Medizin
Minerale helfen
Die Medizin kommt ohne geowissenschaftliche Anwendungen und bergbaulich gewonnene Rohstoffe nicht aus. Das liegt zu großen Teilen daran, dass der menschliche Körper aus vielen Biomineralen aufgebaut ist, die auch im Reich der unbelebten Erde, also den Mineralen und Gesteinen, vorkommen (siehe Begriff "Mensch").
Denken wir einmal an den Zahnersatz. Dort werden zum Beispiel spezielle Keramiken verwendet, deren Grundbausteine Ton
Tone sind auf der Erde weit verbreitet - für viele Produkte werden allerdings seltene Spezialtone benötigt, die Geowissenschaftler erkunden und Bergleute abbauen. und Kalkstein
Kalkstein - er wird überwiegend in Steinbrüchen gewonnen und ist oft reich an Fossilien sind. Auffälliger ist Zahnersatz aus Gold
Gold ist ein sehr seltenes und zudem noch äußerst aufwändig abbaubares Element - im Bild ist ein Mini-Goldbarren zu sehen, manchmal auch unter Verwendung von Platinlegierungen. Für Zahnkronen oder -brücken wird häufig auch Zirkon
Zirkon ist ein wichtiges Mineral - nicht nur für die Medizin, sondern auch, um das Alter von Gesteinen bestimmen zu können. genutzt. Platinlegierungen spielen außer in der Zahnmedizin eine erhebliche Rolle bei der Herstellung von Herzschrittmachern. Metalle wie Titan werden auch für künstliche Gelenke benötigt. Ein Forschungszweig der technischen Mineralogie befasst sich mit der mineralischen Beschichtung solcher Kunstgelenke, um die Chancen einer Verwachsung mit dem natürlichen Gewebe zu erhöhen.
Denken wir einfacher, gelangen wir zum Steinsalz
Bergbau auf Steinsalz ist einer der wichtigsten Bergbauzweige Deutschlands. Steinsalz, wie es im Bild zu sehen ist, lagerte sich vor vielen Millionen Jahren am Grund austrocknender Ozeane ab. Auch heute noch finden solche Prozesse statt, z.B. im Toten Meer. zur Herstellung von Kochsalzlösung. Eine simple Kochsalzlösung hilft in vielen akuten Fällen in der Medizin weiter. Knochenbrüche werden mit Gipsverbänden gestützt und stabilisiert. Gips
Gips für Alltagszwecke wurde lange Zeit aus natürlichem Gips hergestellt. Heute wird jedoch Gips aus REA (Rauchgas-Entschwefelungs- Anlagen) moderner Kohlekraftwerke zur Weiterverarbeitung verwendet. ist ein natürliches Mineral, das dementsprechend auch geowissenschaftlicher Erkundung und bergbaulichen Abbaus bedarf (siehe Bild: Millionen Jahre alter Gips).

Bildinfo Gips als natürlich gewonnener Rohstoff hat in den westlichen Ländern an Bedeutung verloren, wenngleich es noch Bergbau darauf gibt, z.B. auf Sizilien in Italien. Oftmals werden große Gipsmengen in so genannten Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) in Braunkohlenkraftwerken als Nebenprodukt gewonnen und überschwemmen den Markt. Im Bild ist natürlicher Gips zu sehen, der sich vor Jahrmillionen im austrocknenden Mittelmeer bildete.
Hinzu kommen eine Unmenge an Arzneistoffen und Tabletten, in denen mineralische Rohstoffe wie Kalk zumeist als Füllstoffe eingesetzt werden. Eine ganze Reihe von Rohstoffen findet Verwendung gegen ganz bestimmte Beschwerden, so zum Beispiel Gold bei Arthritis und Krebs), Platin bei Leukämie und ebenso bei Krebs, Lithium bei manisch-depressiven Erkrankungen, Magnesium als Abführmittel und zur Anregung der Durchblutung sowie Zink und Antimon als Brechmittel.
Wenn Sie das nächste Mal bei Ihrem Arzt sind oder einfach nur eine Kopfschmerztablette nehmen, dann denken Sie vielleicht an uns. Wir sind überall.
Die Initiative "Wir sind überall" wird vom Netzwerk für geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit betreut und kooperiert mit
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