Forschen für den Alltag
Ein Mineraloge und der Klinker

Wer bist du, woher kommst du, wo und was hast du studiert?
Mein Name ist André Blasig. Ich stamme aus Großschönau/Sachsen, einem kleinen Dorf im Dreiländereck Deutschland, Polen, Tschechien. Studiert habe ich Mineralogie, von 2000 bis 2006 an der TU Bergakademie Freiberg.
Was machst du zur Zeit?
Zur Zeit promoviere ich an der TU Clausthal.
Du schreibst also eine Doktorarbeit. Über welches Thema?
Analyse der Auswirkungen des variierten Silikatmoduls auf die Sinterbedingungen und die Klinkerphasenbildung.
Was soll man sich darunter vorstellen? Was erforschst du?
Dazu muß ich etwas weiter ausholen. Um Klinker, das gebrannte Rohmaterial zur Zementherstellung, zu brennen, benötigt man ein entsprechendes Rohmehl, bestehend aus Calcit, Quarz, Eisenoxiden und Tonmineralen. Diese müssen in ihren Anteilen so abgestimmt sein, dass die chemische Gesamtzusammensetzung der des Klinkers entspricht. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist es, eine wirtschaftlich optimale Verteilung der Korngrößen dieses Mineralmehlgemisches zu finden. Der Brennprozess der Klinker verläuft umso schneller, je kleiner die Mineralkörner sind. Wenn man nun noch die Temperatur betrachtet, bei der diese Reaktion abläuft - immerhin 1350°C -, wird ganz schnell klar, dass man versuchen will, so wenig wie möglich Energie aufzuwenden, um diese Temperatur zu erreichen und zu halten. Dazu kommt noch die Belastung der Umwelt mit CO2 und anderen Verbrennungsgasen, welche natürlich auch so gering wie möglich gehalten werden soll.
Was bringt uns das im Alltag?
Am Ende dient meine Arbeit der Einsparung von Energie und Treibhausgasen und schützt so unsere Umwelt. Außerdem verbessere ich die Klinker-Eigenschaften und das kommt allen z.B. beim Hausbau zu Gute.
Wie bist du auf die Geowissenschaften gestoßen und warum wolltest du Mineralogie studieren?
Auf die Idee, Mineralogie zu studieren, bin ich durch ein Hobby gekommen. Ich sammle seit meinem 10. Lebensjahr Minerale und wollte mehr über deren Bildung, Eigenschaften und Verwendung erfahren. Dazu kam, dass dieser Studiengang viele Interessante Möglichkeiten bietet, wie beispielsweise Exkursionen oder das Erlernen einer Vielzahl von Analysenmethoden. Später hat sich auch gezeigt, dass man durch diesen Abschluss ein einzigartiges Alleinstellungsmerkmal für die spätere Berufswahl besitzt.
Vielen Dank!
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