Kein Wasser?
... ohne Gesteine nicht genießbar
Was wäre, wenn Sie einige Tage kein Wasser hätten, sich weder etwas kochen noch duschen könnten? Damit Sie immer ausreichend mit Wasser versorgt sind, kümmern wir uns um die Erkundung von Grundwasservorkommen, deren Erschließung sowie um deren Schutz.
"Ohne Wasser - kein Leben!" Dies weiß die Menschheit im Grunde seit ihrer Existenz. Wasser ist Lebens- und Transportmittel, dient der Hygiene und der Energiegewinnung, ist Lösungsmittel und vieles mehr. Das Verhältnis des Menschen zum Wasser ist seit jeher begründet durch Überschuss und Mangel. Die Auseinandersetzung mit dem Wasser findet sich in allen Weltreligionen, in vielen Mythen und Legenden wieder. Der Werdegang vieler Gesellschaften war und ist in erheblichem Maße damit verbunden, wie gut es gelingt, die Probleme im Zusammenhang mit der Wasserfassung, -speicherung, -verteilung, -entsorgung, Be- und Entwässerung sowie dem Hochwasserschutz in den Griff zu bekommen.
Genau daran arbeitet eine spezielle Gruppe von Geowissenschaftlern: die Hydrologen und die Hydrogeologen. Solche uns heute als alltäglich erscheinenden Dinge wie Fernwasserversorgung, Toilettenspülung oder Hochwasserschutz sind ohne deren Arbeit nicht denkbar.

Bildinfo Das Grundwasser fließt schon Jahrmillionen unterirdisch in bestimmten porösen Gesteinsschichten. Dabei existiert ein Gefälle vom Landesinneren zum offenen Ozean hin (wie bei einem Fluss). Das heißt, dass das Grundwasser letztendlich auch in das Meer entwässert. Genau dies ist im Bild der Fall. Hinter dem Fotografen befindet sich die Ostsee...
Von der unvorstellbaren Menge von über 1,4 Milliarden Kubikkilometern Wasser, die auf unserem Planeten gespeichert ist, sind leider nur etwa zwei bis drei Prozent Süßwasser und hiervon wiederum nur knapp 30 Prozent als Trinkwasser verfügbar (das meiste in Form von Grundwasser). Hinzu kommt noch, dass das Wasser auf unserer Erde infolge klimatischer Unterschiede recht ungleich verteilt ist. Mitteleuropa gehört im Übrigen zu den Gebieten weltweit, die sich durch eine außerordentlich geringe Wasserverfügbarkeit je Einwohner auszeichnen. Geschuldet ist dies vor allem der hohen Bevölkerungsdichte, nicht aber dem Wasserangebot. Um trotzdem Versorgungssicherheit zu gewährleisten, suchen Geowissenschaftler nach Grundwasservorkommen (siehe Bild: Grundwasseraustritt an einer Quelle), untersuchen diese auf ihre Eigenschaften und Nutzungspotentiale, berechnen und bewerten die Wasservorräte.
In der Bundesrepublik werden übrigens drei Viertel der öffentlichen Wasserversorgung aus dem Grundwasser gedeckt, das mehrere tausend bis millionen Jahre alte geologische Formationen durchströmt. Zählt man künstlich angereichertes Grundwasser und Uferfiltrat von Flüssen hinzu, so sind es sogar etwa 90 Prozent. Flusswasser, das noch vor 200 Jahren den Hauptteil der Wasserversorgung ausmachte, hat heute vor allem wegen der im Vergleich zu Grundwasser schlechteren Wasserqualität mit gerade mal einem Prozent kaum noch eine Bedeutung für die Trinkwasserversorgung.
Neben den schon genannten Aufgaben kümmern sich Geowissenschaftler auch um die Bereitstellung geologischer Informationen, damit künftige Gewinnungs-, Aufbereitungs- und Transporteinrichtungen für Grundwasser vernünftig geplant und vorbereitet werden können (siehe Bild: Staudämme und Talsperren wären ohne Hydrologen und Ingenieurgeologen nicht denkbar).
Wenn Sie das nächste Mal Ihren Wasserhahn aufdrehen, sich duschen, schwimmen gehen oder Wäsche waschen, dann denken Sie vielleicht an uns und das Wasser, das wir täglich aus den Tiefen der Erde bergen. Wir sind überall.
(Text: Dr. Volkmar Dunger)
Die Initiative "Wir sind überall" wird vom Netzwerk für geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit betreut und kooperiert mit
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