Der Geoökologe

... zwischen Mensch und Natur

Geoökologe

"Geoökologen lösen Umweltprobleme, Geoökologen tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft einen nachhaltigeren Lebenswandel führt." So ließe sich die Frage knapp und unpräzis beantworten.

Vielleicht sollten wir doch nachhaken und damit beginnen, warum es neben der Ausbildung von Geologen und Mineralogen, Geophysikern und Geotechnikern eben auch die der Geoökologen gibt. Inhaltlicher Schwerpunkt und Alleinstellungsmerkmal der Geoökologen ist es, in ihrer Ausbildung neben einer gesunden Basis in den Geowissenschaften auch eine nicht weniger solide Ausbildung in den Biowissenschaften sowie in Umweltrecht und Grundlagen des Umwelt- und Ressourcenmanagements vermittelt zu bekommen. Das wahrhaft interdisziplinäre Studium ist recht anspruchsvoll und verlangt den Studierenden einiges ab - vor allem muss Studieninteressierten bewusst sein, dass es sich um ein naturwissenschaftliches Studium handelt. Ohne ein gutes Basiswissen in Mathematik und Stochastik, in Chemie und Physik wird das Studium schnell zur Last. Auf diesen Grundlagenfächern liegt der Schwerpunkt der Ausbildung in den ersten Semestern, so dass ggf. Lücken aus der Schulzeit mit Fleiß und Engagement ausgeglichen werden können. Dann kommen zunehmend Inhalte der eigentlichen Kompetenzfelder der Geoökologen dazu. Mit dem ersten Studienabschluss, dem "Bachelor of Science" in Geoökologie (B.Sc.), können die jungen Akademiker sich schnell in die verschiedensten Aufgaben einarbeiten - eine attraktive Möglichkeit für alle, die früher in die Praxis wollen.

Bei überdurchschnittlich erfolgreichem Abschluss des B.Sc. steht der Weg offen zum "Master of Science" und zur Promotion. Dieser fortgeschrittene Studienabschnitt entwickelt die erworbenen Grundlagen und bietet eine deutliche Spezialisierung und Profilierung für die Studierenden. Das Spektrum ist weit und reicht von der Atmosphären- und Klimaforschung über Biotechnologie und Mikrobiologie sowie Bodenkunde, Hydrologie und Hydrogeologie hin zur Umweltökonomie. Das Besondere ist jedoch, dass Inhalte solch "klassischer" Studienfächer in ein Ausbildungskonzept integriert sind, in dem Kernkompetenzen solcher Fächer mit einer Querschnittskompetenz verbunden sind - die Basis der interdisziplinär und vernetzt, also systemisch denkenden Geoökologen.

"Geoökologie ist eine an Umweltproblemen orientierte, interdisziplinäre Naturwissenschaft. Sie zielt auf das Verständnis der Funktions- und Wirkungsweise der Umwelt, insbesondere um Probleme im Zusammenhang mit der menschlichen Nutzung zu erkennen und zu lösen" (Definition des Verbandes der Deutschen Geoökologen (VGöD))

Was also machen die Geoökologen? Sie konkurrieren auf breiter Front - und oft erfolgreich - mit Absolventen anderer Studiengänge und setzen sich in der Regel dort durch, wo die besondere Querschnittskompetenz, das systemische Denken gesucht sind, und wo neben Geo- auch Biokompetenz erwartet wird. Im Ergebnis finden erfolgreiche Geoökologen attraktive Arbeitsplätze z.B. in der Versicherungswirtschaft (Risikoanalysen), bei nationalen und internationalen Beratungsfirmen (besonders mit Schwerpunkten in Bodenkunde, Hydrologie, Ökologie sowie Umweltrecht und einer Basis in den Wirtschaftswissenschaften), in mittelständischen und großen Produktionsbetrieben aller Branchen (Umweltabteilungen), aber nach wie vor auch bei Fachbehörden auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene. Wie stets lassen sich auch besonders begabte Absolventen auf eine weitere akademische Qualifizierung ein und finden Platz in Großforschungszentren und Max-Planck-Instituten sowie an Universitäten weltweit.

(Text: Prof. Dr. Jörg Matschullat)

Die Initiative "Wir sind überall" wird vom Netzwerk für geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit betreut und kooperiert mit

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