Wasser für alle

Ein Hydrogeologe sichert unsere Wasservorräte

Sven Fuchs

Wer bist du, was und wo hast du studiert und wo bist du gerade beruflich tätig?
Ich bin Sven Fuchs und habe vom WS 01/02 bis zum Spätsommer 2007 an der TU-Berlin den Studiengang "Geoingenieurwissenschaften und Angewandte Geowissenschaften" studiert. Dieser Studiengang wird derzeit durch den "Geotechnologie" Bachalor / Master abgelöst. Anfang 2007 begann ich meine Diplomarbeit auf dem Gebiet der Brunnenregenerierung und der Grundwasserhydraulik in Zusammenarbeit mit dem Brandenburger Ingenieurbüro GCI und dem Berliner Ingenieurbüro "pigadi" zu schreiben. Nach erfolgreichem Abschluss bin ich nun diplomierter Hydrogeologe. Im Anschluss übernahm mich GCI gleich in die eigene Belegschaft. Dort arbeite ich seitdem als Projektingenieur im Bereich Altlastenerkundung und -sanierung, Grundwassermanagement und Wasserwirtschaft.

Du bist also Hydrogeologe. Was können wir uns konkret darunter vorstellen?
Hydrogeologen beschäftigen sich mit einem der spannendsten und wichtigsten Elemente und dem künftig sicher brisantesten Rohstoff auf der Erde. Dem Wasser.

Wir betrachten Grundwasserströmung und Grundwasserbeschaffenheit um die Nutzbarmachung des Wassers als Trink- oder Brauchwasser zu bewerkstelligen. Zur Untersuchung der Grundwasserströmung und -beschaffenheit bedarf es neben der naturwissenschaftlichen Grundlagen Physik, Mathematik, Chemie und Thermodynamik insbesondere des Verständnisses der geologischen Zusammenhänge.

Im Mittelpunkt des beruflichen Einsatzes als Hydrogeologe stehen die Nutzung von Grundwasser, die Sanierung von Grundwasserverunreinigungen und der Schutz des Grundwassers. Beben den erwähnten naturwissenschaftlichen Grundlagen sind hierfür insbesondere ingenieurtechnische Kenntnisse erforderlich.

Was sind deine Aufgaben im Ingenieurbüro?
Zurzeit beschäftige ich mich im Wesentlichen mit dem Aufstellen und Ausarbeiten von Leistungsverzeichnissen und Leistungsbeschreibungen für Trockenbohrungen zur Altlastenerkundung. Zudem arbeite ich mich in die Planung und Auswertung von Immissionspumpversuchen, einem relativ neuen und komplexen integralen Erkundungsmethode zur Bestimmung räumlich variabler Schadstofffahnen im Untergrund, ein.

Wer oder was hat dich überhaupt zur Hydrogeologie gebracht?
Während Realschul- und Gymnasialzeit hatte ich immer wieder exzellente Geographielehrer, die meinen Blick für die Verhältnisse in anderen Ländern gelenkt haben. Nachdem der Milleniumsbericht der UN auf dem Tisch lag, empfand ich es als schreiende Ungerechtigkeit, dass über zwei Milliarden Menschen täglich ohne Zugang zu sauberen Trinkwasser leben. Verkürzt gesagt dachte ich mir, dass man da was gegen unternehmen müsste (lacht). Also ging ich auf die Suche nach einem geowissenschaftlichen Studiengang der mich befähigen sollte genau dies eines Tages zu können.

Vielen Dank!

Die Initiative "Wir sind überall" wird vom Netzwerk für geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit betreut und kooperiert mit

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