Diatomit (Kieselgur)

Alfred Nobels Geheimwaffe

Eigentlich ist Diatomit ein Friedhof - ein Friedhof für Milliarden von winzigen Algenschalen. Diese speziellen Algen werden Diatomeen genannt und haben sich nach ihrem Tod über Jahrmillionen am Seeboden abgelagert. Übrig geblieben sind heute nur noch ihre zu Gestein verfestigten, äußerst porösen Hüllen aus Quarz. Genau diese Porosität macht den Diatomit so begehrt.

Seine hervorragenden Filtereigenschaften machen den Diatomit unverzichtbar in der Abwasseraufbereitung, zur Reinigung von Wasser in Schwimmbädern oder zum Entfernen von Trübstoffen in Wein, Bier, Fruchtsäften und Speiseölen. Auch die Herstellung von Margarine und anderen Fetten kommt nicht ohne das Algenschalengestein aus.

Alfred Nobel erlangte dank des Diatomits weltweit Berühmtheit, als er diesen mit dem äußerst stoßempfindlichen Sprengstoff Nitroglycerin tränkte. Heraus kam das legendäre Dynamit, das zwar noch die Sprengkraft des Nitroglycerins besaß, aber jeder Erschütterung standhielt.

Als Füllstoff dient Diatomit in Papier, Medikamenten, Farben, Pudern, Bau- und Kunststoffen. In Farben und Lacken wirkt er außerdem dem Absinken der mineralischen Farbpigmente entgegen. Trotz seiner Leichtigkeit besitzt das Diatomeengestein eine hohe Härte, da es aus Quarz besteht. Das macht den Diatomit ideal als Schleif- und Poliermittel sowie als Zusatzstoff in Reinigungsmitteln. Autoreifen und Asphaltstraßen werden durch die Zugabe der harten Schalen der fossilen Algen abriebfester und können schwankenden Temperaturen besser widerstehen.

Die Initiative "Wir sind überall" wird vom Netzwerk für geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit betreut und kooperiert mit

Logo von geoberg.deLogo der RVBLogo der DMGLogo des BDGLogo der DGGLogo der GVLogo der TU Bergakademie FreibergLogo der GDMBLogo der TU ClausthalLogo von geo-leo.deLogo der GSSPELogo von geoversum.info