Fluorit (Flussspat)
... ein Multitalent
Das natürliche Mineral Fluorit (Flussspat) begegnet uns in einer Vielzahl von Alltagsdingen wieder. Chemisch gesehen besteht es aus Calcium und Fluor.

Bildinfo Das Foto zeigt natürlich entstandene Fluorit-Kristalle. Solche faszinierenden Kristalle sind nur selten zu finden. Meistens tritt Fluorit feinkristallin, derb und massig auf. Für die Verwendung in der Industrie kann nicht jede Fluoritlagerstätte abgebaut werden, da nicht alle Fluoritvorkommen die gesuchte Qualität aufweisen. Geowissenschaftler untersuchen die Erdkruste nach passenden Lagerstätten und erforschen deren Entstehung.
Anwendung finden Fluoritkristalle in der optischen Industrie. Dort werden sie zu Linsen, Prismen und Filtern verarbeitet, um dann in Ferngläsern, Mikroskopen, TV-Kameras und wissenschaftlichen Analysengeräten zum Einsatz zu kommen. Da solche Fluoritkristalle sehr rein sein und spezielle optische Eigenschaften aufweisen müssen, kommen nur relativ wenige natürliche Flussspatvorkommen in Frage. Die Preise sind dementsprechend hoch. Deshalb ging man in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts zur künstlichen Herstellung der Kristalle über ("Kristallzüchtung"). Dabei werden bis zu 30 Zentimeter dicke und mehrere Kilogramm schwere Einzelkristalle aus einer Calciumfluorid-Schmelze auskristallisiert.
Als Schmuckstein hat Fluorit nur eine geringe Bedeutung, da er relativ weich und kratzanfällig ist. Aufgrund seines Farbenreichtums (z.B. violett, blau, grün, gelb) wird er oft zur Imitation teurer Schmuck- und Edelsteine herangezogen.
Eines der wichtigeren Anwendungsgebiete von Flussspat ist die Eisen- und Stahlwirtschaft. Dort dient er als so genanntes Flussmittel, das die Fließfähigkeit der Schlacken verbessert, die während des Schmelzens von Eisenerz entstehen. Dadurch können die Schlacken als Abfallprodukt besser vom Roheisen getrennt und zusätzlich noch Energiekosten eingespart werden, da Fluorit die Schmelztemperatur der Verunreinigungen (Schlacken) herabsetzt. Neben Eisen und Stahl wird beispielsweise auch Aluminium mit Hilfe des Fluorits aus den Roherzen gewonnen. Dabei sind für die Produktion von einer Tonne Aluminium etwa 60 Kilogramm Flussspat nötig.
Außer in der Metallindustrie wird Fluorit auch zum Herstellen von Keramik, Gläsern, Emaille und Leuchtmitteln (z.B. Leuchtstoffröhren) verwendet.

Bildinfo Auch in Deutschland wird noch Fluorit abgebaut. Das Bild zeigt den Eingang zu einem Fluorit-Bergwerk im Schwarzwald. Der Fluoritbergbau war einst ein bedeutender deutscher Industriezweig. Größere und leichter abzubauende Lagerstätten, z.B. in China, brachten den deutschen Fluorit-Bergbau aber nahezu zum Erliegen. Da Fluorit jedoch ein nicht zu ersetzender Rohstoff unseres Alltags ist und in Deutschland noch einige Fluorit-Lagerstätten existieren, ist auch ein erneuter Abbau möglich.
Große Mengen natürlichen Fluorits werden für die chemische Industrie bergmännisch abgebaut. Eine kaum zu erfassende Vielzahl an Produkten und Technologien basieren auf Fluorit oder kommen im Laufe ihrer Herstellung mit diesem Mineral in Berührung. Dabei ist besonders das im Fluorit enthaltene Fluor von Interesse. Einige Beispiele sollen die Vielfalt der "Fluorit-Produkte" verdeutlichen: Füllmittel, Holzschutzmittel, Teflon (Bratpfannen, Töpfe etc.), Betonzuschlagstoffe, Isolationsmittel, Imprägniermittel, Druckerei- und Färberei-Industrie, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Klebstoffe, Halbleitertechnik, Zahnpflege (Fluor in Zahnpasta), Insektizide und vieles mehr.
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