Kalk

... ein Universaltalent

Kalkstein ist ein unglaublich vielseitiger Rohstoff. Es gibt fast keinen Lebensbereich, in dem er uns nicht begegnet. Da wäre die Eisen- und Stahlindustrie, die Kalk zur Eisenerzverhüttung benötigt. Um eine Tonne Roheisen herzustellen, sind 100 bis 200 Kilogramm Kalkstein und 20 bis 30 Kilogramm Branntkalk nötig. Auch die weitere Verarbeitung zu Stahl kommt ohne Kalk nicht aus. Die Bauindustrie setzt auf Kalk zum Anmischen von Mörtel, in Form von künstlich hergestellten Kalksandsteinen oder Porenbeton, als Naturstein oder als Zuschlagstoff für Beton.

Kalkstein

Bildinfo Kalkstein ist ein unglaublich häufig vorkommendes Gestein auf der Erde. Es wird meist unter marinen Bedingungen, also im Meer gebildet. Entweder wird der Kalk direkt aus dem Wasser ausgefällt oder Meerestiere, die Kalkschalen haben, sinken nach ihrem Tod auf den Meeresboden und verfestigen sich über Jahrmillionen zu Gestein. Auf dem Foto sieht man sehr deutlich, dass sich im Kalk Muscheln angesiedelt hatten und nach ihrem Tod darin liegen blieben.

Schon die alten Chinesen wussten die Eigenschaften von Kalk zu nutzen. Sie mischten den Boden mit Kalk, um Feuchtigkeit zu entziehen und den Untergrund standfester zu machen. Mit Erfolg, denn die chinesische Mauer steht heute noch stabil auf dem gekalkten Baugrund. Auch im modernen Straßen- und Wegebau wird diese Methode noch eingesetzt. Die Straße selbst kann je nach den Nutzungsanforderungen auch Kalkstein enthalten, zum Beispiel um die Beständigkeit gegen Frost zu erhöhen.

In der Trinkwasseraufbereitung dient Kalk zum Ent- oder Aufhärten des Wassers. Zugleich kann er den pH-Wert regeln und Schadstoffe herausfiltern. Als Filter dient Kalk auch in Verbrennungskraftwerken. Dort verbindet er sich mit den schädlichen Abgasen, z.B. Schwefeldioxid, und bildet unschädliche Verbindungen wie Gips. Helfend tut sich Kalk auch in deutschen Wäldern hervor. Dort wird er gegen die durch den sauren Regen entstandenen Schäden eingesetzt. Nicht nur saure Waldböden, sondern auch saure Abwässer in Kläranlagen können mit Kalk neutralisiert werden. Die Landwirtschaft ist auf Düngekalk angewiesen, um die Böden fruchtbar und bearbeitbar zu halten. In der Tierzucht dient Kalk als Nahrungsmittelzusatz oder als Desinfektionsmittel in Ställen.

Davon abgesehen, läuft uns Kalk in Zahnpasta, Hautcremes, Glas und Keramik, Arzneimitteln, Klebstoffen, Farben und Lacken, Waschmittel, Zucker, Limonaden, Bier und Wein, Gummiprodukten, Kunststoffen oder Papier über den Weg.

Kalksteinbruch

Bildinfo Kalkstein wird fast ausschließlich in Steinbrüchen abgebaut. Es gibt jedoch auch einige kleinere Bergwerke, die Kalk unterirdisch gewinnen. Das Foto zeigt einen Kalksteinbruch in Thüringen.

Und nicht zu vergessen: Kalkstein ist eines der wichtigsten natürlichen Speichergesteine für Erdöl und Erdgas. Ohne ihn gebe es heute keinen oder zumindest äußerst wenig dieser fossilen Brenn- und Ausgangsstoffe für Kunststoffe, Kosmetik, Treibstoffe und mehr.

Für ausführlichere Informationen rund um den Kalkstein empfehlen wir Ihnen www.kalk.de.

Die Initiative "Wir sind überall" wird vom Netzwerk für geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit betreut und kooperiert mit

Logo von geoberg.deLogo der RVBLogo der DMGLogo des BDGLogo der DGGLogo der GVLogo der TU Bergakademie FreibergLogo der GDMBLogo der TU ClausthalLogo von geo-leo.deLogo der GSSPELogo von geoversum.info