer größere Anwendung. Geowissenschaftler erkunden die Erdkruste nach geeigneten Standorten für Geothermie-Bohrungen und legen so die Grundlagen für eine Energiealternative mit Zukunftspotential.

Sandgrube

Bildinfo In Sandgruben wird Sand zur Herstellung von Solarzellen gewonnen. Allerdings ist nicht jeder Sand geeignet. Er muss sehr rein sein, da für die aus ihm produzierten Siliziumscheiben besondere Qualitätsanforderungen bestehen.

Nun ist der Strom aus unzähligen Rohstoffen direkt oder indirekt produziert worden, aber noch lange nicht bei Ihnen zu Hause oder auf der Arbeit. Dazu muss er durch kilometerlange Aluminium- und Kupferkabel fließen, hunderte Strommasten aus Stahl hinter sich lassen und schließlich den Wolframdraht Ihrer Glühbirnen zum Leuchten bringen. Auch Aluminium-, KupferAzurit und Malachit
Die Minerale Azurit (blau) und Malachit (grün) enthalten das wertvolle Kupfer.
- und WolframerzeWolframerz
Wolfram kommt sowohl im Mineral Wolframit als auch im Scheelit (Bild links) vor. Nachdem der Scheelit geowissenschaftlich erkundet, bergmännisch abgebaut und danach aufbereitet wurde, entsteht ein dunkles Wolframkonzentrat (Bild rechts).
müssen aus den Tiefen der Erde gewonnen werden. Und das macht geowissenschaftliche Erkundung und Bergbau erforderlich.

Wenn Sie das nächste Mal das Licht anschalten oder einen Stecker in die Steckdose stecken, denken Sie vielleicht an uns und die Rohstoffe, die nötig sind, damit Sie Strom und Licht in ausreichenden Mengen nutzen können. Wir sind überall.

Die Initiative "Wir sind überall" wird vom Netzwerk für geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit betreut und kooperiert mit

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