Straßen & Wege
... zu den Geo- & Montanwissenschaften
Egal ob Fußweg, Bundesstraße oder Autobahn - der Bau von Straßen und Wegen ist eng mit Rohstoffen verknüpft. Für jeden sichtbar ist der Asphalt, auf dem die Autos fahren. Diese obere Fahrbahnschicht ist ein Gemenge aus Erdöl
Erdöl wird, wie im Bild, auch noch in Deutschland gewonnen - hier auf der Insel Usedomprodukten und Natursteinen aus Steinbrüchen. Unter dem Asphalt befinden sich meist Schichten aus Kies und Schotter, um die Fahrbahn vor Frostschäden zu schützen. Auch der Schotter wird in Steinbrüchen oder Kiesgruben gewonnen. Autobahnen werden oft aus Beton gebaut, der aus Sand
Sand ist ein Massenrohstoff, der in zahlreichen Sandgruben gewonnen wird und Kies, gemischt mit Zement, besteht. Zement wiederum wird vor allem aus Kalkstein
Kalkstein - er wird überwiegend in Steinbrüchen gewonnen und ist oft reich an Fossilien und Tonen
Tone sind auf der Erde weit verbreitet - für viele Produkte werden allerdings seltene Spezialtone benötigt, die Geowissenschaftler erkunden und Bergleute abbauen. hergestellt. All diese Rohstoffe müssen in Steinbrüchen, Kies- und Tongruben bergmännisch gefördert werden. Schon die ersten Wege der Menschen wurden aus Natursteinen, wie beispielsweise Granit
Granit - ein Aluminium reiches Gestein, erbaut (siehe Bild). Auch heute verbreiten solche gepflasterten Straßen in den Innenstädten einen besonderen Charme.

Bildinfo In diesem Steinbruch wird Granit mit aufwändigen Verfahren gewonnen. Die Bergleute bohren, schneiden und hebeln große Granitblöcke aus dem anstehenden Gestein, um daraus dann Bordsteine, Gehwegplatten oder auch Grabsteine herstellen zu können. Sprengungen wären an dieser Stelle nicht sinnvoll, da der Granit zu sehr beansprucht werden und Risse bekommen würde.
Um noch einige Zahlen zu nennen: pro Autobahnmeter werden ca. 33 t Rohstoffe verbaut. Auf Bundesstraßen sind es etwa 8 t pro Meter, der Gehweg verschlingt 1 t pro Meter und eine Bundesstraßenbrücke verbraucht immense 85 t pro Meter.
Um Straßen sicher bauen zu können, sind Ingenieurgeologen nötig, die die Standsicherheit der Straßen berechnen und dazu den Untergrund geologisch erkunden und bewerten. Zusätzlich erfassen sie die seitlichen Hänge an den Straßen geologisch, um Rutschungen voraussagen und verhindern zu können. Ebenso verhält es sich mit Steinfall und Bergstürzen. Um Straßen überhaupt planen und in ihrem Verlauf festlegen zu können, sind Markscheider und Geodäten nötig, die das Bauprojekt mit Vermessungen begleiten.
Ohne geowissenschaftliches Knowhow und immense Rohstoffmengen würde es keine modernen Straßen geben. Vielleicht denken Sie an uns, wenn Sie das nächste Mal über eine Straße fahren oder über einen Fußweg schlendern. Wir sind überall.
Die Initiative "Wir sind überall" wird vom Netzwerk für geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit betreut und kooperiert mit
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